(ez) –„Vom Herzen ins Ohr“, unter diesem Motto wird am Freitag, 4. Mai, zum inzwischen sechsten Mal der Hörbuch- und Hörspielpreis „Ohrkanus“ in insgesamt 15 Kategorien verliehen. Mit im heißen Finalrennen um die begehrten Trophäen ist erneut das Interplanar-Team von Balthasar von Weymarn und Jochim C. Redeker mit der Mark-Brandis-Hörspielreihe. Brandis gehört in zwei Kategorien zu den Final-Nominierten: In der Kategorie „Beste Serie“ und in der Kategorie „Bestes Soundkonzept“. Auch das Brandis-Label „Folgenreich“ ist in der Endrunde, und zwar um den Preis „Bestes Label“. Die feierliche Gala, moderiert von Geordi LaForge-Sprecher Charles Rettinghaus, beginnt am Freitag, 4. Mai, um 20 Uhr im Babylon-Filmtheater in Berlin.
Der Ehrenpreisträger Peter Schiff
An diesem Abend wimmelt es unter den rund 500 Gästen der Gala von bekannten Stimmen und auch bekannten Gesichtern. Ein Mann, dessen Stimme viele Menschen schon seit Jahrzehnten kennen, erhält den Ehrenpreis für sein Lebenswerk: Hörspielstimme, Synchronsprecher und Schauspieler Peter Schiff.
Am bekanntesten ist Peter Schiff im deutschsprachigen Raum vermutlich als die samtene ruhige Stimme des Supercomputers HAL 9000 in Stanley Kubricks Science-Fiction-Klassiker „2001: Odyssee im Weltraum“ (1968). Wie sein englischsprachiges Gegenstück Douglas Rain in der Originalfassung des Films spricht Schiff den Computer HAL selbst dann noch betont freundlich und sanft, wenn er für die Astronauten an Bord der „Discovery“ tödliche Entscheidungen trifft. Dass Schiffs Stimme – obwohl einem Computer gehörend – in keiner Weise verfremdet ist, trägt noch mehr zur Gänsehaut-Wirkung von HALs Sprechweise bei.
Das in den 1960er und 1970er Jahren geborene Hörspiel-Publikum lernte Peter Schiff später unter anderem als eine Stimme aus der „Maritim“-Hörspielreihe „Märchenschätze der Gebrüder Grimm“ kennen.
In mehreren Karl-May-Hörspielen von Kurt Vethake – auch von „Maritim-Schallplatten“ – ist er als Old Shatterhands Mentor Sam Hawkens („…wenn ich mich nicht irre“) zu hören. Zu seinen Hörspiel-Partnern dieser Anfang der 1970er Jahre entstandenen Abenteuer wie „Winnetou I“ gehörten Eberhard Krug als kerniger Old Shatterhand und Heinz-Ingo Hilgers als – aus heutiger Sicht – ungewohnt energischer Winnetou. Hilgers war in den 1960er Jahren ernster Konkurrent von Pierre Brice um die Filmrolle des edlen Apachen, denn er spielte die Figur bereits auf der Festspielbühne in Bad Segeberg.
Peter Schiff war später unter anderem die Synchronstimme von Louis de Funès in „Der Querkopf“ und trat in Serien wie „Drei Damen vom Grill“ und „Liebling Kreuzberg“ auf. Der in Neustrelitz geborene Schauspieler ist inzwischen 88 Jahre alt.
Bekannte Stimmen
Zu hören und zu sehen sind während der „Ohrkanus“-Gala noch weitere Menschen, die ganz besonders durch ihre Stimmen bekannt sind.
Zu ihnen gehören Rainer Schöne (Stammstimme von Willem Dafoe und seit „Star Wars: Episode III“ Darth Vaders Stimme), Oliver Rohrbeck (Walter Hildebrand bei „Mark Brandis), Helmut Krauss (Der Mann mit der tiefen Stimme in „Akte X“), Tobias Meister (die Stimme von Jack Bauer und – man glaubt es kaum – Yoda seit „Star Wars: Episode II“), Thomas Nero Wolf (Stammstimme von Hugh Jackman und Colonel Chemnitzer bei „Mark Brandis“), Santiago Ziesmer (Stammstimme von Steve Buscemi), Katrin Fröhlich (Gwyneth Paltrow und „Starbuck“ Katee Sackhoff), Jürgen Kluckert (Chuck Norris), Martin Keßler (Nicholas Cage und Pablo Torrente bei „Mark Brandis“), Michael Pan (Data in „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert“), Dietmar Wunder (Daniel Craig), Franziska Pigulla (Scully in „Akte X“), Frank Glaubrecht (Pierce Brosnan und Kevin Costner, und natürlich Cmdr. Scott bei Mark Brandis) und Thomas Schmuckert (Dorian Hunter und Major Degenhardt bei „Mark Brandis“).
