Making of „Triton-Passage“ – Die Sprecher und die Sprachaufnahmen

(ez) – Als das Mark Brandis-Heimatlabel „Folgenreich“ Ende August 2012 das Startsignal für weitere Hörspielfolgen gab, stürzte sich das „Interplanar“-Team sofort in die Sprachaufnahmen. Die Manuskripte für „Triton-Passage“ und der Großteil zweier folgender Geschichten waren zu diesem Zeitpunkt längst fertig, und so tummelten sich schon ab Mitte September die Sprecher im Hamburger Studio TonSynchron, im Berliner Hörspielstudio von Oliver Rohrbeck und in Jochim Redekers Studio in Hannover. Zu den neuen Sprechern in „Triton-Passage“ gehören sowohl die jungen Akteurinnen Bettina Zech und Anastasia Conze, als auch der „Medicopter 117″-Darsteller Urs Remond und Schauspiel- und Synchron-Veteran Rüdiger Evers. Synchron- und Hörspielsprecher Roman Kretschmer – in dem Sam Mendes-Film „Road to Perdition“ als Stimme von Daniel Craig (James Bond) Vorgänger von Dietmar Wunder – leiht dem Brandis-Kontrahenten Commander Elmar Busch sein Stimme.

 

Eine Mark-Brandis-Rolle als Geschenk
Eine sehr herzliche Geschichte weiß der Manuskript-Autor und Regisseur Balthasar von Weymarn über Bettina Zech zu erzählen. In „Triton-Passage“ spricht sie die in Raumnot geratene Tuva Eidsvag. „Ich wurde von einem Freund von ihr angerufen. Er erzählte, dass sie Fan unserer Hörspiele sei, und er bat, wenn wir sie uns in einer Rolle vorstellen könnten, mögen wir ihm doch bitte das Manuskript zuschicken, und er schenke es ihr dann zum Geburtstag.“

In dem TV-Fantasy-Spektakel „Game of Thrones“ ist Bettina Zech als Stimme von Irri (Amrita Acharia) zu hören, und auch an der „Battlestar Galactica“-Spin-off-Serie „Caprica“ arbeitete sie als Synchronsprecherin mit. Die meisten Hörspielfans kennen sie jedoch am besten als Stimme der Hauptfigur Lea in der EUROPA-Serie „Dragonbound„.

Das „Interplanar“-Team hatte mit der jungen Tuva tatsächlich eine passende Rolle für die 32jährige. Wie von Weymarn später erfuhr, war die Mark Brandis-Rolle zum Geburtstag von Bettina Zech tatsächlich ein Hit. „Sie bekam das Manuskript mit einem vom Schenkenden selbst gestalteten farbigen ,Triton-Passage‘-Cover, das richtig gut aussah, und sie muss sich wohl sehr gefreut haben“. Für die zwei Stunden, die Zech für ihre Sprachaufnahmen im Studio brauchte, reiste sie dann extra aus Bayern an und ging mit viel Freude an die Arbeit. Von Weymarn: „Sie ist eine großartige Sprecherin und war top vorbereitet.“

Zusammen mit Michael Lotts Mark Brandis ist Bettina Zech nun unter anderem in einer Szene zu hören, die Sounddesigner Jochim Redeker als seinen wichtigsten Moment im Hörspiel beschreibt. „Das ist ein ,larger-than-life‘-Augenblick“, bei dem auch noch eine Gitarre und eine japanische Flöte eine Rolle spielen.

 

Roman Kretschmer als Commander Elmar Busch
Eine andere sehr wichtige Rolle in „Triton-Passage“ ist die des mürrischen Commander Elmar Busch, dem die Anwesenheit von Mark Brandis an Bord der „Explorator“ ein Dorn im Auge ist. Den knorrigen Typen spricht Roman Kretschmer.

Als Synchronsprecher ist Kretschmer zum Beispiel in der Kriegs-Mini-Serie „Band of Brothers“ als deutsche Stimme von Donnie Wahlberg (Lieutenant C. Carwood Lipton) zu hören.

