SPOILERS: Making of „Geheimsache Wetterhahn“ – Das Manuskript

(ez) – Mit „Geheimsache Wetterhahn“ schließt das Produktionsteam von INTERPLANAR den wohl wichtigsten Handlungsbogen des Mark-Brandis-Hörspielkosmos ab; die Gesamtgeschichte um die außerirdische Technologie von dem Wanderplaneten Helin. Immerhin ist bei dem überhasteten Versuch, die Rublev-Expedition von Helin zu retten, vor vielen Jahren Brandis‘ Freund Alec Delaney ums Leben gekommen. Ab „Operation Sonnenfracht“ (erschienen im Sommer 2011) nahmen die weiteren Ereignisse ihren Lauf, die nun in „Geheimsache Wetterhahn“ gipfeln.

In dem neuen Hörspiel, das am Freitag, 10. April 2015, erscheint, steht die Welt am Rand eines neuen Krieges. Hauptakteur im Hintergrund ist der ehemalige General Alfred Dreyer.

Der zweite General
In der Romanvorlage von „Geheimsache Wetterhahn“ taucht der Bösewicht Alfred Dreyer quasi aus dem Nichts auf und strebt – wie einst General Smith in den ersten vier Geschichten – nach der Macht. Es regnet, wo immer es regnen soll, und die Menschen haben seit der Ikarus-Katastrophe dank der guten Ernten zum ersten Mal wieder genug zu essen.

Manuskript-Autor von Weymarn liest den Roman "Geheimsache Wetterhahn". (Foto: Eric Zerm)

Der Manuskript-Autor liest den Roman „Geheimsache Wetterhahn“. (Foto: Eric Zerm)

Manuskript-Autor von Weymarn war das zu einfach. „Das ist mir zu sehr eine Wiederholung der General-Smith-Geschichte.“ So baute er die Figur Alfred Dreyer in den Hörspielen schon seit dem Zweiteiler „Die Zeitspule“ (erschienen im Sommer 2014) auf. Hier hörte man von unerklärlichen Abstürzen von Republiken-Schiffen. VEGA-Direktor John Harris zieht die richtigen Schlüsse. Die Raumflotte setzt den Gravitations-Torpedo, der am Ende von „Ikarus, Ikarus“ (erschienen im Herbst 2013) auf die Erde gestürzt ist, gegen die Republiken als Waffe ein. Einer der Beteiligten ist General Dreyer. Als Harris diesen direkt darauf anspricht, reagiert Dreyer sehr unwirsch… und stimmt der Herausgabe der Technologie zu, um eine Untersuchung zu verhindern.

In einer kurzen Sequenz in „Planetaktion Z“ (erschienen im Januar 2015) wird deutlich, dass Dreyer sein Fähnchen gedreht hat, um politisches Kapital daraus zu schlagen. Zu hören ist ein Auszug aus einer Nachrichtensendung mit den Reportern Jacques Rochelle und Walter Hildebrand:

„General Alfred Dreyer hat nach seinem aufsehenerregenden Statement von heute Vormittag eine überraschende Rechtfertigung erfahren. Dreyer hatte ein umfassendes Dossier gegen seinen führenden Dienstherren veröffentlicht, indem er der Raumflotte vorwirft, Technologie vor der Öffentlichkeit verborgen zu halten, die helfen könnte, die Hungersnot zu beenden. Auf die konkreten Vorwürfe gab die Leitung der Raumflotte soeben ein Dementi heraus, das führende Analysten als Geständnis eingestuft haben.“

SPOILERWARNUNG ▼

Der Held
Mark Brandis hat mit diesen Ereignisse zunächst gar nichts zu tun. Von Weymarn: „Er ist zwar unser Held, aber er weiß nicht alles und kann Ereignisse auch nur bis zu einem gewissen Grad beeinflussen.“ Das unterscheide Brandis von vielen anderen omnipräsenten und scheinbar allmächtigen Helden.

In „Geheimsache Wetterhahn“ hat Brandis zunächst andere Sorgen, als sich um einen machtgierigen General a.D. zu kümmern. Wegen der allgemeinen Ressourcen-Knappheit – die seit mehreren Hörspielen ein Thema ist – haben die Republiken bei den Raumnotrettern ihre Schiffe abgezogen. Und dann ist auch noch das Raumnotretter-Schiff „Martin Luther King“ abgestürzt. Im Zuge dieser Ereignisse begegnet er einem Mann, den er vor vielen Jahren in der Hörspiel-Folge „Unternehmen Delphin“ (erschienen im Herbst 2008) kennengelernt hat: Minister Tschou Fang-Wu. Dieser gehört zu den gemäßigten Kräften in den Republiken und war von den Hardlinern vorübergehend kaltgestellt worden. Der Asiate bietet Brandis Zusammenarbeit an. Dafür stellt er dem ehemaligen VEGA-Commander ein neuartiges Schiff zur Verfügung.

Das Cover des neuen Hörspiels "Geheimsache Wetterhahn".

Das Cover des neuen Hörspiels „Geheimsache Wetterhahn“.

Von Weymarn: „Tschou Fang-Wu ist in ,Geheimsache Wetterhahn‘ tatsächlich erst zum zweiten mal zu hören, obwohl er eigentlich immer präsent war. Es ist immer wieder über ihn und seinen Werdegang gesprochen worden.“ Ein kurioses Detail, auf das er in diesem Zusammenhang gestoßen ist, ist folgendes: In den Romanen galt Tschou Fang-Wu eine Zeitlang als tot. „Und in ,Wetterhahn‘ ist er dann einfach wieder da, als sei sein Tod niemals Thema gewesen.“

Die Raumnotretter sind nicht wehrlos
Ein moralisches Dilemma, das Nikolai von Michalewsky in seiner Romanvorlage aufbaut, spart das Hörspiel aus. Im Buch wird Mark Brandis gebeten, die Schiffe der Raumnotretter der Widerstandsbewegung gegen General Dreyer zu unterstellen. Dies kann Brandis aber nicht mit den Prinzipien der Raumnotretter vereinbaren. Die Organisation verhält sich stets streng neutral, und ihre Schiffe sind grundsätzlich unbewaffnet. Von Weymarn: „Dabei orientierte sich Nikolai von Michalewsky sehr stark an den Seenotrettern.“ Für die Hörspiele fand er diese strengen Prinzipien nicht attraktiv genug, um sie zu übernehmen. „Das hätte geheißen, dass die Raumnotretter vor jedem bewaffneten Gegner die Segel streichen müssen.“ In den Hörspielen sind sie wehrhafter… und die Schiffe und Besatzungsmitglieder haben sehr wohl die Möglichkeit, sich zu verteidigen.

 
SPOILERWARNUNG ▼

Unterdessen hat Balthasar von Weymarn das Manuskript für das folgende Hörspiel abgeschlossen. Am Mittwoch, 8. April 2015, beginnen in Hamburg die Aufnahmen mit Hauptsprecher Michael Lott.

In einem weiteren Making-of-Beitrag zu „Geheimsache Wetterhahn“ beschäftigen wir uns mit den Sprechern und den Sprachaufnahmen. Das neue Hörspiel erscheint am Freitag, 10. April 2015.

Kategorie(n): Alles, Hintergrund, Making Of

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