Die Mark-Brandis-Konkurrenz
Die lange Liste der Final-Nominierten um den „Ohrkanus 2012“ ist durchsetzt mit neuen Titeln, aber auch alten Bekannten. Die Konkurrenten der Mark-Brandis-Reihe um den Preis „Beste Serie“ sind das Grusel-Urgestein „John Sinclair“ und „Prof. Sigmund Freud“, entwickelt von den Machern von „Perry Rhodan“, „Edgar Allen Poe“ und „Die Alchimistin“. Im vergangenen Jahr hat die Serie „Goldagengarden“ gewonnen, während sich „Mark Brands“ und „Darkside Park“ hier geschlagen geben mussten.
„John Sinclair“ und „Prof. Sigmund Freud“ heißen auch die beiden diesjährigen Brandis-Konkurrenten um den Preis „Bestes Soundkonzept“. Zwei der begehrten „Ohrkanus“-Glasskulpturen hat Mark-Brandis-Sounddesigner Jochim C. Redeker inzwischen in seinem Studio in Hannover stehen. 2011 schlug der Mark-Brandis-Sound die Produktionen „Gabriel Burns“ und „Wallander“ aus dem Feld, und auch 2010 hatten die Mark-Brandis-Hörspiele – damals im Rennen mit „Aufstand der Roboter“ und „Testakte Kolibri“ – die Jury überzeugt.
Im Rennen: „Folgenreich“
Das Mark-Brandis-Label „Folgenreich“ – 2010 und 2011 zweimal hintereinander erfolgreich – bekommt in der Kategorie „Bestes Label“ in diesem Jahr Konkurrenz von Oliver Rohrbecks „Lauscherlounge“ und „DAV“, das ist die Abkürzung von „Der Audio Verlag“. „DAV“ ist unter anderem Heimat von „Krabat“, Gewinner des Preises „Bestes Hörspiel“ im Jahr 2011.
Hörspiel- und Hörbuchperlen
Hörspiel- und Hörbuchperlen sind auch in den anderen Kategorien zu finden, beispielsweise der Serien-Evergreen „Die drei ???“ mit seiner 150. Folge „Geisterbucht“ in der Kategorie „Bestes Hörspiel Kinder/Jugendliche“, oder „Terminal 3 – Tanz der Marionetten“ in der Kategorie „Bestes Hörbuch (Erwachsene)“. Das Hörbuch stammt von der „Psychothriller GmbH“, den Machern des letztjährigen Gewinners „Darkside Park“.
„Highscore Music“ und das Label „Folgenreich“ treten in der Kategorie „Bestes CD-Release eines Radiohörspiels“ mit einer neuen Folge von „Professor van Dusen“ an. 2011 haben sie mit „van Dusen“ gewonnen.
Die nominierten Sprecher
Die nominierten Sprecher sind Franziska Pigulla (Scullys Stimme als Jane Collins in „John Sinclair“), TV-Darstellerin Felicitas Woll (als Anna Freud in „Prof. Sigmund Freud“), Simone Pahl (als Susan in „MindNapping 6 – Dopamin“), Andreas Fröhlich (John Cusacks Stimme liest „Gestatten, Mr. Stink“), James-Bond-Daniel-Craig-Stimme Dietmar Wunder (als Henry Thurber in „Gruselkabinett 58“) und der Schauspiel-Veteran Hans-Peter Hallwachs (als Sigmund Freud in der gleichnamigen Serie).

Scully-Stimme Franziska Pigulla - hier auf einem Foto von Uwe Toelle auf der "Ohrkanus"-Website - könnte einen "Ohrkanus" als beste Sprecherin mit nach Hause nehmen.
Der Ohrkanus
Den Hörbuch- und Hörspielpreis „Ohrkanus“ gibt es seit 2006. 2007 wurde er erstmals vergeben. Über die Gewinner des Preises entscheiden über einen mehrmonatigen Auswahlprozess sowohl Hörer, als auch Kritiker und Produzenten.
Die Nominierungsphase dauert jeweils von Anfang bis Ende Dezember. Die Nominierungsliste wird dann im Januar auf der „Ohrkanus“-Website zur Abstimmung bereitgestellt. Die jeweils drei Nominierungen mit den meisten Stimmen aus Jury und Publikum werden zur Gala eingeladen; erst dort wird der Gewinner bekanntgegeben.

Der Ohrkanus - hier eine Reihe der Preise auf einem Foto von der offiziellen "Ohrkanus"-Website - wird seit 2007 verliehen.
Wir berichten auf unserem Internet-Blog zeitnah über die „Ohrkanus“-Gala und über die Ergebnisse. Im Internet wird die Gala live bei Hörbuch FM“ übertragen.

