SPOILER: Making of „Sirius-Patrouille“ – Das Manuskript

(ez) – Zwei Kommandanten, zwei rivalisierende Mannschaften und ein unbekannter Feind in den Tiefen des Alls: Das sind die Zutaten des neuen Mark-Brandis-Zweiteilers „Sirius-Patrouille“. Atmosphärisch schwebte Manuskript-Autor von Weymarn bei der Adaption des Romans von 1979 ein „U-Boot-Thriller im Weltraum“ vor. Im Laufe der Arbeit bekam die Geschichte aber noch viele weitere Facetten. Einen ungewohnten Perspektivwechsel (vgl. „Martin Seebeck und Felix Isenbügel“), eine größere Mannschaft als im Roman, einen starken Mark-Brandis-Kontrahenten und einen undurchsichtigen Gegner.

 

Herausforderungen der Vorlage
„Als ich an die Geschichte ranging, wollte ich einen U-Boot-Thriller im Weltraum schreiben, der ausschließlich auf einem Schiff spielt“, erinnert sich von Weymarn. Mitproduzent Redeker, der auch für die Musik und das Sounddesign der Hörspiele verantwortlich ist, mahnte ihn aber, dass dies sehr schnell langweilig werden könnte, weil die akustische Abwechslung fehle.

Als von Weymarn dann den Mark-Brandis-Roman von 1979 durchging, entdeckte er auch mehrere “technische” Schwächen der Vorlage.  So wird die „SK Invictus“ bei Nikolai von Michalewsky beispielsweise arg von einem Sonnensturm gebeutelt. Von Weymarn: „Der Autor arbeitete hier einfach mit einem Ereignis aus der Seefahrt, eben einem Sturm, den er in den Weltraum verlegte. Nach heutigen Erkenntnissen wirkt ein Sonnensturm aber überhaupt nicht wie ein Orkan auf See. Er ist nur für die Astronauten gefährlich, die nicht in einem Raumschiff, also ungeschützt im All sind.“

Auch der im Buch vorkommende Asteroidenschwarm, der das Schiff bedroht, sei nicht sehr realistisch. „Wir kennen schon heute die meisten Asteroiden im Sonnensystem, davon kann ein Schiff kaum überrascht werden. Und selbst im zwischen Mars und Jupiter sind die Himmelskörper so weit auseinander, dass sie ein Schiff kaum treffen können.“ So trennte sich von Weymarn beim Manuskript zum einen vom Sonnensturm-Orkan und zum anderen vom Asteroidenfeld.

von Weymarn nahm für das Hörspiel an der Vorlage "Sirius-Patrouille" mehrere Änderungen vor.

von Weymarn nahm für das Hörspiel an der Vorlage "Sirius-Patrouille" mehrere Änderungen vor.

 

Ein weiterer Feind
Und damit waren schon zwei (im Buch entscheidende) Gefahrenpotenziale weg. Damit war es nun mehr als zuvor nötig, Aspekte hinzuzufügen, um die Idee des U-Boot-Thrillers im Weltraum trotzdem umzusetzen und sie moderner und abwechslungsreicher zu machen. Als Feind ist im Buch sehr schnell ein Republiken-Kreuzer identifiziert, woraus sich dann eine Art Moby-Dick-Jagd entwickelt, bei der Mark Brandis verhindern muss, dass der militärische Kommandant der „Invictus“, Major Degenhardt, den vermeintliche Gegner einfach über den Haufen schießt.

SPOILERWARNUNG ▼

Konflikte auf der „Invictus“
Vielschichtiger ist der Konflikt an Bord der „Invictus“ geworden. „Im Buch ist der militärische Kommandant Major Degenhardt sehr grob gehauen, eben ein echter Kommisskopp.“ Am Ende der Patrouille sei Degenhardts Verhalten darüber hinaus dem von Ernest D. Scott, dem Kommandanten der verunglückten „Delta IX“ aus „Vorstoß zum Uranus“, sehr ähnlich. Wie dieser gehe auch Degenhardt im Buch in den Freitod, indem er sich allein in einem Schiff in eine tödliche Situation begibt (dort Start mit der Delta IX “in die Sonne”, hier mit einem Dingi in einen Asteroidenhagel). Im Hörspiel ist er nun zwar immer noch sehr „klappmesserig“, genieße bei seiner Crew aber großen Respekt und bringe Mark Brandis mit seinen Argumenten teilweise sogar arg in Bedrängnis. „Er ist sehr handlungsorientiert und tritt sehr selbstbewusst auf“, so von Weymarn.

