Hörspatz (5. November 2011)
[...] Eine superspannende, politische Story wird hier erzählt, die einmal mehr beweist, dass "Mark Brandis" keineswegs "nur" simple Sience Fiction ist, die man eben mal so nebenher konsumiert. Topaktuell sind die Themen, mit denen sich Autor Nikolai v. Michalewsky bereits in den Siebzigerjahren befasst hat, und die bis heute nichts von ihrer Eindringlichkeit und Wichtigkeit verloren haben. Es geht um Atommüllendlager (in einem Vulkan im armen Afrika!) und die Verantwortungslosigkeit der Generation der Mächtigen, die solche absurden politischen Entscheidungen gefällt hat - ebenso wie um die Einteilung der Menschheit in lebenswerte und nicht lebenswerte Existenzen. Ganz starker Tobak also, der uns alle angeht.

Die sehr guten Sprecherleistungen werden dieses Mal leider etwas getrübt von Dorothea Anna Hagena, die es nicht schafft, die verunglückte und völlig verzweifelte Ruth realistisch zu verkörpern (Folge 17). Gleiches gilt leider für Ulrike Kapfer alias Iris Monneér, die nicht so angespannt klingt, dass man ihr die Rolle in allen Momenten abnimmt (ebenfalls Folge 17). Schade, denn der Rest der Riege - von Michael Lott über Claudia Urbschat-Mingues und Marion von Stengel bei den Frauen bis hin zu David Nathan, Oliver Rohrbeck und Jan Spitzer in den männlichen Parts spielt begeisternswert und mitreißend wie eh und je.

Die Sounds und Musikeinspielungen sind einmal mehr bombenstark und die Atmosphäre zum Schneiden - absolut erstklassig und wohl mit Abstand eine der besten Klangkulissen, die es momentan in Hörspielen - quer durch alle Genres - zu hören gibt. Allein schon hierfür hat sich die Serie ein Mega-Lob verdient - das hat Hollywood-Charakter und ist einfach top! Auch die Cover sind wieder hervorragend illustriert und runden die nahezu perfekte Produktion sehenswert ab.

Fazit: Mit "Alarm für die Erde" wird ganz starker Tobak im "Mark-Brandis-Universum" geboten - hochdramatisch, aber mit versöhnlichem Abschluss gehört diese Doppelfolge mit minimalen Abstrichen zum Besten der Referenz-Serie bislang - Hörtipp!

Stephanie Pelzer-Bartosch

FFM-Rock (27. November 2011):
[...] Das teilweise offene Ende von „Operation Sonnenfracht“ sei hiermit verziehen, schließt doch der Zweiteiler „Alarm für die Erde“ nahtlos an die voran gegangene Folge an, klärt offene Fragen und entfaltet die angeschnittene Geschichte weiter. Apropos Geschichte. Diese ist wieder einmal vielschichtig und wunderbar abwechslungsreich, ohne sich in Banalitäten oder Geplänkel zu verrennen. So bietet man inhaltliche Abwechslung, entfaltet weiterhin ein starkes Charkterdesign der Hauptcharaktere und lässt wie für die Serie gewohnt viele menschliche Tragödien aus dem Umfeld von Commander Mark Brandis mit in dessen Leben einfließen. All diese haben wie gewohnt großen Einfluss auf Handlung und emotionale Entscheidungen der sehr symphatischen Crew. Was wäre Mark Brandis ohne seine tollen Sprecher. Sicherlich nur halb so gut. Michael Lott in Höchstform unterstützt von einem mehr als hochwertigen Sprechercast vermittelt Glaubwürdigkeit bis ins kleinste Detail. Gerade auf zwischenmenschlicher Ebene wird hier wieder einiges an superben Leistungen aus den Sprechern heraus gekitzelt. Das zweite Standbein und fast schon Erfolgsgarant der Serie das fulminante und hyperreale Sounddesign kann auch hier in Gänze glänzen und vollauf überzeugen. Äußerst, durch die Story vorgegeben, abwechslungsreich und ungemein vielfältig, erwachen sämtliche Szenen zu filmreifem Leben. Dabei völlig sauber und glaubhaft untermalt als stände man in persona daneben. Sauber kann ich nur sagen und es zeigt sich ein weiteres mal, um welch Ausnahme-Reihe es sich in diesem Genre doch handelt. Wenige, aber sehr stimmungsvolle Musikscores bilden das I-Tüpfelchen. Mehr gibt’s es auch kaum zu sagen. 

Fazit: Eine blitzsaubere Produktion, eine vorbildliche Regie, eine erlesenes Dialogbuch und einen  Rahmenhandlung, die Abwechslung, Atmosphäre, Spannung und große Unterhaltung miteinander vereint. Ein weitere Zweiteiler, den ich wieder einmal uneingeschränkt empfehlen darf.

