(ez) – Für das Label „Folgenreich“, bei dem die Mark-Brandis-Hörspielreihe seit Herbst 2009 zu Hause ist, wird der Freitag, 6. Juli 2012, ein besonderes Datum. An diesem Tag erscheint parallel zum neuen Hörspiel-Zweiteiler „Lautlose Bombe“ auch der Bürgerkriegs-Zyklus mit den Folgen 1 bis 4 in einer neuen Auflage. Das Besondere daran ist der Umstand, dass damit die ersten vier CDs, die bisher beim Label „Steinbach sprechende Bücher“ erschienen sind, zur Universal-Familie mit dem Label „Folgenreich“ wechseln und dieses Label dann erstmals alle bisherigen Folgen verlegt. Sounddesigner Jochim C. Redeker hat sich für die Neuauflage noch mal ans Mischpult gesetzt und noch weiter am Klang gefeilt.
22 CDs Hörspielerfahrung
Für den Charakter Mark Brandis liegt zwischen dem Beginn des Putsches der „Reinigenden Flamme“ im Jahr 2119 in Folge 1 „Bordbuch Delta VII“ und der Begegnung mit seinem Halbbruder Jonathan West im Jahr 2132 in „Lautlose Bombe“ ein gefühltes Lebensalter. Er verlor seit dem Besatzungsmitglieder, Freunde, er überstand Todesgefahren, Anschläge, und die Welt wurde von einer gewaltigen Atom-Katastrophe in Afrika („Operation Sonnenfracht“) erschüttert.
Auch die Hörspielmacher haben seit dem Erscheinen der ersten Folge im Jahr 2007 viel Erfahrung gesammelt. Mit „Lautlose Bombe“ blicken sie auf die Produktion von 22 CDs und die Adaption von 14 Romanen zurück. So begnügte sich Sounddesigner Jochim Redeker für die Neuveröffentlichung der ersten vier Folgen nicht damit, die alten Masterbänder nur mit einem neuen Abspann zu versehen.
Sounddesigner Jochim C. Redeker hat für die Neuveröffentlichung des Bürgerkriegs-Zyklus noch mal am Klang gefeilt.Wärmerer Klang
Der größte Unterschied zur Erstveröffentlichung ist ein Eingriff ins Klangspektrum. „Die ersten vier Folgen sind jetzt klanglich näher an den aktuellen Folgen“, sagt Redeker. Das heißt, der gesamte Sound ist etwas wärmer geworden. „Hört man die alten Aufnahmen, klingen sie noch sehr spitz und hell. Das merkt man besonders bei den S-Lauten in den Dialogen.“ Um das abzuschwächen, hat Redeker bestimmte Höhen aus dem Klangspektrum herausgefiltert. „In der Realität kann der Mensch bestimmte Höhen gar nicht wahrnehmen, und sind diese auch im Hörspielsound weg, wird der Klang natürlicher und angenehmer.“ So fügen sich jetzt die Sprache, die Soundkulisse und die Musik noch besser ineinander.
Auch in der ersten Folge “Bordbuch Delta VII” ist jetzt die neue Version der Titelmusik zu hören. Leicht geändert zur Erstveröffentlichung hat sich der Bildausschnitt des Covermotivs.Besonders aufmerksame Hörer, die bereits die Veröffentlichung von „steinbach sprechende bücher“ kennen, werden einen etwas größeren Unterschied am Anfang der ersten Folge „Bordbuch Delta VII“ wahrnehmen. „In der ersten Folge war bisher unsere Titelmusik noch etwas anders gemischt, als bei den darauf folgenden Geschichten“, so Redeker. „Jetzt habe ich auch in die erste Folge die Titelmusik eingefügt, wie wir sie heute kennen.“
Komplett neu eingesprochen ist der Abspann von „Bordbuch Delta VII“, „Verrat auf der Venus“, „Unternehmen Delphin“ und „Aufstand der Roboter“. Hier galt es, den Hinweis auf „steinbach sprechende bücher“ durch den Hinweis auf das Label „Folgenreich“ zu ersetzen.
Alexander Preuss hat für die Neuveröffentlichung noch mal an den Covermotiven gefeilt. Sie sind noch detailreicher geworden.Unterschiede zur Erstveröffentlichung gibt es auch bei den Covern. Wie Jochim Redeker nochmals am Klang gearbeitet hat, hat Cover-Designer Alexander Preuss noch mal an seinen Motiven gefeilt. Das Bild zu Folge 2 – „Verrat auf der Venus“ – war 2008 das erste Bild, das Preuss für die Mark-Brandis-Hörspiele entworfen hat. Seit dem hat er 20 Brandis-Covermotive gestaltet. Preuss: „Die Motive wirken bei der Neuveröffentlichung noch etwas brillanter. Ein paar Kleinigkeiten habe ich auch geändert.“
Darüber hinaus sind aus den Booklets die bei „Folgenreich“ etablierten Falt-Cover geworden.
Der lange Weg zum ersten Hörspiel
Mit der Hörspiel-Adaption des ersten Mark-Brandis-Romans „Bordbuch Delta VII“ setzten die Produzenten 2007 ein Projekt um, mit dem sich von Weymarn schon in den 1990er Jahren beschäftigt hatte. Damals stand er noch direkt mit Nikolai von Michalewsky, dem Mark-Brandis-Erfinder, in Kontakt, der von den Hörspielplänen sehr angetan war.
„Es freut mich zu erfahren, dass Ihre Pläne Konturen annehmen“, zitiert von Weymarn einen Brief Michalewskys vom 3. August 1995. Damals sei die Zeit aber noch nicht reif gewesen. „Mit der Idee einer vierteiligen Hörspielserie auf der Grundlage der ersten vier Bände Mark Brandis, geschrieben von Nikolai von Michalewsky selbst, stieß ich bei Verlagen auf taube Ohren.“ Ein Jahr nach Michalewskys Schreiben „gab ich es auf und kümmerte mich wieder um mein Theaterwissenschafts- und Filmstudium“.
2005 sah es dann völlig anders aus. „Zusammen mit Jochim Redeker hatte ich ein Konzept ausgearbeitet, mit dem wir beide nun, im Sommer 2005, im Teufelsmoor bei Reinhild von Michalewsky im Garten saßen und diskutierten.“ Zwei Monate später hatten die Hörspielmacher einen Vorvertrag in der Tasche und eine Empfehlung für eine Hörspiel-Autorin: Regina Schleheck.
Das erste Mark-Brandis-Hörspiel „Bordbuch Delta VII“ erschien dann im Juni 2007 auf dem Markt. Ab Freitag, 6. Juli 2012, ist es nun wieder zu hören, zeitgleich mit den Folge-CDs „Verrat auf der Venus“, „Unternehmen Delphin“ und „Aufstand der Roboter“ sowie dem ganz neuen Zweiteiler „Lautlose Bombe“.
Unser erster Making-of-Artikel zum neuen Zweiteiler „Lautlose Bombe“ geht am Mittwoch, 4. Juli, abends online. In dem Beitrag geht es um die Arbeiten am Manuskript.


Bleibt auch der Hidden Track drauf?
Nein, der ist exklusiv ssb.