(ez) – Je nach Situation tauchen in der Musik des Bürgerkriegs-Vierteilers mit „Bordbuch Delta VII“, „Verrat auf der Venus“, „Unternehmen Delphin” und „Aufstand der Roboter” neben den zentralen Motiven noch viele weitere Stücke auf, mit denen Redeker jeweils die passende Stimmung erzeugt oder verstärkt.
Und Action:
Sehr rhythmisch fallen die Stücke für die Action-Szenen im Bürgerkriegs-Vierteiler aus, beginnend mit der Action-Musik für das simulierte Kampf- und Fluchtmanöver am Anfang von „Bordbuch Delta VII“.
Beim Angriff auf den Konvoi KR 206 in „Aufstand der Roboter“ greift Redeker das Anfangs-Stück wieder auf, setzt hier aber einen schwereren Rhythmus ein.
Bei der Flucht der „Delta VII“ aus Metropolis in „Bordbuch Delta VII“ greift Redeker sogar nur auf Perkussionen zurück.
Schlacht in der Sahara:
Direkt auf die Szene hat Redeker die dramatischen Klänge beim Kampf in der Sahara in „Bordbuch Delta VII“ komponiert.
Das Stück beginnt mit einer schnellen – leicht blubbernden – Rhythmus-Passage. Daraufhin steigen Streicher ein. Dann gesellt sich eine weitere Streicherstimme – mit steigender Dramatik der Szene – hinzu. Mit Mark Brandis‘ Ruf „Hier rein, Ruth!“ erklingen Fragmente des „Mark-Brandis“-Themas. Als Harris das Dingi in den Bunker der Phoenix-Garde steuert, steigt der Rhythmus dramatisch an… und verstummt.
Viele langsame Streicher und eine Trompete verdeutlichen nach der Explosion die Tragik des Augenblicks. Ein sehr langsamer und sehr groß gespielter Teil aus dem „Mark-Brandis“-Thema begleitet die „Delta VII“ beim Start. Das Stück klingt leise mit einer Harfe aus.
Für die Schlacht in der Sahara in “Bordbuch Delta VII” hat Mark-Brandis-Musiker Jochim Redeker seine Musik direkt auf die Szene komponiert.
Flucht auf der Insel Malden und unter Wasser:
Ein Stück, das mit seinem besonders aggressiven Klang aus den anderen heraussticht, ist ein sehr lautes und schnelles, das Mark Brandis‘ dramatische Flucht auf der Insel Malden begleitet („Unternehmen Delphin“). Mit einer aggressiven E-Gitarre und viel Schlagwerk gespielt ist hier das „Reinigende Flamme“-Thema zu hören.
Als wenig später die Stimmung unvermittelt umschlägt und sich Brandis an Bord eines U-Boots befindet, schlägt auch die Stimmung in der Musik um. Die Klänge werden sehr sphärisch. Mit angedeuteten Walgesängen symbolisiert Redeker das tiefe blaue Meer. Perlende leichte Klänge steigen wie Luftblasen auf. Als sich das U-Boot der Unterwasser-Festung „Pazifik III“ nähert, taucht auch ein hallender U-Boot-Ping im Klang der Musik auf.
Die Tiefsee-Stimmung in “Unternehmen Delphin” entsteht vor allem durch die Musik, die unter anderem Walgesänge andeutet.
Aufmarsch der Truppen:
Der langsam ansteigende Rhythmus eines bedrohlich-dramatischen „Aufmarsch-der-Truppen“-Themas ist beim Anflug zum Angriff auf die TOTALCHEMIE zu hören („Unternehmen Delphin“), später nochmals, nachdem in „Aufstand der Roboter“ Harris den Angriff auf den Konvoi KR 206 befohlen hat. Das Stück ist zu Beginn des zweiten Teils von „Lautlose Bombe“ wieder zu hören. In „Lautlose Bombe“ ist nun klar, dass Mark Brandis gegen seinen Bruder wird kämpfen müssen.