Martin Bothmann

Hörspielhölle (2. November 2011):
17: [...] Der nächste Zweiteiler bzw. dieses Abenteuer Mark Brandis´ wurde bereits in der vorherigen Folge angedeutet. Wie dem auch sei, hier wird eine Stunde lang durchaus temporeiche Unterhaltung geboten, die nicht nur für SF-Fans interessant sein dürfte. Politische Verwicklungen, Intrigen, durchaus auch eine gute Portion Action, Drama und vieles mehr, inhaltlich gibt es hier herzlich wenig zu beanstanden und man merkt kaum bis gar nicht, dass es sich hier um den Auftakt eines Zweiteiler handelt, dafür wird direkt von Anfang an auf das Gaspedal getreten. Inhaltlich wird hier jedenfalls einmal mehr alles richtig gemacht, eine interessante Story, die sich nicht unbedingt in eine Genre-Schublade pressen lässt, die Bearbeitung ist klasse, knackig und kurzweilig, eine gute Grundlage für ein unterhaltsames Hörspiel.
Sprechertechnisch ist die Folge meiner Meinung nach nur solide, denn trotz zahlreicher bekannter Sprecherinnen und Sprecher gibt es hier für meinen Geschmack ein paar Aussetzer, die sich die Macher hätten sparen können. Anfänglich klingt mir Ruth O´Hara bei ihrem Hilferuf nicht angeschlagen genug, sie klingt eher so, als wäre sie nicht ganz nüchtern. Dann passt die Betonung bei "vom Gürtel gefallen" meiner Meinung nach nicht. Ulrike Kapfers Auftritt hat mir auch nicht zugesagt, stellenweise klingt sie etwas vernuschelt, was wohl flapsig und locker wirken sollen, auf mich aber eher verkrampft wirkt, dazu kommt sie ein wenig hölzern rüber. Eine einheitliche Aussprache des Namens Kitahoshi hätte mir auch eher zugesagt, da wollte man sich aber nicht so ganz einig werden. Wie dem auch sei, das mag den Otto-Normal-Hörer kaum stören, wenn es ihm überhaupt auffällt, mich haben diese Kleinigkeiten aber in der Summe gestört. Alles in allem kann man diesen Bereich aber immer noch als brauchbar durchwinken, denn dafür sorgen dann letztendlich doch einmal mehr die zahlreichen prominenten Stimmen. Michael Lott liefert eine wie immer sehr starke und erstklassige Leistung ab, manchmal glaube ich, dass der Mann auch gar nicht anders kann und vor allem mit seiner Rolle als Mark Brandis verschmolzen ist. Auch über seine Kolleginnen und Kollegen wie zum Beispiel Claudia Urbschat-Mingues, Marion von Stengel, Oliver Rohrbeck, Jan Spitzer, David Nathan, Uve Teschner, Holger Umbreit und einige mehr stellen hier ihr Können unter Beweis und so kriegt der Bereich dann doch noch die Kurve [...] Bis auf die kleinen Macken im sprechertechnischen Bereich ein gutes Hörspiel, auch wenn die Jungs von Interplanar mehr können. Vielleicht bietet die nächste Folge wieder das handwerkliche Niveau, das man sonst von dieser Serie kennt.

18: [...] Der zweite Teil dieses Zweiteilers legt inhaltlich zu und präsentiert sich noch actionreicher und packender, als es bei der vorherigen Folge der Fall ist. Vor allem gegen Ende werden alle Register gezogen und es wird ein dramatisches Finale geboten, doch es geht hier nicht nur um Action und Science Fiction im eigentlichen Sinne sucht man hier im Prinzip auch vergeblich, doch Fans der Serie dürfte das nicht mal ansatzweise stören. Diese ist nämlich dafür bekannt, dass sie sich nicht strikt in die SF-Schublade packen lässt und gerne auch mal eine ordentliche Portion Drama, Politik und Co. zu bieten hat. Diese Mischung und die sehr gute Bearbeitung sorgen dafür, dass auch diesmal wieder 52 Minuten lang kurzweilige, spannende und futuristische Unterhaltung geboten werden.
Diesmal stimmen auch die Sprecherleistungen wieder durch die Bank weg, Aussetzer sind mir keine untergekommen. Michael Lott ist auch diesmal wieder das Maß aller Dinge und seine Performance ist absolut mitreißend und glaubwürdig. Ihm stehen ebenfalls sehr talentierte Kolleginnen und Kollegen zur Seite, denen man ihr Handwerk auch nicht mehr erklären muss. Claudia Urbschat-Mingues, Dorothea Hagena, Marion von Stengel, David Nathan, Martin Kessler, Uve Teschner, Jan Spitzer, Gerhart Hinze und einige mehr, da brennt nichts an und in dieser Hinsicht trumpft das Hörspiel jedenfalls groß auf.
Das tut es auch in Sachen Untermalung, vor allem gegen Ende wird großes Soundkino geboten, das Finale ist wirklich grandios inszeniert worden, da bleiben keine Wünsche offen. Die Musiken bedienen die verschiedenen Szenen bestens, die Geräuschkulisse kann sich auch ohne Beanstandungen hören lassen, einmal mehr wurde in diesem Bereich alles richtig gemacht.
Ein gelungener Zweiteiler, der den Fans der Serie sowieso wieder bestens gefallen dürfte, SF-Freunde dürften ebenfalls auf ihre Kosten kommen und hier beweisen die Jungs von Interplanar einmal mehr, warum Mark Brandis eine der besten Hörspielserien ist, die aktuell veröffentlicht wird.

Patrick Holtheuer

Tofu Nerdpunk (4. November 2011):
[...] Die Katastrophe nimmt ihren Lauf und die Art wie die Handlung beschrieben wird und wie die Figuren handeln wirkt sehr realitätsnah. Besonders die politischen Auswirkungen der Katastrophe die nur indirekt von der Katastrophe betroffen sind, durch die Flüchtlinge die zu ihnen gebracht werden sind spannend mit anzuhören und voll mit schrecklichen Dingen, die gar nicht mal weit hergeholt sind. Wenn man von den Raumschiffen absieht bekommt man einen politisch angehauchten Katastrophen Thriller, etwas das ich gerne öfter in Hörspielform hören würde.