Dafür hat Mark Brandis im Hörspiel stärkere Unterstützung als im Roman. Während ihn im Buch von seiner Stammcrew nur Iwan Stroganow auf die „Invictus“ begleitet, sind im Hörspiel auch Grischa Romen, Pablo Torrente und Dr. Rebecca Levy dabei. Von Weymarn: „Es war mir einfach wichtig, den Haufen, der gemeinsam die „Operation Sonnenfracht“ durchgestanden hat, wieder dabei zu haben.“

Bei "Sirius-Patrouille" (hier das Cover von Teil 2) kommt es zum Schlagabtausch in der lebensfeindlichen Umgebung des Alls.

Bei "Sirius-Patrouille" (hier das Cover von Teil 2) kommt es zum Schlagabtausch in der lebensfeindlichen Umgebung des Alls.

 

SPOILERWARNUNG ▼

Motive des U-Boot-Thrillers
Was dem Autor der Hörspiele an den Motiven des U-Boot-Thrillers, die er in den Weltraum verlegt hat, gefalle? „Das sind Ereignisse an Bord eines Schiffes mitten in einer lebensfeindlichen Umgebung, und der Feind ist nicht zu sehen.“ Man wisse nicht, wann er wo zuschlage und wer es überhaupt ist. Als Inspirationsquelle nennt von Weymarn eine Reihe echter U-Boot-Thriller, allen voran Wolfgang Petersens Klassiker „Das Boot“. „Wir haben mit dem Sprecher Martin May ja sogar einen Darsteller dieses Films mit dabei.“ Als weitere Filme nennt er die Tom-Clancy-Verfilmung „Jagd auf Roter Oktober“, den Kriegsfilm-Klassiker „Duell im Atlantik“ und den wohl berühmtesten U-Boot-Thriller im Weltraum: „Star Trek II – Der Zorn des Khan“.

Das Hörspiel „Sirius-Patrouille“ wird am Freitag, 2. März, veröffentlicht.

 

In unserem nächsten „Making of“-Artikel zu „Sirius-Patrouille“ geht es um die Sprecher und die Sprachaufnahmen. Die prominentesten Neuzugänge sind Thomas „Dorian Hunter“ Schmuckert als Major Degenhardt und Martin „Fähnlich Ullmann“ May als Captain Esko Tuomi. Der Beitrag geht am Mittwoch, 7. März, abends online.

Kategorie(n): Alles, Making Of, Trailer

3 Antworten auf SPOILER: Making of „Sirius-Patrouille“ – Das Manuskript

  1. Hallo Zusammen,

    nach dem ersten Hören von “Sirius Patrouillie” weiß ich nicht so genau was ich davon halten soll.

