Making of „Laurin“ – Die Sprecher und die Sprachaufnahmen

(ez) – Seit der Folge „Woran du glaubst…“ sind für die Helden der Hörspielserie „Mark Brandis, Raumkadett“ rund zwei Jahre vergangen. Der junge Mark Brandis ist in dieser Zeit entschlossener und zielstrebiger geworden. Daniel Claus, der ihm auch im neuen Hörspiel „Laurin“ seine Stimme leiht, macht das durch seine Sprechweise deutlich. Zu den Sprechern, die erstmals in „Raumkadett“ zu hören sind, gehören Debora Weigert und Christin Marquitan. Mit beiden arbeitet das Team von INTERPLANAR auch bei der Produktion der Science-Fiction-Serie „Heliosphere 2265“ zusammen. Ebenfalls mit an Bord ist Tilmar Kuhn in der Rolle von Marks Stiefvater Leonard West. Die Sprachaufnahmen für „Laurin“ entstanden zum Großteil im Studio „Sound of Snow“ in Berlin.

 

Mark klingt erwachsener
Das Publikum bekommt in der neuen „Raumkadett“-Folge „Laurin“ einen jungen Mark Brandis zu hören, wie man ihn bisher noch nicht kannte. Er wirkt energischer und lässt auch mal eine bissige Bemerkung fallen. Abgesehen von der Vortitelsequenz, wo er die Kontrolle verliert, wirkt er ein stückweit abgebrüht. Der Wandel von Mark Brandis wird allerdings weniger durch das, WAS er sagt, untermauert, sondern WIE er es sagt.

So sieht der junge Mark Brandis aus. Der 20-jährige Sprecher Daniel Claus in einer Pause während der Sprachaufnahmen. (Foto: B. v. Weymarn)

So sieht der junge Mark Brandis aus. Der 22-jährige Sprecher Daniel Claus in einer Pause während der Sprachaufnahmen. (Foto: B. v. Weymarn)

Bei den Sprachaufnahmen instruierte Regisseur Balthasar von Weymarn Mark-Brandis-Sprecher Daniel Claus entsprechend. „Ich habe ihm gesagt, dass Mark inzwischen älter und erfahrener ist und er ruhig in tieferen Registern sprechen soll.“ Es wird deutlich, wie wandelbar der 22-jährige Sprecher mit seiner Stimme umgehen kann. In der großen Hörspielproduktion „Ender’s Game“ besetzte ihn von Weymarn in der Rolle des besonnenen Dink Meeker. Als Claus in „Aufbruch zu den Sternen“ zur Stimme des jungen Mark Brandis wurde, war dieser am Anfang gerade mal 13 Jahre alt. Inzwischen ist der Held zwischen 18 und 19 Jahren, und damit nur noch ein paar Jahre jünger als Claus selbst. Und Claus‘ Stimme „wächst“ mit Mark mit.

 

Christin Marquitan als harte Soldatin
Wandlungsfähigkeit beweist auch Christin Marquitan, deren Stimme das Kinopublikum im deutschsprachigen Raum mit Salma Hayek (zuletzt in „Das Märchen der Märchen“) und Famke Janssen (zum Beispiel in den „X-Men“-Filmen) verbindet. In der Hörspielserie „Heliosphere 2265“ ist sie als Commander Noriko Ishida zu hören, die Stellvertreterin des „Hyperion“-Captains Jayden Cross. Ishida ist eine Führungspersönlichkeit, untermauert ihre Autorität aber nicht durch Lautstärke. In „Laurin“ ist sie nun als Captain Liviik zu hören, für die Fragen oder Widerworte auf Befehle ein rotes Tuch sind. Von Weymarn beschreibt sie als kaltschnäuzigen Militärtyp. „Bei den Aufnahmen erklärte ich ihr, wie es klingen soll. In ihrer Stimme sollte sie die Empathie-Element völlig ausschalten.“ Ein ausführliches Interview mit Christin Marquitan gibt es im Booklet der „Heliosphere 2265“-Folge 4, „Das Gesicht des Verrats“.

Debora Weigert als Captain Kärema
Ein ganz anderer Typ Mensch ist Captain Kärema, gesprochen von Debora Weigert. Kärema fliegt den Frachter, den Mark und Alec auf dem Weg nach Baku Geleitschutz geben sollen. Von Weymarn: „Kärema ist keine Militärpilotin und sollte daher nicht allzu zackig sprechen.“ In der Serie „Heliosphere 2265“ ist Weigert seit der ersten Folge „Das dunkle Fragment“ in einer wiederkehrenden Rolle zu hören. Sie spricht Lieutenant-Commander Guilia Lorencia, die Ingenieurin der „Hyperion“. Balthasar von Weymarn lernte die Berlinerin im „Lauscherlounge“-Studio in Berlin kennen. Als Synchronsprecherin leiht sie unter anderem Elizabeth Banks (u.a. in den „Spider-Man“-Filmen von Sam Raimi) ihre Stimme.