Selbstverständlich kann sich auch die Liste der Sprecher sehen lassen. Michael Lott ist klasse. David Nathan, Dorothea Anna Hagena, Marion von Stengel, Martin Kessler, Oliver Rohrbeck sind nicht minder gut. Auch die Geräuschkulisse und die musikalische Untermalung sind wieder exzellent gewählt und ebenso gut eingesetzt worden. Marks Gedanken werden zum ersten mal auf eine ziemlich ungewöhnliche Weise dargestellt, die auch gut zu Sigmund Freud passen würde.

Abermals eine sehr gute Folge, der einzige Kritikpunkt ist für mich das ein paar der ganz kleinen Rollen mich nicht ganz überzeugt haben, wie zum Beispiel Meylan Chao als Nanami Kitahoshi, die ich schon als Synchronsprecherin in [Rec] nicht so toll fand.!

Fazit: 9,2 von 10 schlechte Tagen.  

El Tofu

Zauberspiegel (11. Dezember 2011):
[...] Mark Brandis bietet uns wieder einen waschechten Zweiteiler. Was verkaufstechnisch als 2 CDs verkauft wird, ist nichts weiter als eine einzige Geschichte, vermutlich an einem Stück produziert. Bei Teil 1 wird nicht mal eine Rückschau gehalten oder mit neu einsetzender Titelmusik eine Art Trennmarke gezogen. Und mit 105 Minuten hätte das Hörspiel als 2 CD-Schuber herhalten können. So aber ist die Geschichte ungerecht aufgeteilt. Zwei Hörspiele also, die sich jeweils preislich auch als Einzelhörspiele präsentieren, wären im Schuber oder Doppelpack vielleicht weniger gewinnbringend gewesen. Aber so wird MARK BRANDIS bereits seit Beginn vermarktet, und das hat auch sein Gutes. Denn letztlich hat man sich an diese Zweiteiler gewöhnt, und mit 18 Folgen liefert man somit nun erst 12 Geschichten. Ein weiteres Beispiel dafür eine Serie endlos auszudehnen, nur um ja lange genug damit Geld verdienen zu können. Ein allzuschneller Abschluss nach einigen Folgen wäre ja nicht fördernd fürs Geschäft, oder? Man setzt also ab und an auf Zweiteiler, um die Bücher nicht allzuschnell aufzubrauchen. Aber ist das überhaupt nötig? Sind die Geschichten so umfangreich? Für "Alarm für die Erde" kann man das glaskar verneinen. Hier passiert mal wieder nichts. Weg ist man der grandiosen Atmosphäre und der themenreichen Handlung die noch wenige Folgen zuvor
"Pilgrim 2000" bot. Es geht einmal mehr um politische Konflikte, die längst keiner mehr nachvollziehen kann, da die Thematik in den einzelnen Folgen immer wieder unterbrochen wird, da man andere Themen aufgreift. Zudem geht die Vertonung nicht immer chronologisch vor. Auch private Zwistigkeiten und Emotionen der Hauptfiguren nehmen mal wieder einen viel zu großen Raum ein, so dass für eine bewegende Handlung kaum Platz bleibt.

So erstrecken sich die mehr als 100 Minuten Hörspiel in nahezu sinnlosen Dialogen. Passieren tut hier nichts - oder nicht viel. Außer das Mark Brandis am Ende mal wieder die Erde rettet.

Die Sprecher sind hier das Nonplus-Ultra. In keiner Serie agieren sie so gut und so glaubhaft wie hier. Und doch ist ihr Spiel sowas von unpassend zur Handlung, dass einem fast die Tränen kommen. Was für ein verschwendetes Talent. Gerade dieser Michael Lott alias Mark Brandis gibt einen stimmlich so wahnsinnig tollkühnen Helden ab, dass er geradezu wie ein verliebter dummer Schuljunge wirkt, wenn er in haltloses Geschwafel mit Ruth verfällt.

Fazit: Folge 17 und 18 überzeugte handlungstechnisch nicht. Wieder einmal. Vielleicht sollte man die Vorlagen gewissenhafter aussuchen.

G. Walt

X-Zine ( 2011):
[...] „Alarm für die Erde“ ist eine Doppelfolge. Dabei sollte nicht übersehen werden, dass die Geschichte bereits in „Operation Sonnenfracht“ ihren Anfang nimmt. Wer das nicht weiß, wird mit „Alarm für die Erde“ nur wenig anfangen können.
Alle anderen werden aber mit einer spannenden Doppelfolge belohnt. Das Label „Folgenreich“ hat sich unter der Regie von Balthasar von Weymarn Zeit genommen, um so viele Aspekte der Vorlage aufzugreifen und umzusetzen. Das gelingt ihnen in vielen Bereichen. Man mag darüber streiten, ob die Rettungsmission zu Ruth tatsächlich als Umsetzung im Hörspiel notwendig gewesen ist, dennoch wurde sie spannend inszeniert.
Die restliche Handlung wurde mit viel Sinn für Sounddesign konzipiert und auch das Gewissen des Mark Brandis, das sich als Stimme aus dem Off zu Wort meldet, wird nicht ignoriert. An vielen Stellen hat man geradezu das Gefühl mit dabei zu sein, mittendrin in einem Gefecht mit ballistischen Patronen, die an den Ohren des Hörers vorbeipfeifen und mit unterschiedlichen Soundeffekten auftreffen. Genial! Die Sprecherriege ist perfekt ausgewählt und macht ihre Arbeit tadellos.