    Als absoluter Fan der Bücher, die ich in den 70ern und 80ern verschlungen habe (ich besitze alle und kann die meisten Kern-Passagen zitieren), fält mir natürlich sofort auf, dass Ihr Euch seeeeeehr weit vom Buch entfernt habt. Insofern bin ich, wenn ich die Story aus dieser warte betrachte entäuscht. Anders als in den vorherigen Hörspielen, bei denen Ihr es geschaft habt mit einer Modernisierung der Story diese für den heutigen (Hörbuch-)konsumenten interessant zu machen, dabei aber die Kernaussage und Stimmung des Buches mitzunehmen, kann ich dies im vorliegenden Werk leider nicht erkennen. Eigentlich bleibt ausser der Rahmenhandlung, VEGA und Raumflotte fliegen eine gemeinsame Patrouillie und die Befehlsgewalt ist nicht eindeutig geklärt, nicht viel vom Original übrig. Das Ihr die Mannschaft um die bekannten Protagonisten (Torente, Romen, Levy) aufgestockt habt ist da noch die kleinste Änderung. Besonders kritisch fällt mir auf, dass Ihr die Grundstimmung des Buches und seine Kernaussage nicht ins Höhrbuch gerettet habt: Das Buch war für mich eigentlich ein sehr ruhiges, das von einigen kurzen “Actionsequenzen” unterbrochen wurde. Die Kamfhandlungen beschränken sich darauf den Rochen in die Enge zu treiben. Zu keiner Zeit wird irgendeine “Superwaffe” von einem der beiden Kontrahenten eingesetzt. Noch dazu ist der Rochen waffentechnisch unterlegen un kann nur aufgrund seiner ausgezeichneten Besatzung (Flug durchs Asteroidenfeld) paroli bieten. Dadurch kommt eine Katz und Maus Spiel Stimmung zu stande, die einen einfach gefangennimmt und die Enge und die Überlastung der Mannschaft an Bord spürbar macht. Flankiert wird diese Story durch die Fragestellung wie weit muss/darf man seinen Befehlen folgen und wann ist ein humanitärer Akt der Verweigerung angesagt? Die Schlüsselszene ist, dass ein mitlglied von Degenhards Mannschaften den eingeschlagenen Weg aus moralischen Gründen nicht mehr mitgehen kann und dadurch den schwerstverletzten VEGA-Commander benachrichtigt, der dann das Blatt wendet.

    Von diesem allem findet man im Hörspiel leider fast nichts. Der Roche ist gleichstark und die Invictus in der unterlegenen Rolle. Die von Ihm selbst initierte Übernahme der Befehlsgewalt durch Brandis verkommt fast schon zu einem Bluff gegenüber dem Republiken Schiff. Zusätzlich kommt noch ein Piratenplott hinzu, der im Buch garkeine Entsprechung hat. Seebeck, der im Buch mt sich selbst kämpft und fast alles Versucht dem Wahsinn einhalt zu gebieten wird zum reinen chronisten, der sogar an Seite der Mannschaft mitkämpft. Insofern würde ich als kenner der Bücher 2 von 5 möglichen Sternen geben.

    Vergesse ich allerdings, dass ich die Bücher kenne und betrachte das Hörspiel völlig unabhängig davon, so ist den Machern mit ein paar Einschränkungen (hier meine ich vorallem das unglaubwürdige Ende der mutmaslichen Rückeroberung des Rochen durch die Republiken) ein durchaus spannendes Hörspiel gelungen, dass vorallem im Sounddesign einiges zu beiten hat. Mir persönlich ist der Plot zwar zu actionlastig geraten, die Charaktere sind aber sauber herausgeareitet. Lediglich das Ede hat mich nicht überzeugt. Daher unter dieser Betrachtung 4 von 5 Sterne.

    Besonders hervorheben möchte ich noch das Cover. Vor allem die Ausführungen von Hohn Harris finde ich klasse! Bitte mehr davon.

    Gruß

    INTERPLANAR sagt:

    Erst einmal danke für die ausführliche Kritik! Ich habe sie mal im Forum zitiert und würde mich freuen, wenn Sie mitdiskutieren!

    Noch dazu ist der Rochen waffentechnisch unterlegen und kann nur aufgrund seiner ausgezeichneten Besatzung (Flug durchs Asteroidenfeld) paroli bieten.

    Das stimmt zwar, aber (wie im Artikel beschrieben) das Asteroidenfeld musste raus. Da auch der “Sonnensturm” nicht mehr hilfreich einspringen durfte … wie hätte sich ein unterlegener Rochen gegen die Invictus halten oder vor ihr verbergen können?

  2. Hab die Anmerkungen auch bei Amazon gepostet und euch 4 Sterne gegeben.

    Gruß
    Flinx

    PS: Bei aller Kritik, die ich geäußert habe, habe ich absolute Hochachtung vor Eurem Schaffen und bin treuer Fan auch der Hörspiele, die ich allesamt mittlerweile mehrfach gehört habe!!!

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