Den amerikanischen Charakterdarsteller John C. Reilly spricht er in „Ricky Bobby – König der Rennfahrer“ von 2006, als Adrian Brody ist er in „Bullet – Auge um Auge“ von 1996 zu hören, als Daniel Craig (als Gangster-Heißsporn Connor Rooney) in dem Tom-Hanks-Gangsterdrama „Road to Perdition“ und als Jamie Foreman (als Duke) in dem britischen Gangsterfilm „Layer Cake“ (2004). In der epischen Serie „Die Scharfschützen“ mit Sean Bean in der Hauptrolle des Richard Sharpe kennt ihn das Publikum als Stimme von Rifleman Daniel Hagman (John Tams).

„Roman Kretschmer meldete sich vor etwa eineinhalb Jahren mal bei mir und stellte sich als Sprecher vor. Damals bot ich an, dass wir uns melden, wenn wir eine passende Rolle haben.“

Beim Schreiben des „Triton-Passage“-Manuskripts habe von Weymarn dann eine Stimme im Ohr gehabt, zu der Kretschmer passt, und so wurde er Commander Elmar Busch, ein Mann, der im Laufe der Geschichte viel mehr Charakter-Facetten zeigt, als man ihm an Anfang zutraut.

 

Anastasia Conze als Catalina Minulescu
Anastasia Conze ist in „Triton-Passage“ als agile junge Bordingenieurin Lieutenant Catalina Minulescu zu hören, die von Weymarn als kleine Hommage an die sympathische „Serenity“-Ingenieurin Kaylee Frye in der SF-Serie „Firefly“ angelegt hat.

„Ich entdeckte sie auf der Seite der Agentur, bei der auch David Nathan (Grischa Romen) ist, ,Office of Arts‘“, so von Weymarn. „Die Stimme für diese Rolle musste einen frischen Unterton haben.“

Zunächst habe er überlegt, für diese Rolle Tanya Kahana wieder ins Boot zu holen. In „Sirius-Patrouille“ spricht Kahana die noch etwas unerfahrene Lt. Louise Demnitz. Dann entschied sich von Waymarn aber dagegen, weil er den Charakter Louise Demnitz noch einmal in eine der kommenden Folgen einbauen möchte. „Bei den Aufnahmen zu ,Sirius-Patrouille‘ merkte ich erst, als sie am Mikrofon stand, wie großartig Tanya Kahana als Sprecherin wirklich ist, und dafür war ihre Rolle damals eigentlich viel zu klein.“

Wie auf Anastasia Conzes eigener Seite nachzulesen ist, arbeitet sie als Schauspielerin im Theater, beim Film und beim Fernsehen.

Ihre Liebe zur Schauspielerei entdeckte sie bereits im Alter von neun Jahren bei ihrer ersten Rolle fürs Schultheater. Unter anderem studierte sie am berühmten „Lee-Strasberg Theater and Film Institute“ in New York. Sie lebt und arbeitet jetzt in Berlin. Ihre Rolle der Catalina Minulescu heißt in der Romanvorlage Miron Minulescu und ist ein Mann. Wie schon mehrere männliche Figuren aus anderen Romanvorlagen schrieb sie Balthasar von Weymarn um, damit die Geschichte akustisch dynamischer und auch zeitgemäßer wird.

 

 

Urs Remond als Lieutenant Roland Wagner
Als „attraktiv, kommt bei Frauen gut an“ beschreibt Balthasar von Weymarn ein weiteres Besatzungsmitglied der „Explorator“: Lieutenant Roland Wagner. Gesprochen wird er von dem 48-jährigen TV-Darsteller Urs Remond. Auf der Fanpage „urs-remond.de.lt“ beginnt der Hauptartikel über Remond mit seiner Rolle des Dr. Mark Harland in der Serie „Medicopter 117“. „Er stößt in der sechsten Folge ,Die Feuertaufe‘ (…) zum Team.“

Urs Remond agiert laut Fanpage auch in „mehreren französischen und deutschen Kinofilmen, darunter ,L‘oreiller‘, ,Bernard l‘ermite‘, ,Milena‘, ,Loveman‘, ,Schrott‘ und ,Abendland‘.“ Genannt werden auch Hauptrollen in den RTL-Serien „Geisterjäger John Sinclair“ und „Hinter Gittern – Der Frauenknast“ sowie Gastrollen in „Der Clown“, „Lexx“, „Die Sternbergs“, „Liebling Kreuzberg“, „Die Drei“ und „Dr. Sommerfeld – Neues vom Bülowbogen“.