Fazit:
Die Doppelfolge „Alarm für die Erde“ ist ein würdiger Abschluss der Geschichte rund um den Kilimandscharo und seine tödliche Atommüll-Endlagerstätte, die in „Operation Sonnenfracht“ begonnen wurde. Die wissenschaftliche Möglichkeit oder Unmöglichkeit eines solchen Projekts außen vor gelassen, zeigt sich „Alarm für die Erde“ als ein spannendes Szenario, das wichtige Fragen aufwirft und in diesen Zeiten höchst aktuell bleibt. Somit dürfen Mark-Brandis-Fans bedenkenlos zugreifen!

Extrem gut!

Cronn

Phantastik-News (7. November 2011):
[...] Auch wenn der Roman bereits über 30 Jahre alt ist, die Ereignisse sind so aktuell wie nie, denn die Katastrophe in Fukushima und die Probleme mit dem Atommüll an anderen Orten zeigen, dass die Menschen sich früher oder später damit auseinandersetzen müssen, dass sie damit vielleicht weite Lebensräume zerstören. Aber auch die anderen Probleme sind nicht nur Fiktion. Die Geschehnisse in Kriegs- und Katastrophengebieten haben durchaus gezeigt, dass die Menschen sehr leicht moralische Grenzen vergessen, wenn es um das nackte Überleben geht und die Schwächsten darunter leiden müssen. Im Kleinen ist sicherlich auch möglich, dass ein Staat seine Chancen sieht, die Grenzen zu erweitern, wenn die restliche Welt gerade mit anderen Sorgen beschäftigt ist.

Im Gegensatz zum Buch ist die Handlung um die Stammeskrieger sehr zurückgenommen, in die auch Leutnant Xuma etwas mehr verwickelt war. Das Hörspiel konzentriert sich eigentlich mehr oder weniger auf das Geschehen am Kilimandscharo, den verzweifelten Kampf der Männer und Frauen, der an die Substanz geht und manch einen zu Tode erschöpft. Am Ende gelingt es vielleicht den Berg zum Einsturz zu bringen - nicht ohne vorher weitere Tragödien erlebt zu haben.

Die Sprecher sind sehr bei der Sache. Man nimmt den Figuren die Verzweiflung und Erschöpfung ab, das Entsetzen über die Gräueltaten und die Skrupellosigkeit anderer Staaten. Aber auch die Trauer um die langjährigen Freunde, die den Kampf verlieren, und die Angst, sich selbst dem feurigen Chaos stellen zu müssen, wird gut herausgearbeitet.
Zusammen mit dem farbenprächtigen Klangteppich entsteht ein eindringliches Hörspiel, das die Hörer von der ersten bis zur letzten Minute fesselt und berührt.

Das macht „Alarm für die Erde“ zu einem der eindringlichsten und spannendsten Science-Fiction-Hörspiele, das den Hörer zudem auch zum Nachdenken bringt, da die angesprochenen Themen gar nicht einmal so weit hergeholt sind, wie man denken mag. Allerdings sollte man sich auch „Operation Sonnenfracht“ gönnen, um die Geschichte in voller Länge zu genießen.

Christel Scheja

Schwarze-News.de (12. November 2011):
[...] Albtraumhafte Eindrücke kehren im Rahmen dieses neuen Zweiteilers immer wieder zurück. Teilweise die Darstellung von Erlebnissen, teilweise die innere Stimme die den Hauptcharakters, im inneren Zweifel gefangen halten. Und doch wird genau diese Stimme im Rahmen des Hörspiels rätselhafter. Des Weiteren taucht im Rahmen der Katastrophe ein weiterer Feind auf, der davon überzeugt ist, das sich hinter der radioaktiven Katastrophe nichts weiter als ein Täuschungsmanöver der Unionsregierung verbirgt. Im Glauben für ihr Volk und Land sabotieren sie die Evakuierungsflüge.  Auch die Republiken nutzen die chaotische Situation aus, um ihren Einfluss zu erhöhen.
Alles in Allem bleibt Mark Brandis auch in diesen wundervollen 2-Teiler eine gelungene Scifi-Geschichte, die den Hörer in Spannung versetzt und doch zum Nachdenken bewegt. Auch unmenschliche Entscheidungen werden den Helden hier abverlangt.  Welche Entscheidungen wird der Held treffen? Welche Ziele hat der neue Feind, der nur “die Löwen” genannt wird? Kommt es zu einem Krieg zwischen der Union und den Republiken?

Auch im zweiten Teil geht alles erst einmal genau so weiter. Um des Friedens Willen führt Mark ein delikates, konspiratives Gespräch mit einer Verräterin der Republiken. Mark Brandis’ Gesundheit ist sichtlich angeschlagen, und auch Anzeichen von einem Burnout werden immer sichtbarer. Er setzt sich aus gesundheitlichen Gründen ab. Mark wird zum Zuschauer dessen, was man gegen die Katastrophen in Zentralafrika unternimmt. Die Republiken besetzen in der Zwischenzeit einige neutrale Gebiete, um einen offenen Krieg zu provozieren. Robert Monier fliegt einen aussichtslosen Flug ins Ungewisse, während Mark zuschaut. Es endet mit dem Tod dieses alten Bekannten.

Verlust von Freunden, Depressionen, Invasion von feindlichen Truppen und mehr machen diesmal den Helden schwer zu schaffen. Fast spürt man die Resignation des Protagonisten. Selten war ein Held so am Ende seiner mentalen Kräfte. Wird er den Todesflug von Monier wiederholen, um die radioaktive Verseuchung Afrikas zu unterbinden? Was erreichen die Republiken? Wird es Krieg geben?

