„Woran du glaubst…“, das Finale der ersten „Raumkadett“-Staffel – Das Manuskript

(ez) – Cliffhanger: Zum Ende von „Der Aladin-Schachzug“, der fünften Folge der Hörspielserie „Mark Brandis, Raumkadett“, sitzt der junge Held in der Falle. Der zwielichtige Trent Arris (Erich Räuker) hat ihn hintergangen, und nun ist Mark in Afrika den Sicherheitskräften von Lady Kellerman (Anke Reitzenstein) in die Hände gefallen. Gleichzeitig gibt es eine Macht im Hintergrund, die gar nichts dagegen hätte, wenn der Raumkadett für immer verschwinden würde. In „Woran du glaubst…“, dem Staffelfinale, führt Manuskript-Autor von Weymarn mehrere Handlungsfäden zusammen, die er im Laufe des vergangenen Jahres entwickelt hat. Die geheimnisvolle Macht, die auch für den Tod Präsident Bählers verantwortlich ist (in der Folge „Tatort Astronautenschule“), wird aktiv. Gleichzeitig glaubt der junge Mark Brandis, zum ersten Mal eine greifbare Spur seines verschollenen Vaters gefunden zu haben…

Paranoide junge Helden
Seit dem Beginn der Serie haben sich die jungen Helden verändert. Sie begannen ihre Ausbildung an der Raumfahrtschule der VEGA mit großem Idealismus und Tatendrang. Seit dem ist aber viel passiert. Sie haben VEGA-Direktor Zarin Narayan tot aufgefunden, sie haben den Mord an Präsident Bähler beobachtet, Mark hat sich in der Pilotin Alba Bravo getäuscht (in der Folge „Hinter den Linien“), und in Afrika sind sie von Arris hereingelegt worden. In dieser Situation begegnen Mark Brandis (Daniel Claus), Alec Delaney (Sebastian Kluckert), Annika Melnikova (Friedel Morgenstern) und Robert Monnier (Sebastian Fitzner) dem geheimnisvollen Kommissar Huygens (Wolfgang Bahro). Dieser gibt vor, ihnen helfen zu wollen, doch für einen Mitarbeiter der Unionsbotschaft in Kapstadt scheint er zu gut informiert zu sein. „Nach den Erfahrungen, die sie gemacht haben, trauen sie Huygens nicht über den Weg“, erklärt von Weymarn. Dürfen sie diesem von ihren Beobachtungen im Zusammengang mit Bählers Tod erzählen? Robert meint, nein: „Seid ihr blind? Haben wir das nicht besprochen, damals, nach dem Adlerhorst, als der Präsident umgebracht wurde, und wir das gesehen haben?“ Auf der anderen Seite sind sie auf Hilfe angewiesen. So liegt von Beginn an eine große Anspannung in der Luft, und keiner von ihnen weiß, wohin sie ihr Weg wirklich führen wird.

An Bord der „Discovery“
Ein anderes Thema, das die Serie schon in der ersten Folge aufgegriffen hat, ist das Verhältnis des jungen Mark zu seinem Vater. Dieser war bei den Grenztruppen und ist seit Jahren verschollen. In „Der Aladin-Schachzug“ machte sich Mark nach Afrika auf, in der Hoffnung, eine Spur seines Vaters finden zu können. In „Woran du glaubst…“ fand Manuskript-Autor von Weymarn nun eine Möglichkeit, Marks Gefühle auch dem Publikum näherzubringen.

SPOILERWARNUNG ▼

„Woran du glaubst…“
Eine Schlüsselrolle im Mark-Brandis-Universum und auch für Brandis‘ Persönlichkeit
spielt ein Zitat, das erstmals im Bürgerkriegs-VierteilerBordbuch Delta VII“, „Verrat auf der Venus“, „Unternehmen Delphin“ und „Aufstand der Roboter“ erwähnt wurde. „Woran du glaubst, sollst du leben uns sterben“. Das Zitat kommt auch in den Romanen von Nikolai von Michalewsky vor. „Ruth O’Hara hat es ihrem Mann Mark in einem alten Buch angestrichen“, weiß von Weymarn. „Dadurch verbindet ihn dieses Zitat auch mit Ruth.“

Das spektakuläre Cover der neuen "Raumkadett"-Folge von Alex Preuss.

Das spektakuläre Cover der neuen „Raumkadett“-Folge von Alex Preuss.

Das neueste „Raumkadett“-Hörspiel erzählt nun, welche ursprüngliche Bedeutung dieser Satz für Mark hat. Er stammt von einem großen Idealisten, der am Ende sogar sein Leben dafür opfert, damit Mark, Alec, Annika und Robert in Sicherheit gebracht werden können. „Dieser Mensch macht auf Mark großen Eindruck und wird auch zu einer Art Vorbild für ihn. Er ist ein wunderbares Beispiel für jemanden, der nicht viel redet, sondern handelt.“ Aus der zeitlichen Perspektive des erwachsenen Mark Brandis gesehen, sei es vorstellbar, dass er sich dieses Zitat durch seine Erlebnisse als junger Mann gemerkt hat. „Immerhin verdankt er diesem Gedanken sein Leben.“ Irgendwann habe er den Satz dann in einem Gespräch mit Ruth erwähnt,und diese fand ihn in einem Buch.

Ursprünglich hieß die sechste Folge von „Raumkadett“ anders. Der Titel lautete „Vater und Sohn“. Als Balthasar von Weymarn mit Designer Alexander Preuss verschiedene Cover-Motive durchging, wirkte er aber unpassend. „Ich schildere ihm immer mehrere Szenen, und er sagt mir, zu welcher ihm eine gute Idee kommt.“ Eine dieser Ideen war das (jetzt verwendete) Action-Motiv mit einem Jeep in strömendem Regen und Explosionen im Hintergrund, und die Worte „Vater und Sohn“ hatte dazu überhaupt keinen Bezug. Etwa zehn Wochen vor dem Veröffentlichungs-Termin habe sich von Weymarn dann für „Woran du glaubst…“ entschieden. „Ich glaube, dieser Titel weckt Erwartungen. Ich bin mal bespannt, wie er ankommt. Immerhin ist es ein Zitat, das Mark prägen wird.“

 

JUSTITIA
Eine sehr idealistische Vorstellung verbirgt sich hinter dem Zentrum für Zeitzeugnisse in Nairobi, zu dem die jungen Helden gebracht werden sollen. Balthasar von Weymarn hat dieser Einrichtung den Namen JUSTITIA gegeben. „Das ist ein Gedanke aus unserer Gegenwart. Er hängt mit der schweren Arbeit des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag zusammen“, so von Weymarn. Bei seiner Arbeit stoße dieser immer wieder auf das Problem, dass Aussagen, die in den Prozessen wichtig wären, aus irgendwelchen Gründen nicht anerkannt werden. „So hatte ich die Idee, dass es in einigen Jahren vielleicht eine Art DIN-Institut geben könnte, und die Authentizität von Aussagen, die dort gemacht werden, können von niemandem angezweifelt werden.“ Diese Idee habe ihn schon länger beschäftigt. Im neuestes „Raumkadett“-Hörspiel hatte er jetzt die Möglichkeit, sie einzubauen.

Für Mark und sein Freunde wird es tatsächlich überlebenswichtig, dass sie ihr Wissen um den Mord an Präsident Bähler an diese unabhängige Stelle weitergeben. Allerdings ahnt die Macht im Hintergrund, was sie vorhaben, und sie unternimmt alles, damit sie ihr Ziel nicht lebend erreichen…

Kategorie(n): Alles, Hintergrund, Making Of

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