Making of „Laurin“ – Das Manuskript / „Mark Brandis, Raumkadett“ geht in die zweite Staffel

(ez) – Der Konflikt mit den Republiken eskaliert, die Atmosphäre in der Raumfahrschule ist rauer geworden, und die Helden finden sich ganz unvermittelt auf einem Schlachtfeld wieder, von dem niemand weiß und das sie nicht mehr verlassen können. – Mit „Laurin“, dem Auftakt der zweiten Staffel von „Mark Brandis, Raumkadett“ betritt die Science-Fiction-Hörspielserie zum wiederholten Male Neuland; und die Geschichte wirft den Hörer mitten hinein ins Geschehen, denn seit dem Ende der vorangegangenen Folge „Woran du glaubst…“ ist einiges passiert.

SPOILER VORAUS!

Mitten ins Geschehen
Was ist mit Kim Pearby? Wie steht Mark Brandis noch zu ihr? Was ist mit der Raumfahrschule passiert, und warum werden die Raumkadetten ständig von einem Militärstützpunkt zum nächsten verlegt? Beim Schreiben der Geschichte von „Laurin“, der siebten Folge von „Mark Brandis, Raumkadett“ nahm Manuskript-Autor Balthasar von Weymarn ein Stilmittel vorweg, das ein Millionenpublikum gerade beim Film „Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht“ kennenlernt. Von einem bekannten Ausgangspunkt – die Folge „Woran du glaubst…“ – sprang er in die Zukunft und nimmt auf vorangegangene Ereignisse zunächst kaum Bezug. Vieles ist noch ein Geheimnis und erschließt sich dem Hörer erst nach und nach.

Das Cover der neuen Hörspielfolge "Laurin" zeigt zwei der MOB-Kampfmaschinen.

Das Cover der neuen Hörspielfolge „Laurin“ zeigt zwei der MOB-Kampfmaschinen.

Nur ein paar Dinge sind ziemlich schnell klar: Seit Folge 6 sind etwa zwei Jahre vergangen, und der Konflikt zwischen der neu gegründeten Union (EAAU) und den Republiken (VOR) hat sich verschärft. In Folge dessen haben die Militärs das Zepter in der Raumfahrtschule der VEGA übernommen. Aus der einst zivilen Einrichtung ist eine Art Militärakademie geworden.

In der Pause, die zwischen dem Ende der ersten und dem Start der zweiten Staffel von „Raumkadett“ entstand, dachten die beiden Hörspielmacher von Weymarn und Redeker von INTERPLANAR darüber nach, in welchen Schritten und in welcher Geschwindigkeit sich ihrer Serie entwickeln sollte. Von Weymarn: „Wir überlegten uns auch, wie lang unsere Hauptfiguren noch im Jugendlichen-Alter bleiben sollten und entschieden uns dann, einen größeren Schritt in die Zukunft zu tun und die bisher angedeuteten Krisen eskalieren zu lassen.“

Junge Männer im Krieg
Im Alter zwischen 18 und 19 finden sich Mark Brandis (Daniel Claus) und Alec Delaney (Sebastian Kluckert) ganz unerwartet im Brennpunkt des internationalen Konflikts zwischen Union und Republiken wieder. Um Baku, die Hauptstadt Aserbaidschans, tobt eine erbitterte Schlacht, denn auf die Metropole am Kaspischen Meer erheben beide Seiten Anspruch. „In solche Krisen und Konflikte werden vor allem junge Menschen hineingezogen, Menschen im Alter wie Mark und Alec, das haben wir in Europa inzwischen nur schon lange ausgeblendet“, sagt der Manuskript-Autor. Aus der Sicht von Mark und Alec greift er dieses Thema nun auf und betritt im Hörspielbereich Neuland. „Ich kenne keine Hörspielserie, die sich auf diese Weise mit dem Thema Krieg auseinandersetzt.“

Militärs testen High-Tech-Waffen
Während der Schlacht um Baku erleben Mark und Alec den Zynismus, der in militärischen Auseinandersetzungen auch im frühen 22. Jahrhundert noch vorherrscht. Sowohl das Militär der Union als auch die Truppen der Republiken nutzen die Kämpfe, um ihre neuesten High-Tech-Waffen zu erproben.

Die MOB-Kampfmaschinen, die in "Laurin" getestet werden, tauchen im Roman "Countdown für die Erde" auf. Unser Foto zeigt das Cover der Neuauflage beim Wurdack-Verlag.

Die MOB-Kampfmaschinen, die in „Laurin“ getestet werden, tauchen im Roman „Countdown für die Erde“ auf. Unser Foto zeigt das Cover der Neuauflage beim Wurdack-Verlag.