Die Spannung und die Melancholie machen diesen Teil etwas einzigartiger als die bereits vorigen, bis zur letzten Minute bleibt es spannend: Alte Probleme in neuer Zeit – Macht, Gier, Misstrauen, Täuschung, und eine Gruppe von Menschen, die sich ihrem Gewissen verpflichtet fühlen.

Cebestyy

Hoernews (2. November 2011):
[..] Schaurig und spannend geht es weiter. Das Mark Brandis massive Probleme mit der Abwicklung hat, wird durch Zwiegespräche mit seinem Gewissen hörbar. Eine Gänsehaut ist garantiert, da die Thematik, um ein Atomunglück, so echt an der Wirklichkeit ist, dass ein Schauer über den Rücken nicht ausbleibt. Das Hörspiel bietet eine hervorragende Mischung aus ruhigen und temporeichen Szenen. Es regt zum Nachdenken an und zeigt einmal mehr auf, das wir in Sachen Atom-Endlager genau dort sind, wo wir eigentlich schon immer waren: Nirgends. Es gibt keine sicheren Orte…

Die Sprecher sind erstklassig. Keine Hänger oder unangenehmes Textablesen. Alle sind hautnah dabei und verdichten die spannende Grundatmosphäre. Ein Highlight ist ohne Frage Michael Lott, der als Mark Brandis jede Menge Tiefschläge hinnehmen muss. Die Gäste müssen sich aber nicht verstecken und tragen ihren Teil bei, um ein spannendes Erlebnis zu zaubern. Alle Figuren sind sie auch noch so klein, wurden mit guten Sprechern besetzt. Niemand liest gelangweilt, alle spielen. Durch die ernsten Darbietungen aller Beteiligten wird die Umsetzung noch packender. Schade, dass nicht auch andere so Regie führen, wie das MB-Team.

Das Sounddesign bietet ein echtes Kinogefühl. Überall surren die Transporter und Raumschiffe. Es wird auch auf Raumklang geachtet, sodass ein Schiff auch mal von Links nach Rechts fliegt. Die Liebe zum Detail ist es, die erneut eine perfekte Umgebung schafft, die den Hörer in die Handlung hineinsaugt. Das Coverdesign ist dagegen recht schlampig. Schwarze Schrift auf dunklen Hintergrund? In der Fortsetzung wurde sie auf weiß geändert, warum nicht auch hier? Ein kleiner Fehler, der aber dauerhaft zu sehen ist, denn im Regal sehen alle Mark Brandis-Folgen wie Billigproduktionen aus, was sie aber nicht sind. Das Covermotiv ist dagegen erstklassig und ein echter Hingucker, aber die Seite, die im Regal ja dauerhaft zu sehen ist, wirkt nicht professionell. Es fehlt im Regal der Wiedererkennungswert.

Fazit: Ein großartiges Finale, das aber auch das Ableben von Figuren beinhaltet. Es wird alles geboten: Selbstzweifel, Trauer, Siegesgefühle. Für jeden Fan guter Hörspielkost ein Muss, nicht nur für SF-Fans! Science Fiction, so wie sie eigentlich gedacht ist: Ein Spiegel auf die eigenen Probleme wird gekonnt vorgehalten und in einer spannenden Geschichte bricht das Unfassbare aus, das uns in der realen Welt hoffentlich erspart bleibt.

Detlaf Kurtzz

Terrorverlag (15. November 2011):
[...] So wie die Welt um Commander Mark Brandis, dem Testpiloten der VEGA, dargestellt wird, so ist sie durchaus auch schon heute. Es geht um atomare Verseuchungen und um Macht, um Gebietsansprüche, um Krieg. Während die einen alles für die Rettung von Welt und Menschheit tun, so sind andere nur darauf fixiert, Nutzen aus den kritischen Situationen zu ziehen und die eigene Macht zu vergrößern, egal um welchen Preis. Wer braucht für diese Erkenntnis Hörspiele, mag der eine oder andere sich fragen. Natürlich benötigt man sie für derartige „Erleuchtungen“ nicht, aber solche Hörspiele sind einfach eine wunderbare Form der anspruchsvollen Unterhaltung. Die Geschichte um Brandis & Co zieht einen, ebenso wie die Vorgängerfolgen, sofort wieder in den Bann. Dank der großartigen akustischen und musikalischen Untermalung von Jochim-C. Redeker wird eine besondere atmosphärische Stimmung aufgebaut und unterstützt so gekonnt die brillante Story. Spannung pur ist wieder garantiert. Oliver Rohrbeck (bekannt geworden als die Stimme von Justus Jonas von den Drei Fragezeichen) ist wieder als der Reporter Walter Hildebrandt zu hören und übernimmt auf diesem Weg hier und dort die Rolle als Erzähler. So verstärkt er mit seiner journalistisch sachlichen Art die bedrückende Stimmung, die während des riskanten und selbstmörderischen Manövers von Cmdr. Robert Monnier herrscht. Eine Situation, mit welcher der Hörer sicherlich unter keinen Umständen persönlich konfrontiert werden möchte.

Sicherlich hat sich Nikolai von Michalewsky, der 2000 verstorbene Autor von Mark Brandis, nicht zufällig Afrika als Hauptspielort dieser Folge ausgesucht, immerhin zog es ihn nach dem 2. Weltkrieg immer wieder auf diesen Kontinent. So konnte er unter anderem als Kriegesberichterstatter in Algerien genug über Land und Leute des schwarzen Kontinentes erfahren, um glaubwürdig deren Ängste und Sorgen rüberzubringen. Gewiss kam es auch so zu den »Fliegenden Löwen« dieser Folge, deren größte Sorge es selbst im Jahre 2130 noch ist, dass die Weißen ihnen ihr Land nehmen und sie selber in die Sklaverei geschickt werden.

