„Woran du glaubst…“, das Finale der ersten „Raumkadett“-Staffel – Die Sprecher und die Sprachaufnahmen

(ez) – „Woran du glaubst…“, das Finale der ersten „Raumkadett“-Staffel, hält in der Sprecherliste eine ganz besondere Überraschung bereit. Peter Brandis, der Vater des jungen Mark Brandis, wird von Simon Jäger gesprochen. Viele Kinogänger kennen seine Stimme als die von Hollywood-Star Matt Damon. Neu im Sprecher-Cast von „Raumkadett“ ist auch Wolfgang Bahro. „Joe“ Antje von der Ahe kennen die Hörer der „Mark Brandis“-Stammserie aus dem Hörspiel „Planetaktion Z“, allerdings ist Marie Hamilton ein völlig anderer Typ Frau als die raue und schlagfertige Josephine. Aufgenommen wurden die Sprecher vor allem im Studio Sound of Snow von Akustik-Meister Tommi Schneefuß in Berlin. Eine ganz besondere Szene für die Sprecher war die wilde Jeep-Jagd durch den afrikanischen Mau-Wald.

Matt Damon spielt Peter Brandis
Der jugendliche Mark Brandis planscht an Bord des großen Raumschiffs „Discovery“ gedankenverloren im Badewasser. Dann stört das Rufsignal des Interkoms den Frieden. „Das darf doch nicht wahr sein“, seufzt der junge Raumfahrer genervt. „Lieutenant Brandis auf die Brücke!“ meldet sich eine noch relativ junge, aber strenge Stimme aus dem Lautsprecher; offensichtlich der Captain des Schiffes. Doch er ist nicht nur das. Auf die Frage von Mark, ob nicht Alec übernehmen könne, entgegnet der andere streng: „Zwei Argumente: Erstens: Ich bin Ihr vorgesetzter Offizier und zweitens… ich bin dein Vater, also marsch!“ Abgesehen von der Desorientierung, die die Szene auslöst – eigentlich müsste Mark im Gefängnis in Afrika sitzen, und sein Vater ist verschollen – lässt die Stimme im Interkom sofort ein Gesicht vor dem inneren Auge auftauchen; das von Matt Damon.

In dem Zweiteiler "Vorstoß zum Uranus" ist Simon Jäger ebenfalls zu hören.

In dem Zweiteiler „Vorstoß zum Uranus“ ist Simon Jäger ebenfalls zu hören.

Manuskriptautor und Regisseur von Weymarn: „Ich suchte für Peter Brandis eine Stimme, die schon ein gewisses Gewicht hat, die aber nicht nach jemandem über 50 klingt.“ Dabei erinnerte er sich an Simon Jäger, mit dem er bereits für das Hörspiel „Vorstoß zum Uranus“ (Frühjahr 2010) zusammengearbeitet hatte. In der „Uranus“-Folge spricht Jäger Sgt. Domenico Sini, ein Besatzungsmitglied der unglücklichen „Delta IX“, die auf einem Uranus-Mond strandet. „Im Nachhinein dachte ich mir damals, dass die Rolle für diesen Sprecher eigentlich zu klein war.“ Seit den Aufnahmen für die Brandis-CD #7 hatte von Weymarn aber die Kontaktdaten von Jäger aufbewahrt.

Simon Jäger, Jahrgang 1972, begann – wie er in einem audible-Interview erzählt – als Kinderdarsteller in Reihen wie „Löwenzahn“ oder „Ein Heim für Tiere“. „Ich bin von der Schule in so’n Kindercast gerutscht.“ Durch diese Arbeit sei er dann zum Synchronisieren gekommen. Blockbuster-Erfahrung bekam er dann schon 1989. Für Steven Spielbergs Abenteuer-Spektakel „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ synchronisierte er River Phoenix, der am Anfang des Films den jungen Indiana Jones spielt. Schon zwei Jahre vorher – 1987 – sprach er den damals jugendlichen Christian Bale in Spielbergs Drama „Das Reich der Sonne“.

Den Hollywood-Star Matt Damon sprach Simon Jäger erstmals 1997 in der John Grisham-Verfilmung „Der Regenmacher“; im gleichen Jahr wie Matthias Hinze, der Damon damals in „Good Will Hunting“ synchronisierte. Seit dem überraschenden und viel zu frühen Tod von Hinze im Jahr 2007 ist Simon Jäger endgültig zur deutschen Stammstimme des charismatischen Amerikaners. Zuletzt sprach er ihn in Christopher Nolans epischem Science-Fiction-Film „Interstellar“ und in George Clooneys „Monuments Men“. Weitere Hollywood-Größen, die das deutschsprachige Publikum mit der Stimme von Simon Jäger verbindet, sind Josh Hartnett, Heath Ledger (14 Einsätze bis zu Ledgers Tod im Jahr 2008) und Jet Li.

Regelmäßig sitzt Simon Jäger mit „Grischa Romen“ David Nathan auf der Bühne, mit dem er auch befreundet ist. Schon legendär sind ihre gemeinsamen „Prima Vista“-Lesungen. Die Regeln dieser Veranstaltung: „Ahnungslose Sprecher lesen das, was das Publikum ihnen mitbringt.“ Wer neugierig ist und viel lachen möchte …

Wolfgang Bahro als Kommissar Huygens
Eine sehr geheimnisvolle Figur ist im Hörspiel „Woran du glaubst…“ Kommissar Huygens. Er bietet den jungen Helden Mark Brandis (Daniel Claus), Alec Delaney (Sebastian Kluckert), Annika Melnikova (Friedel Morgenstern) und Robert Monnier (Sebastian Fitzner) seine Hilfe an, doch sie wissen nicht wirklich, ob sie ihm trauen können. Gesprochen wird Hoygens von dem 54-jährigen Schauspieler, Sprecher und „GZSZ“-Star Wolfgang Bahro.

