„Triton-Passage“: was ist die eigentliche Geschichte?

Jetzt ist sie zwei Wochen auf dem Markt, die „Triton-Passage“; genug Zeit, dass jede/r Hörer/in sich ein Bild von der Geschichte machen konnte. Und erstmals Zeit für uns, auf ein paar Besonderheiten des Hörspiels hinzuweisen, die es „anders“ als das „normale MARK BRANDIS-Abenteuer“ haben werden lassen.

Eine Serie kann episodisch erzählt werden (wie die ???) oder chronologisch fortlaufend (wie Morland oder Dragonbound). MARK BRANDIS tut beides: in sich abgeschlossene Abenteuer sind eingebunden in einen größeren Bogen, den des Lebens des Titelhelden. Er bleibt nicht ewig 32; das ist auch im Buch so. Und mit dem Älterwerden verändern sich seine Prioritäten und damit sein Leben. Diese Geschichte ist der große Bogen, der über der Serie liegt, und der für die etwas andere Struktur dieser Folge unmittelbar verantwortlich ist. Warum?

Als Brandis mit einem mühevoll noch einmal reparierten Prototyp, der EXPLORATOR, zur Erde zurückkommt, ist die unmittelbare Gefahr ausgestanden. Viele Geschichten hätten nun den Helden mit seinen Freunden ein Bier trinken gehen lassen, um ihn dann in die Pause bis zum nächsten Abenteuer zu entlassen. Warum ist das hier nicht so?

Warum ist das Hörspiel nochmal 20 Minuten länger?

Die Geschichte, um die es geht, ist nur vordergründig die einer Rettungsaktion. Es ist in erster Linie die Geschichte eines Mannes, der anhand einer Kette von Ereignissen lernt, dass der Weg, den er bisher gegangen ist, ein Ende haben muss. Ja, er hat einen Befehl missachtet, indem er zu einer humanitären Rettungsmission aufgebrochen ist. Ja, die Rettungsaktion war weniger erfolgreich als gedacht; nur ein Leben konnte gerettet werden, und auch das nur um den Preis einer Beinahe-Havarie.

SPOILERWARNUNG ▼

Diesen Teil hätte ich mir schenken können, wäre die Absicht gewesen, unseren Helden zu Beginn der nächsten Folge wie einen brummelnden James Bond wieder zurück in den Service gehen zu lassen. Doch die Welt hat sich für Mark Brandis verändert. Das ist die eigentliche Geschichte der „Triton-Passage“-Hörspielfassung, die nicht zuende sein KANN, wenn das Triebwerk wieder anspringt und alle an Bord im wahrsten Sinne des Wortes aufatmen dürfen. Und darum geht es weiter, nach dem Ende des Abenteuers: erst ins Hotel auf Las Lunas, dann in die Verhandlung mit Peking, und schließlich nach Metropolis.

Kategorie(n): Alles, Schreibtischgedanken

Eine Antwort auf „Triton-Passage“: was ist die eigentliche Geschichte?

  1. Und das ist so unglaublich gut und gefühlvoll gelungen! Auch wenn der Artikel älter ist, muss ich das hier noch einmal hervorheben. Die Szene im Hotel hat es mir wirklich angetan, als mark Brandis und Tuva gemeinsam musizieren. Das ist so spontan, auf der Gitarre sogar ziemlich simpel, und gerade dadurch so authentisch inszeniert, dass es einfach richtig klingt, nach dem Versuch einer Verständigung zweier Menschen, die den politischen Abgrund zwischen ihren Staaten gern überwinden würden. Ich persönlich würde mich riesig freuen, Tuva noch einmal zu hören, auch wenn sie, so weit ich weiß, in den Romanen nicht noch einmal vorkommt. Diese Szene wird mir auf jeden Fall noch lange in Erinnerung bleiben.