Mark Brandis ist und bleibt eine sehr gute und vor allem realistische Science Fiction-Serie – auch wenn man sonst weniger futuristische Serien hört. Bei Brandis stimmt das Konzept: Story, Sprecher, Geräusche und Musik machen die Serie zu einem Hörgenuss der besonderen Art.

MZL

Hoerspiel3.de (2. November 2011):
[...] Die Bilder der Katastrophe in Japan dürften nur zu genau noch in den Köpfen der Menschen verankert sein. Doch das, was Mark Brandis hier erlebt, stellt dieses deutlich in den Schatten. Und doch ist es genau diese Realitätsnähe der Ereignisse, die einen als Hörer immer wieder vor Gänsehautmomente stellt. Die Darstellung der Katastrophe und die getroffenen Maßnahmen mit all ihren Problem und Auswirkungen erscheinen so dermaßen real, dass man beinahe das Gefühl bekommt, keiner fiktiven, sondern vielmehr einer völlig realen Geschichte zu lauschen. Und wenn man einmal von den deutlich besser entwickelten Flugschiffen absieht, hat man hier nur selten das Gefühl einem Science-Fiction-Hörspiel zu lauschen – auch wenn die Ereignisse damals, als die Geschichte entstanden ist, natürlich als solche ersonnen war.

Die diesmal völlig irdischen Gefahren üben aufgrund der hohen Dramatik und der sich im Laufe der Geschichte immer weiter zuspitzenden Situation eine unglaubliche Spannung aus. Die Darstellung der Ereignisse in Form der grandiosen Dynamik der Drehbücher sorgt weiterhin dafür, dass die Reihe eine Qualitätsreferenz im Hörspielsektor ist.

Gekonnt werden hektische und dramatische mit ruhigen Momenten gewechselt, wobei immer wieder auch den Gedanken Mark Brandis Raum zur Entfaltung gegeben wird. Diesmal jedoch in einer gänzlich neuen Form. Exzellent ist auch in diesem Hörspiel wieder der Einsatz der individuellen Musik und einer starken Geräuschkulisse in Verbindung mit hochkarätigen Sprecherleistungen.

Mit dem BurnOut von Mark Brandis nimmt man das Tempo zu Beginn dieses zweiten Teils nochmals deutlich raus, um danach jedoch wieder so richtig Gas zu geben und schließlich in einem buchstäblich feurigen Finale zu gipfeln. Erneut gelingt es sowohl die ruhigen als auch die temporeichen Momente sehr intensiv, vor allem aber glaubwürdig zu schildern. Dass man dem Helden Mark Brandis hier eine Auszeit gönnt, ist ungewöhnlich, zeigt aber nur, dass auch er letztlich sehr menschlich ist – und macht ihn so nur noch mehr zu einem Sympathieträger. Eine hervorragende Idee ist der Einsatz von Oliver Rohrbeck als Live-Reporter bei der Schilderung der gewagten Rettungsmission. Eine Szene, die regelrecht zum Fingernägelkauen einlädt.

Auch wenn am Ende die verschiedenen inhaltlichen Fäden durchaus einen Abschluss finden, so sind doch keineswegs schon alle Probleme gelöst. Und gerade diese bieten zweifellos Stoff, den man in weiteren Abenteuern aufarbeiten kann. Und das Ende der Folge macht deutlich, dass es auf jeden Fall weitergehen soll. Hoffen wir, dass wir noch viele weitere Hörspiele dieser grandiosen Serie erleben dürfen.

Fazit: Eine Folge, die einen aufgrund der dramatischen Ereignisse und deren exzellenter Darstellung, einfach nicht kalt lassen kann. Die Verwicklungen sind diesmal politischer Natur, so dass man trotz eines gewissen Science-Fiction-Charakters mehr von einem Katastrophenthriller sprechen könnte. Wer auch nur ein klein wenig Interesse an guten Hörspielen hat, der MUSS Mark Brandis einfach hören.

Folge 17: 15/15 Punkte | Folge 18 14/15 Punkte

Daniel Merk

Experiment Stille (6. November 2011):
Seien wir mal ehrlich: Der Hörspielhörer ist verwöhnt und gewissermaßen auch undankbar. So wird eine großartige Produktion wie von Interplanar nach kurzer Zeit sozusagen als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt. Keine Angst, das soll hier nicht als eine Vorabentschuldigung klingen; die neue(n) Folge(n) klingen wie gewohnt phänomenal und gehören zur Referenzklasse. In dieser Hinsicht geht einfach nicht mehr und eine Überraschung ist nicht möglich. Anders gefragt: Kann die Serie Mark Brandis, die mit sich weiterentwickelnden Charakteren und mehreren Erzählsträngen aufwartet den Hörer eigentlich noch irgendwie überraschen - vor allem wenn er die Bücher nicht kennt? Oder hat sich alles am technischen und sprecherischen Höhepunkt eingependelt und läuft nun „automatisch“?


Die Antwort gibt bereits der Anfang der Folge, in der Brandis ein Zwiegespräch führt, welches im Laufe der Zeit aufgeklärt bzw. mit weiteren Details ins rechte Licht gerückt wird. War es denkbar, dass der Commander je sprachlos sein oder gar die Beherrschung verlieren könnte? War es denkbar, dass dieser Fels in der Brandung das Gewicht auf seinen Schultern einmal nicht mehr schultern könnte? Nun, für mich war es das nicht - aber es passiert, denn Brandis erleidet das Burn-Out Syndrom. Es ist vor allem die Verantwortung für Leben und Tod all der Menschen und seiner Freunde, besonders derjenigen die unter seinem Kommando ums Leben gekommen sind. Auch in den aktuellen Folgen kommen Freunde und Weggefährten ums Leben.