 

Rüdiger Evers als Dr. Egon Mildrich
Dr. Egon Mildrich ist in „Triton-Passage“ ein sehr wichtiger und sehr unsympathischer Charakter. Er macht John Harris die Leitung der VEGA streitig und führt auch ein entscheidendes Gespräch mit Mark Brandis, das große Folgen haben wird. Dem humorlosen Bürokraten leiht der Synchron- und Scheuspiel-Veteran Rüdiger Evers seine Stimme. Balthasar von Weymarn: „Auch ihn fand ich über die Plattform ,Office of Arts‘. Ich suchte eine ältere Stimme als die von John Harris. Die Rolle ist zwar nicht sehr groß, aber der Auftritt in der Schluss-Szene muss sitzen.“

Bei Rüdiger Evers – Jahrgang 1936 – ist allein schon der Eintrag in die Deutsche Synchronkartei eindrucksvoll. Zu seinen bekannteren Sprechrollen gehören Acebor (Alan Williams) in dem Serien-Spektakel „Rom“, Richard Nixon in „Forrest Gump“, Gerald Ford in „Frost/Nixon“, Ezra Kramer (Scott Glenn) in „Das Bourne-Vermächtnis“, Warren Christopher (Philip Baker Hall) in Ben Afflecks „Argo“, Carl Murphy in dem wilden Computertrick-Spaß „Monstes vs. Aliens“ und Karavanenfürst Hussein (Erick Avari) in dem Wikinger-Spektakel „Der 13te Krieger“.

Auch Serienfreunde kennen sein Stimme. Zum Beispiel leiht er in der „Star Trek: Deep Space Nine“-Folge „Ehre unter Dieben“ dem tragischen Orion-Syndikat-Mitglied Liam Bilby (Nick Tate) seine Stimme („Familie ist überhaupt das Wichtigste…“). In dem Saurier-Spektakel „Terra Nova“ ist er als Granger (Chris Betts) in der Folge „Entscheidung“ zu hören, und in der Thriller-Echtzeit-Serie „24 – Twenty Four“ als Admiral John Smith (Ryan Cutona) in „Tag sieben“ und „Tag acht“.

 

Ein entscheidender Funkspruch
Eine sehr kurze aber sehr einprägsame Szene hat die Kommandantin des havarierten Republiken-Schiffes „Han Wu Ti“, als sie mit Mark Brandis Funkkontakt aufnimmt und mit nur leicht unterdrückter Verzweiflung um Hilfe bittet. Um eine exakte asiatische Sprechmelodie zu bekommen, suchten Balthasar von Weymarn und Jochim C. Redeker für diese Rolle nach einer Asiatin.

Fündig wurde Sounddesigner Jochim Redeker. „Die Dame heißt Nao Tokuhashi und ist Tänzerin am Braunschweiger Staatstheater.“ Als er bei einem kleinen Theaterprojekt als Off-Sprecher mitwirkte, fragte er die Schauspieler nach asiatischen Künstlern, denen man ihre Herkunft anhört. „Einer der Schauspieler stellte den Kontakt her, und sie sagte sofort zu.“ Nao Tokuhashi nahm Redeker dann in seinem eigenen Studio in Hannover auf. „Wir haben viel gelacht und ein bisschen herumprobiert, bis alles passte. Ich glaube, sie hatte auch Freude daran.“

 

Unser nächster Making-of-Artikel beschäftigt sich mit Jochim Redekers Musik zu „Triton-Passage“. Der Beitrag geht am Mittwoch, 16. Januar, abends online.

Kategorie(n): Alles, Making Of

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