Der Hörspielblog MARK BRANDIS

Hier sind in unregelmäßigen Abständen Infos von Schreibtischen, Studios, Raumschiffen oder wo wir halt sonst am Hörspiel arbeiten, zu finden – gelegentlich vielleicht mal eine Hörprobe oder ein Gag.

Freitag, 3. Februar 2012

Ist MARK BRANDIS wie STAR TREK?

Ein Leser dieses Blogs schickte mir neulich einen Link zu J. Michael Straczynskis 2004er Versuch, das Trek-Universum zu re-booten (verblüffend viele Aspekte fanden sich dann im 2009er Kinofilm von JJ Abrams). Dabei merkte er an, die Konstellation, die das Hörspiel seit “PILGRIM 2000″ mit der Neueinführung der Rebecca Levy aufgezogen habe, erinnere doch sehr an die Dramastruktur, die in diesem Konzept analysiert worden sei.

Was könnte er damit gemeint haben?

Ich übersetze aus dem Konzept von JMS:

Es gab schließlich einen Grund, warum ST:TOS funktioniert hatte. Das war nicht nur der Abenteurergeist des Optimismus und echten Heldentums; nein, die Charaktere, die sich darin wiederfanden, hätten nicht ikonischer sein können. Sie sind sogar archetypisch zu nennen:

  • Der Krieger James T. Kirk
  • Der Priester Spock
  • Der Doktor Leonard McCoy

Kirk wird von seinen Gefühlen geleitet und dem Wissen, dass sie es sind, die uns zu Menschen gemacht und uns durch die 6000 Jahre überlieferter Geschichte gebracht haben. Ein geborener Führer, der an Leidenschaft glaubt, alles tut, damit es nicht zum Kampf kommt, aber nie vor einem zurückweicht. Spock ist eine gespaltene Persönlichkeit, der seine Gefühle verneint und nach dem Stoizismus Vulkans sucht; kompetent, stark, zentriert aber mit einer Spur Einsamkeit in seiner Seele. McCoy, die Stimme der Weisheit, der Heiler, der zwischen Humor und Zynismus oszilliert, und der der Balancepunkt zwischen Kirk und Spock ist. Der Freund und Vertraute, den jeder in seinem Leben braucht.

Übersetzt man das auf die Konstellation an Bord der HERMES, könnte man sagen:

  • Grischa = Kirk,
  • Brandis = Spock und
  • Levy = McCoy,

wobei in diesem Fall nicht der Emotionsgesteuerte (Kirk/Grischa), sondern — eher wie bei ST:TNG — der Rationale (Picard/Brandis) die Führungsrolle innehat.

Hm. Ja, Grischa ist ein Frauentyp und Vagabund, wie Kirk. Brandis ist ein stoischer Charakter, sehr prinzipientreu und kompetent. Levy hat eine sarkastische Ader und sagt auf jeden Fall, was ihr durch den Kopf geht, wie McCoy. Denke man die Analogie weiter, wäre sogar noch Iwan Stroganow als Scotty und Torrente als Sulu hinzuzufügen.

Seht Ihr das ähnlich?

Autor: INTERPLANAR  

1 Kommentar »

  1. Hey,

    das ist ein netter Vergleich über den man mal nachdenken kann. Ich sehe das ähnlich, dass solche Archetypen immer wieder in den Protagonisten zu finden sind und dass die “Chemie” untereinander auch das Erfolgsrezept der Serien sind. Indifferente Charaktere lassen sich schwerer in langen Serien unterbringen und deswegen findet man auch oft die beschriebenen Charakterelemente in MB, Star Trek und Bab5 wieder.

    LG

    Kommentar by Lenny — 4. Februar 2012 @ 10:34

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