Ein ähnliches Stilmittel, um im Hintergrund einer Szene eine bedrohliche Atmosphäre aufzubauen, während sich Feinde unaufhaltsam aufeinander zubewegen, setzt beispielsweise Filmmusik-Komponist Christopher Franke in der Serie „Spacecenter Babylon 5“ ein, unter anderem im Showdown der vierten Staffel, als die Schlacht zur Befreiung der Erde ausbricht.
Mit einem gleichmäßigen und sehr bedrohlichen Rhythmus baut Komponist Christopher Franke in der Serie “Spacecenter Babylon 5″ (Foto) die Spannung vor einer unausweichlichen Schlacht auf. Etwas Ähnliches ist vor dem Angriff auf die TOTALCHEMIE in “Unternehmen Delphin” zu hören. (Foto: desktopstarships.com)
Bedrohung… Dunkelheit… Einsamkeit:
Mit unheimlichen Drohnen-Klängen unterlegt Redeker bedrückende Situationen wie beim Betreten von Camp „Luna V“ in „Verrat auf der Venus“, oder bei Mark Brandis‘ Verhör an Bord eins Republiken-Schiffes am Anfang von „Unternehmen Delphin“.
Durch klagende und hallende einzelne Klänge verdeutlicht die Musik am Anfang von „Aufstand der Roboter“ die unendliche Einsamkeit in der Weite des Alls.
Leise, aber raue und bedrohliche Klänge lauern im Hintergrund bei Mark Brandis‘ hoffnungslosem Bordbuch-Eintrag, als die „Delta VII“-Crew während der Odyssee zur Station „Astrostat“ kurz vor dem Verschmachten steht („Aufstand der Roboter“).
Mit einem dissonanten und immer bedrohlicher werdenden Steicherklang verstärkt Redeker den Horror des Augenblicks, als Mark Brandis und Ruth in Tom Collins‘ Nacken einen Chip entdecken und herausziehen.
Als die Helden am Ende von „Verrat auf der Venus“ Aufzeichnungen mit den Invasions-Plänen General Smiths an Bord eines zerstörten Schiffes finden, unterstreicht Redeker die aufkommende Bedrohung durch einen langsamen Rhythmus, düstere Synthesizer-Klänge und einen unheimlichen Chor.
Den Klang eines Frauenchors setzt der Komponist am Ende von „Unternehmen Delphin“ ein, als sich die „Delta VII“ der verlassenen Station „Interplanar XII“ nähert und es von den Freunden kein Lebenszeichen mehr gibt.
Donnernde, schwere und langsame Perkussion verdeutlicht die Dramatik des Situation, ein metallener Rhythmus lässt das „Bild“ der leeren Station noch kälter wirken, und ein hoher Frauenchor drückt so etwas wie Verlorenheit in der Weite des Alls aus, ein Stilmittel, das auch Filmmusiker John Barry in der Musik zum „Weltraum“-James-Bond „Moonraker“ einsetzt.
Mit einem Frauenchor symbolisiert John Barry in seiner Musik für den James-Bond-Film “Moonraker” das All und die Schwerelosigkeit. Einen ähnlichen Klang setzt Jochim Redeker ein, als die Helden am Ende von “Unternehmen Delphin” die verlassene Station “Interplanar XII” ansteuern. (Foto: pic2fly.com)
Die Schlussmusik:
Der Bürgerkriegs-Vierteiler endet mit wirbelnden Streichern und einem schweren Rhythmus und schließlich mit den markanten vier ersten Tönen des „Mark-Brandis“-Themas, denn der Held kehrt zurück „…in der nächsten Hörspielfolge…“.
In unserer Reihe „Mark-Brandis’ reale Vorfahren“ blicken wir am Mittwoch, 17. Oktober, auf den spektakulären Flug von Testpilot Chuck Yeager zurück. Am 14. Oktober 1947 – vor 65 Jahren – durchbrach er als erster Mensch in einem Flugzeug die Schallmauer. Der Beitrag geht abends online.