So ist die neue Folge inhaltlich sehr stark auf Mark Brandis fixiert und Michael Lott fährt alles auf was er zu bieten hat und das ist sehr viel. Dies geschieht jedoch nicht (nur) im stillen Kämmerlein, sondern ist in die üppige Rahmenhandlung eingebaut. Da wäre Brandis Frau Ruth, die von Oberst Chemnitzer im Niemandsland im Stich gelassen wurde und auf Rettung hofft, die asiatischen Republiken, die die Schwäche der Union ausnutzen, um einen Teil deren Territorien zu besetzen, afrikanische Freiheitskämpfer, die die Rettungsflugzeuge be- und abschießen, weil sie eine weiße Verschwörung gegen Afrikaner wittern und obendrein ein Pulverfass mit glimmender Lunte, nämlich eine Klassifizierung der viereinhalb Millionen zusammengepferchten, unterversorgten Flüchtlinge in solche die gerettet werden soll(t)en und solche, die für eine Rettung nicht vorgesehen sind, weil sie keinen Nutzen für die Union bringen.

Es wird also einiges geboten und, dazu gehören auch die kleinen für die Serie so typischen Geschichten von Mut und Anstand in solchen extremen Situationen, ebenso wie grenzenloser Egoismus, Feigheit und das Rechtfertigen der eigenen Passivität durch Verkriechen hinter Vorschriften. Diese Geschichte ist brandaktuell, nicht nur wegen Fukushima, Libyen und anderen „Katastrophengebieten.“ Wer einigermaßen informiert ist, wird vieles vom aktuellen Tagesgeschehen vorfinden - bis hin zum unerträglichen Geheuchel unser Politiker.

Die Geschichte um Mark Brandis Burnout wird weitergeführt und findet recht schnell einen betrunkenen Höhepunkt. Dabei fällt eins auf: Nämlich dass Michael Lott mal wieder alles gibt, wohingegen David Nathan seit geraumer Zeit - man erinnere sich an die Luftschnapparie in Darkside Park - im Mittelmaß verschwunden ist. Das hat jedoch weniger mit fehlenden Regieanweisungen zu tun, als mit zu viel Präsenz in der Werbung und dem Laberfluch von Offenbarungseid 23. Nathan hat es offenbar nicht mehr nötig sich anzustrengen, klingt leider wie ein (Ober-)Lehrer und versprüht so viel ziganes Feuer wie ein Rasensprenger. Dies fällt leider doppelt auf, wenn einer alles gibt und der andere scheinbar leider fast nichts mehr zu bieten hat. Ansonsten sind die Sprecher gewohnt souverän, schön ist das Wiederhören mit alten Bekannten, deren Geschichte wieder aufgegriffen und verwoben wird. Dies ist ja ein Merkmal der Serie. Das erneute Einbinden von Oliver Rohrbeck als Reporter Walter Hildebrand ist ebenso ein Erfolg wie das von Claudia Urbschat-Minges als Dr. Levy.

Über die Produktion sei nur gesagt, dass ich im achten Track das Gefühl hatte mit meinem Sofa abzuheben, was ein kurzes Schwindelgefühl und sechs satte Punkte verursachte. Die Musik - ohnehin eine der großen Stärken der Serie - wurde noch weiter ausgebaut, die Stücke sind überzeugend und können voll punkten. Wie wäre es mit einem Soundtrack? Vielleicht als Krönung zum Abschluss?
Die Geschichte ist gewissermaßen eine Überleitung zur nächsten Folge. Noch ist nicht alles erledigt und das Vorgehen der asiatischen Republiken eröffnet diverse Möglichkeiten. Wichtig wird es für die nächste Folge, ob sie zeitlich direkt an den aktuellen Zweiteiler anknüpft, oder ob etwas Zeit dazwischen liegen wird. Die Idee einen Auszug des Q-Papiers abzudrucken empfand ich als sehr gut. [...]

Fazit: Mark Brandis ist in allen Belangen auf der Höhe der Zeit, selbst die nicht mehr taufrischen Geschichten haben nicht die minmalste Staubschicht angesetzt. Was beständig bleibt, ist die Freude über die gerade veröffentlichte Folge, der die Vorfreude auf die nächste Folge auf dem Fuße folgt.