Die Union wirft zum Beispiel Zweierteams mit MOB-Kampfmaschinen in die Schlacht. Von der Existenz der MOBs wusste bisher niemand. Diese „Mobilen Operationsbasen“ tauchen in mehreren von Nikolai von Michalewskys Mark-Brandis-Romanen auf; in „Countdown für die Erde“ und in „Kurier zum Mars“. In der Mark-Brandis-Originalserie fand das Team von INTERPLANAR nie eine Gelegenheit, sie in einem Hörspiel unterzubringen. Nun müssen Mark und Alec sogar eines dieser metallenen Monster steuern. Die Gedanken-Verbindung, die dabei zwischen ihnen hergestellt wird, geht auf die Idee einer möglichen Zukunftstechnik zurück. Um die Kampfkraft zu erhöhen, gibt es die Vision, dass Waffen auf Gedankenbefehle reagieren. Damit würde die eigene Waffe bereits feuern, während der Gegner noch dabei ist, den Abzugsfinger zu bewegen. Craig Thomas griff diesen Gedanken schon 1977 in seinem Thriller „Firefox“ auf. (Clint Eastwood verfilmte den Roman 1982). In der MOB soll diese Technik die Kommunikation zwischen den Piloten vereinfachen und beschleunigen; eine Methode, die es so ähnlich auch in Guillermo del Toros Spektakel „Pacific Rim“ von 2013 gibt.

Die Truppen der Republiken setzen im Gegenzug Resonanzbomben ein. In dem Zweiteiler „Die Vollstrecker“ (2010) aus der Original-Serie – der chronologisch mehr als 20 Jahre später spielt – benutzen Terroristen eine solche Bombe, um einen Anschlag auf eine Interplanar-Raumstation zu verüben.

Auch der Folgentitel „Laurin“ bezieht sich auf eine der eingesetzten Waffen. Es ist eine Art Tarnschild. „Laurin heißt ein Zwergenkönig in einer Sage aus Südtirol, der eine Tarnkappe hat“, weiß von Weymarn. Darüber hinaus ist der Name eine Anspielung auf Roland Emmerichs Debüt-Film „Das Arche-Noah-Prinzip“ von 1984. In diesem Film wird von der Raumstation „Florida Arklab“ aus ein Gebiet auf der Erde mit Mikrowellen bestrahlt. Weil sich dort die Atmosphäre erhitzt, werden Beobachtungssatelliten blind und eine Invasion der Vereinigten Staaten in Saudi Arabien bleibt verborgen. Das Codewort für die Bestrahlung: „Laurin“.

„Für Waffenhersteller sind Kriege natürlich phantastisch“, gibt von Weymarn ein zynisches Gesetz vieler Konflikte wieder. „Staaten bestellen ständig Waffen nach, und die Hersteller testen neue Technologien unter Einsatzbedingungen.“ So geschehen zum Beispiel bei den Atombomben-Abwürfen über Hiroshima und Nagasaki. Von Weymarn: „Um die neugewonnene Macht zu demonstrieren, hätte es genügt, eine Bombe über einem unbewohnten Gebiet abzuwerfen und japanische Generäle vorab zu informieren, aber die Militärs und Wissenschaftler wollten Langzeitstudien zur Verstrahlung.“ Der Krieg ermöglichte ihnen etwas, das ihnen in Friedenszeiten unmöglich gewesen wäre: Die Bomben fielen über zwei japanischen Städten und löschten hunderttausende Menschenleben aus.

Mark ist erwachsener geworden
Für die Entwicklung der zweiten Staffel von „Mark Brandis, Raumkadett“ bekam das Team von INTERPLANAR vom Label „Folgenreich“ keine inhaltlichen Vorgaben, worüber sich von Weymarn und Redeker freuten. Die Ereignisse in „Laurin“ sind die konsequente Weiterentwicklung der ersten Staffel. Viele Themen, um die es hier geht, sind in den Folgen 1 bis 6 schon angelegt. Weitere Themen in der neuen Folge sind wichtige Schritte, um den Bogen zum Beginn der Original-Serie zu schlagen.

Durch die Erfahrungen, die er seit dem Beginn der Serie gemacht hat, hat sich Mark Brandis verändert. Aus dem teils unbedarften Jugendlichen, der in den Folgen 1 bis 6 von den Ereignissen häufig überrollt und getrieben wurde, ist ein junger Erwachsener geworden, der tougher und zielstrebiger auftritt. Von Weymarn: „Es geht darum, wie Mark Brandis die Führungsqualitäten gewinnt, über die er in der Original-Serie verfügt.“

Es geht in den Weltraum
Gleich am Anfang der Geschichte wird ein Traum wahr, den Mark zusammen mit dem Publikum seit Beginn der Serie geträumt hat. Es geht in den Weltraum. Von Weymarn: „Das wäre am Anfang seiner Ausbildung an der Raumfahrtschule noch sehr unglaubwürdig gewesen, aber jetzt ist er soweit.“ Die Erfahrungen, die Mark dort macht, sind aber andere, als er erwartet…

 

Das Hörspiel „Laurin“ der Serie „Mark Brandis, Raumkadett“ erscheint am Freitag, 15. Januar 2016 im Handel.

Kategorie(n): Alles, Hintergrund, Making Of, Raumkadett

3 Antworten auf Making of „Laurin“ – Das Manuskript / „Mark Brandis, Raumkadett“ geht in die zweite Staffel

    Marcus Lelle sagt:

    Ich freue mich schon wie dolle auf die neuen Folgen.
    Endlich ist es am Freitag so weit…!!!

    Gruß
    Marcus

  1. Klingt alles sehr vielversprechend. ich freu mich drauf. Die neue Folge wird gleich am Wochenende gehört.

    Jürgen Vorreiter sagt:

    Hammer! Nach der Beschreibung muss es ja reichlich spannend sein. Dazu der Ausblick, dass die Ereignisse während der übersprungenen Zeit Mark und Kommilitonen einholt. Samstag wird die CD gekauft.