Das spektakuläre Cover der neuen "Raumkadett"-Folge von Alex Preuss.

Das spektakuläre Cover der neuen „Raumkadett“-Folge von Alex Preuss.

Von Weymarn: „Er ist ein totaler Science-Fiction-Fan, und Hörspiele machen ihm großen Spaß. Da musste ich gar nicht lange argumentieren, um eine Zusage von ihm zu bekommen.“ Um sich gut auf die Sprachaufnahmen vorbereiten zu können, ließ sich Bahro seine Texte zuschicken. Von Weymarn über die Aufnahmen: „Es war spannend, mit jemandem zu arbeiten, der für eine Serie täglich vor der Kamera steht.“ Weil die „Raumkadett“-Produktion einen ganz anderen Rhythmus hat, als der Dreh einer „GZSZ“-Folge, musste er Bahro anfangs etwas bremsen. „Er war am zunächst deutlich zu schnell.“

Wie Bahros Internetseite www.wolfgangbahro.de zu entnehmen ist, spielt er die Rolle des Dr. Jo Gerner in der RTL-Seifenoper „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ schon seit Anfang der 1990er Jahre. „Ich selber hätte nie gedacht, dass die Serie so populär werden würde und mit ihr auch meine Rolle als Fiesling Dr. Gerner.“

Hörspiel- und Science-Fiction-Freunde kennen ihn unter anderem als Stimme von Ralph Common in den „Maritim“-Adaptionen der „Commander Perkins“-Romane zwischen 2002 und 2008. In diesen Hörspielen sind auch „Captain Picard“ Ernst Meincke als Randy Perkins und „Joaquin Phoenix“ Nicolas Böll als Major Peter Hoffmann zu hören.

Mit Freude outet sich Bahro auf seiner Seite auch als „Star Trek“-Fan. Auf einer der Conventions machte er für „RTL Exclusiv“ unter anderem ein Interview mit James Doohan (Scotty) und George Takei (Zulu).

Antje von der Ahe
Wie wandelbar sie als Sprecherin ist, stellt Antje von der Ahe in „Woran du glaubst…“ unter Beweis. Ihre Rolle der Marie Hamilton, die sie im Hörspiel „Planetaktion Z“ (erschienen Anfang des Jahres) spricht, ist ein sehr femininer Typ Frau. Josephine, genannt Joe, tritt sehr energisch auf, und man stellt sich die Frau eher in einem Kampfanzug, als in einem Kleid vor. Auf der Flucht vor unbekannten Angreifern steuert sie einen Jeep bei Nacht, strömendem Regen und unter schwerem Beschuss über eine Schlammpiste im Mau-Wald. Antje von der Ahe ist Jahrgang 1970 und lernte ihr Schauspielhandwerk auf der „Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch“.

Die Jeep-Szene
Die Aufnahmen für die Jeep-Szene im Mau-Wald war für die beteiligten Sprecher Daniel Claus, Sebastian Kluckert, Wolfgang Bahro und Antje von der Ahe eine ganz besondere Herausforderung. In der finalen Fassung sollten die Szene nämlich so klingen, als würden die Helden Mark, Alec, Huygens und Joe während der Fahrt über Schlamm, durch tiefe Pfützen und Schlaglöcher wild durchgeschüttelt. Darüber hinaus hat der Jeep kein Verdeck. Sie müssen also ihre Stimme erheben, um den Lärm zu übertönen. Von Weymarn: „Ich habe die Sprecher richtig ,arbeiten‘ lassen. Das heißt, sie haben auch die Stellen in Echtzeit mitgespielt, in denen sie nichts zu sagen hatten.“

Das Endergebnis hört sich nun tatsächlich so an, als könnten sich die vier Insassen des Jeeps nur mit Mühe festhalten. Unter anderem werden sie in ihren Sätzen immer wieder unterbrochen, weil der Jeep mit einem Reifen gerade in ein Loch donnert oder wegrutscht. Die blauen Flecken, die sich Mark, Alec, Huygens und Joe dabei holen, sind geradezu hörbar.

Das Staffelfinale
Woran du glaubst…“ sei nun das Ende der ersten „Raumkadett“-Staffel, erklärt der Regisseur. „Jetzt hoffen wir natürlich, dass die Serie verlängert wird.“ Für ihn seien die sechs Folgen, die seit Mai 2014 erschienen sind, wie eine „Ouverture“. „Mark denkt nun zu wissen, wie sich die Welt um ihn herum gestaltet.“ Doch vieles sei noch offen und biete ein Vielzahl von Möglichkeiten für weitere Geschichten. In der zweiten Staffel käme nun für den jungen Helden das Unerwartete.

Heliosphere 2265 und Mark Brandis
Unterdessen steht der Veröffentlichungs-Termin für die letzte Folge der Original-Mark-Brandis-Serie fest. „Pandora-Zwischenfall“ erscheint am Freitag, 24. Juli 2015. Wer sich die Wartezeit bis dahin verkürzen möchte, hat dazu Gelegenheit mit der dritten Folge der ebenfalls von INTERPLANAR produzierten Science-Fiction-Serie „Heliosphere 2265“. „Enthüllungen“ – einen Heliosphere 3-Trailer gibt es bei youtube – wird am Freitag, 29. Mai 2015, veröffentlicht.

Kategorie(n): Alles, Hintergrund, Making Of

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