 

Tilmar Kuhn spricht Leonard West
Erstmals tritt in „Laurin“ Marks Stiefvater Leonard West auf, von dem bisher immer nur gesprochen wurde. Marks Verhältnis zu ihm ist angespannt. Von Weymarn: „In den Mark-Brandis-Romanen von Nikolai von Michalewsky steht über ihn so gut wie nichts.“ In dem Buch „Die lautlose Bombe“ (die Hörspiel-Adaption erschien im Sommer 2012) wird nur klar, dass Brandis einen Halbbruder namens Jonathan West hat. Darüber hinaus ist bekannt, dass Marks Vater seit einem Grenzkonflikt als verschollen gilt. Dies ist ein zentrales Motiv der „Raumkadett“-Folgen „Der Aladin-Schachzug“ und „Woran du glaubst…“: „Dieses Spannungsfeld, in dem Mark steckt, finde ich interessant. Er nimmt es seiner Mutter übel, dass sie wieder geheiratet hat, weil sie damit seinen Vater quasi aufgegeben hat. Und das überträgt er auf West, den er ablehnt.“ In „Laurin“ lernt das Publikum West nun als hochrangigen Militär-Angehörigen kennen. „Wir lassen ihn gegenüber Mark sehr verbindlich auftreten, was aber bei diesem auf eine Blockade stößt. Die beiden wissen nicht, was sie miteinander reden sollen.“

"Raumkadett"-Autor von Weymarn. (Foto: Eric Zerm)

„Raumkadett“-Autor von Weymarn. (Foto: Eric Zerm)

Sprecher Tilmar Kuhn wurde von Weymarn von Debora Weigert empfohlen. „Ich hörte mir Sprach-Samples von ihm an und überlegte dann, in welcher Rolle er gut passen würde.“ Die Rolle des Leonard West und das angespannte Verhältnis zu Mark „spielt er sehr gut“.

Wer das Hörspiel gehört hat, wird feststellen, dass West ein Geheimnis umgibt. Seine Motive, Mark einen hochentwickelten Peilsender zu übergeben, bleiben im Dunkeln.

Alexander Münster kommt wieder
Schon aufgenommen hat von Weymarn eine weitere Szene mit Thomas Nero Wolff als Raumfahrt-Legende Alexander Münster. Dieser hat in der ersten „Raumkadett“-Folge „Aufbruch zu den Sternen“ einen kurzen Auftritt und ist eines der großen Idole von Mark. Er inspirierte ihn, so dass er sich vornahm, Astronaut zu werden. In der „Raumkadett“-Folge 12, deren Titel bisher noch nicht bekannt ist, wird Münster wieder zu hören sein. Von Weymarn: „Als bei ,Heliosphere‘ klar wurde, dass Thomas Nero Wolff als Admiral Michalew nach Folge 4 nicht mehr dabei sein wird, habe ich schon die komplette Szene mit ihm für die ,Raumkadett‘-Folge 12 geschrieben. So konnte Wolf, als wir ihn im Studio hatten, die Szene gleich aufnehmen. Ihn später nur für eine Szene ins Studio zu holen, wäre unwirtschaftlich gewesen.“

Abgesehen von dieser einen Szene gibt es von den Folgen 9 bis 12 bisher nur Notizen zum Inhalt. Die Produktion von Folge 8 läuft aber bereits auf Hochtouren. Ihr Titel: „Mondschatten“.

 

Das Hörspiel „Laurin“ der Serie „Mark Brandis, Raumkadett“ ist seit Freitag, 15. Januar 2016, im Handel erhältlich.

Kategorie(n): Alles, Hintergrund, Making Of

3 Antworten auf Making of „Laurin“ – Die Sprecher und die Sprachaufnahmen

  1. Sagt Mark nicht Onkel Richard, als er sich mit seinem Stiefvater unterhält? Oder hab ich mich da verhört…?

    INTERPLANAR sagt:

    Sagt er. Aber laut Booklet heißt der Stiefvater ja auch „Leonard R. West“. Warum der junge Mark den Zweitnamen benutzt, kommt vielleicht in einer der weiteren Folgen.

  2. Ok, verstehe. Ich hab nur den MP3-Download und nicht die CD.
    Vielen Dank für die Aufklärung Smilie: :-)