„Heliosphere 2265“ geht in die Zyklus-Halbzeit – Im Gespräch mit Autor Andreas Suchanek

(ez) – „Die Bürde des Captains“ heißt die sechste Folge der Hörspielserie „Heliosphere 2265“, die am Freitag, 13. Mai 2016, erschienen ist. Andreas Suchanek, der Erfinder und Autor der zugrundeliegenden E-Book-Serie, nahm sich die Zeit für ein Interview mit Blog-Schreiber Eric Zerm, tauchte tief ein ins „Heliosphere“-Universum und sprach auch über andere Projekte wie „Ein M.O.R.D.S-Team“ und „Die Chroniken der Seelenwächter“.

Eric Zerm: Hallo Andreas, mit „Die Bürde des Captains“ erscheint die sechste Folge der Hörspiel-Serie „Heliosphere 2265“. Schon in den bisherigen fünf Folgen hat sich das „Heliosphere“-Universum radikal verändert. Worauf müssen sich die Hörer denn zur Zyklus-Halbzeit einstellen?

Das Cover der neuen "Heliosphere 2265"-Folge "Die Bürde des Captains", gestaltet von Arndt Drechsler. Foto: Greenlight Press

Das Cover der neuen „Heliosphere 2265“-Folge „Die Bürde des Captains“, gestaltet von Arndt Drechsler. Foto: Greenlight Press

Andreas Suchanek: Die Zyklushalbzeit ist in all meinen Serien in jedem Zyklus immer ein großes Event. Der Status Quo wird durchbrochen und das gesamte Universum auf den Kopf gestellt. Im Fall von „Die Bürde des Captains“ wirken sich all die Entwicklungen aus, die in den Folgen 1-5 ihren Anfang nahmen.
Für den Diktator auf der Erde hat Cross als Galionsfigur im Spiel um die Macht ausgedient. Bereits am Ende von Folge 5 wird klar: Cross soll ebenso beseitigt werden wie Tess Kensington. Doch dann kommt alles ganz anders. Schlimmer. Am Ende der Folge wartet ein Multi-Cliffhanger, der zahlreiche Figuren in Lebensgefahr zurück lässt.

E.Z.: Haben die Hörspiele des Teams von INTERPLANAR Deine eigene Sicht auf Deine E-Book-Serie verändert?

A.S.: Die Sicht auf meine E-Books eigentlich nicht, allerdings auf die Charaktere. Vorher hatten diese alle zwar bereits ein klares Profil, ihr Äußeres und eine Vorgeschichte, doch keine Stimme. Das ist jetzt anders. Die tollen Sprecher, die den Figuren Leben einhauchen, haben sich bei mir gedanklich festgesetzt.

E.Z.: Wie stark bist Du in die Produktion eingebunden?

A.S.: Ich liefere das mit Markierungen versehene Skript an Balthasar von Weymarn. Er erstellt auf dieser Grundlage die Hörspielmanuskripte, über die ich dann erneut schaue. So fallen – hoffentlich – die gemeinen kleinen Fehler auf, die sich hier und da einschleichen. Das Hörspielskript von Folge 4 habe ich tatsächlich sogar vollständig selbst geschrieben, was mein erstes „Drehbuch“ war. Balthasar hat dann seinerseits auf Dinge geachtet, die ich als Romanautor nicht gewohnt war und anpassen musste.
Bei der kommenden Produktionsstaffel bin ich allerdings nur noch Testleser, da ich aufgrund des hohen aktuellen Arbeitspensums kein Hörspielmanuskript mehr schreiben kann.

E.Z.: Gibt es große Unterschiede zwischen den Romanen und den Hörspielen?

Andreas Suchanek bei der Arbeit. Foto: Eric Zerm

Andreas Suchanek bei der Arbeit. Foto: Eric Zerm

A.S.: Durchaus. Anfangs hielt sich das noch in Grenzen, doch es wird zunehmend mehr. Beim sechsten Hörspiel ist das gesamte erste Drittel des Romans der Schere zum Opfer gefallen. Auch viele der kleineren Handlungsstränge oder inneren Entwicklungen kommen beim Hörspiel nicht durch. Schlüsselszenen müssen oft adaptiert werden, also anders ablaufen, um dem Hörer die Informationen zugänglich zu machen.

E.Z.: Wir es nach der sechsten Folge wieder eine längere Hörspiel-Pause geben, oder geht es direkt weiter?

A.S.: Wir haben keine längere Pause als die üblichen drei Monate geplant. Allerdings kann es durchaus vorkommen, dass gerade beim Übergang zwischen den Produktionsstaffeln eine Verzögerung hinzukommt. Mal dauert es etwas länger, bis die Sprecher alle zusammengekommen sind, mal verzögert sich das Manuskript. Aber sobald ich hier ein genaues Datum habe, wird das in den Sozialen Medien, dem Verlagsnewsletter und der App kommuniziert.

E.Z.: Bei den Romanen hast Du zwischenzeitlich Folge 36 erreicht. Wie weit reicht Deine Planung bisher voraus?

A.S.: Die Planung erstreckt sich mittlerweile detailliert bis zu Band 50. Grob stehen auch schon die Ereignisse nach dem Großzyklus (nach Band 50) fest.

E.Z.: Mit „Heliosphere 2265: Das Marsprojekt“ schreibst Du zur Zeit auch eine sechsteilige Spin-Off-Serie. Wann und wo ist diese Miniserie denn angesiedelt?

Andreas Suchanek zeigt eine Printausgabe der ersten "Heliosphere"-Folge und die Hörspieladaption. Foto: Eric Zerm

Andreas Suchanek zeigt eine Printausgabe der ersten „Heliosphere“-Folge und die Hörspieladaption. Foto: Eric Zerm

A.S.: Die Miniserie stellt eine beliebte Figur aus der Mutterserie, Kristen „Kirby“ Belflair, in den Mittelpunkt. Am Ende von Band 24 der Hauptserie geschieht etwas, das für die Crew eines Liberty-Kreuzers ein eigenes Abenteuer einleitet. Dieses läuft dann parallel zum dritten Zyklus der Mutterserie (Bände 25-36). Ab Band 37 wird die Crew wieder in die Hauptserie eingegliedert.

E.Z.: Gibt es Überschneidungen mit der Hauptserie?

A.S.: Ja, die gibt es. Beim „Marsprojekt“ gibt es beispielsweise zahlreiche Rückblicke, in denen die Vorgeschichte der Figuren erzählt wird. Hier tauchen zahlreiche „Gastfiguren“ aus der Hauptserie auf. Neue Figuren finden ihren Weg umgekehrt auch vom SpinOff in die Mutterserie. An einem Punkt gibt es sogar eine direkte Verbindung, quasi ein Crossover.

E.Z.: Worum geht es?

A.S.: Wie der Titel es ja schon anteasert hat die Handlung etwas mit dem Mars zu tun. Im Zentrum steht eine Diktatur, die in der Serienhistorie eine Rolle spielt. Wie immer gibt es aber die eine oder andere Überraschung, die hoffentlich niemand kommen sieht.

E.Z.: Neben diesen beiden Serien, den Hörspielen und der Leitung Deines Verlags „Greenlight Press“ schreibst Du auch noch eine weitere Serie: „Ein M.O.R.D.S-Team“. Wann schläfst Du eigentlich?

A.S.: Das klappt glücklicherweise noch ziemlich gut und findet auch regelmäßig statt. Allerdings ist es ein heftiges Pensum.

E.Z.: „Heliosphere 2265“ ist eine Space-Opera, „M.O.R.D.S-Team“ ein Krimi. Wie ist es, sich in zwei so unterschiedlichen Genres zu bewegen?

A.S.: Es macht Spaß und sorgt für den benötigten Ausgleich. Gerade diese Abwechslung tut gut und sorgt dafür, dass ich immer wieder einen frischen Blick auf die beiden Serien bekomme. Das Schreiben kann dadurch nicht zur Fließbandarbeit werden.

E.Z.: Zur Zeit laufen die Vorbereitungen für ein weiteres Hörspielprojekt. Die Adaption von Nicole Böhms Serie „Die Chroniken der Seelenwächter“, die ebenfalls bei „Greenlight Press“ erscheint. Wie weit seid ihr denn?

A.S.: Balthasar von Weymarn arbeitet aktuell an den Hörspielmanuskripten. Sobald diese fertiggestellt sind, beginnen die Aufnahmen. Ein wenig wird es aber noch dauern.

E.Z.: Verrätst Du schon etwas über die Sprecher-Besetzung?

A.S.: Dazu kann ich bisher noch nichts sagen. Wir haben da zwar schon ein paar große Namen, aber solange die Aufnahmen nicht durch sind, kann alles passieren. Daher halten wir uns mit Neuigkeiten noch alle zurück. Was gar nicht so leicht ist, das kann ich Dir versichern. Große Neuigkeiten wollen nämlich raus.

E.Z.: Jochim Redeker und Balthasar von Weymarn von INTERPLANAR haben mit ihrer eigenen Serie „Mark Brandis, Raumkadett“ und „Heliosphere 2265“ schon eine Menge zu tun. Mit „Die Chroniken der Seelenwächter“ betreten sie jetzt auch noch ein neues Genre, die Fantasy. War es schwer, sie auch für die „Seelenwächter“ zu gewinnen?

A.S.: Nein, das war es glücklicherweise nicht. Den beiden scheint die Zusammenarbeit mit der „Greenlight Press“ Spaß zu machen, was mich sehr freut. Zu Details musst Du sie allerdings selbst befragen. Mittlerweile ist es natürlich ein ordentliches Pensum. Aber hey, ich hoffe, dass noch weitere Hörspielumsetzungen folgen werden. Das hängt natürlich vom Langzeiterfolg von „Heliosphere 2265“ und „Die Chroniken der Seelenwächer“ ab.

E.Z.: Was sagt denn „Seelenwächter“-Autorin Nicole Böhm zu dem Hörspiel-Projekt?

A.S.: Ha! Ich glaube es gibt keinen Autor, der bei so etwas keine Luftsprünge macht. Für das eigene literarische Baby eine hochwertige Audio-Umsetzung zu bekommen, lässt den Puls schneller schlagen. Nicole war und ist ziemlich begeistert. Sie ist auch direkt in die Auswahl der Sprecher eingebunden.

E.Z.: Gibt es schon ein Datum für die Hörspiel-Premiere der „Seelenwächter“?

A.S.: Leider gibt es das noch nicht. Wir haben den Sommer angepeilt, der uns ja noch vollständig bevorsteht. Aber wie immer gilt: Sobald wir hier ein Datum haben, wird es über alle Plattformen kommuniziert.

E.Z.: Danke für das Interview, Andreas. Ich wünsche Dir weiterhin viel Kreativität, Begeisterung und Energie für Deine Serien.

Die Bürde des Captains“ ist die sechste Folge der Hörspielserie „Heliosphere 2265“ und wurde am Freitag, 13. Mai 2016, veröffentlicht.

Kategorie(n): Alles, Hintergrund, Making Of, Neu-VÖ

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