6 von 6 Punkten

Psychonaut

Geisterspiegel (7. Januar 2012):
[...] Selten habe ich das Wort »Alarm« stimmiger umgesetzt gefunden als hier. Der immense Stress bleibt bei Mark natürlich auch nicht einfach unbemerkt – er beginnt, Stimmen zu hören, Kopfschmerzen sind sein ständiger Begleiter. Trotzdem ist die erste Folge keine reine Hetzerei. Es bleibt noch Platz für Zwischenmenschliches, womit die Serie ja regelmäßig den Sprung zur ersten Qualität schafft. So ist es auch wieder hier. Die Belastungsschraube zieht immer weiter an (Presse, Anordnungen, persönliche Konflikte und Animositäten unter den Offizieren), aber die Charaktere bleiben stimmig, bleiben sich treu und handeln glaubwürdig.
Die Sprecher habe ich, so denke ich, bei bisher jeder Rezension lobend hervorgehoben, und auch diesmal kann ich nur jubeln. Mir gefällt vor allem die schnoddrig-ironische Art von Dr. Levy immer besser, weil sie ein wenig aus dem Protokoll abweicht. Sie lässt sich als einzige Frau im Stammpersonal nie den Schneid abkaufen und lockert trotzdem manche Situation auf. Die SF braucht mehr solche weiblichen Charaktere, finde ich. Das Sounddesign ist ja bereits preisgekrönt, Entsprechendes kann man hier auch erwarten. Man fühlt sich dank des Klangteppichs immer mitten im Geschehen statt nur als Zuhörer. So sollte es sein – vom Stimmengewirr bis hin zum ohrenbetäubenden Start eines Raumschiffs während einer Unterhaltung – an jedes Detail wurde gedacht. [...] man kann sich auf einige Facetten Marks freuen, die man so nicht kannte. Denn hier erlaubt sich Mark schwache Momente, die bisher sehr rar gesät waren. Obwohl der Commander weit davon entfernt bleibt, wirklich in Verdruss und Kummer zu versinken, wird sehr deutlich, dass der Dienst und gerade auch der private Stress Tribut fordern. Burn-out und Überlastung durch Stress sind ja gerade auch in unseren Zeitungen viel diskutiert. Brandis wählt, ganz Preuße, eine unsanfte aber situativ angemessene Methode zur Bewältigung: kaltes Wasser ins Gesicht, Hacken zusammen, Schmerzen gut gedeckelt wegpacken und Mission erfüllen. Denn viel Zeit zur Erholung wird ihm wieder nicht eingeräumt. Trotz der vielen weichgespülten Methoden, die in unserer Zeit zur Stressbewältigung diskutiert werden, schwant mir, dass sich an der Popularität dieser Methode bis in die fernere Zukunft tatsächlich nicht viel ändern wird. Trotzdem schiele ich besorgt mit meinem dritten Auge auf Mark Brandis und überlege, ob da innen drin vielleicht noch ein Brand schwelt, der ähnlich dem Problemberg hier im Hörspiel in der nächsten Folge auswüchse zeigt. Ich werde es hören. Und natürlich hier darüber berichten.
Fazit: Als Fortsetzung von Operation Sonnenfracht führt Alarm für die Erde die Geschichte mit allen Konflikten meisterlich fort. Das Warten auf die Fortsetzung hat sich also bei Leibe gelohnt.

Rebecca Hagelmoser

Watchman’s Science Fiction Blog (3. November 2011):
[...] Atomkatastrophe, Flüchtlingsströme aus Afrika in Richtung Europa, Machtspiele skrupelloser Politiker, Geldgier im Angesicht des Elends und Burn-Out-Syndrom. Die Handlung spielt zwar im Jahre 2129/2130, doch es ist unsere Gegenwart, der in Alarm für die Erde der Spiegel vorgehalten wird. Und wie in unseren Tagen, so gibt es auch in der Zukunft keine einfachen Lösungen für die Herausforderungen, denen sich die Menschheit zu stellen hat. Feel-Good-SF ist es nicht gerade, was Balthasar von Weymarn und Jochim C. Redeker hier präsentieren und das darf es auch nicht sein, wenn man die hier aufgeworfenen Themen ernst nehmen will. Dies tun die Macher in eindrucksvoller Weise, denn sie schildern schonungslos die Folgen der Katastrophe für die Betroffenen in Afrika und wie jene, die sich der Hilfe für diese Menschen verschrieben haben, unter der Aufgabe zu zerbrechen drohen. Bemerkenswert ist auch, dass sie sich nicht scheuen, eine prominente Figur vergangener Folgen zu opfern. Wer glaubt, die Helden dieses Hörspiels seien auf jeden Fall sicher, ist auf dem Holzweg.

Zentraler Charakter der Geschichte bleibt natürlich Mark Brandis, dem in diesem Abenteuer einiges zugemutet wird. Sonst zumeist der zupackende und überlegte Commander, bringt ihn der Autor dieses Mal an die Grenzen des Zumutbaren und sogar ein Stück weit darüber hinaus und zeigt uns einen Menschen, der erkennen muss, dass er mehr will, als er leisten kann. Dies zu akzeptieren, fällt ihm nicht leicht und er muss sich aus diesem Tal erst einmal heraus kämpfen. Die Ausflüge in die Seelische Verfasstheit des Protagonisten gehen jedoch nicht auf Kosten des Erzähltempos, dass über die gesamten 113 Minuten hoch ist. Balthasar von Weymarn hat einen Handlungsbogen entworfen, der sich konsequent durch die Geschichte zieht und immer wieder überraschende Wendungen parat hat. Dramatik und ruhigere Sequenzen wechseln sich gekonnt ab und halten den Hörer problemlos bei der Stange.

Verlassen können sich die Macher erneut auf den ausgezeichneten Cast, an der Spitze wieder mit Michael Lott als Mark Brandis. Im zur Seite stehen David Nathan als Grischa Romen, Dorothea Anna Hagena als Ruth O'Hara und Martin Keßler als Pablo Torrente. Claudia Urbschat-Mingues ist als Doktor Levy mit von der Partie. Ein Wiederhören gibt es darüber hinaus mit Holger Umbreit als Robert Monnier, während Thomas Nero Wolff ein weiteres Mal den Unsympathen Col. Chemnitzer verkörpert. Abgerundet wird die Besetzung durch Uve Teschner, Ozan Ünal, Stefan Flüeck, Wolf Frass, Wolfgang Kaven, Marion von Stengel, Gerhart Hinze, Ulrike Kapfer, Jan Spitzer, Meylan Chao und Reinhard Kuhnert. Oliver Rohbeck nimmt übrigens seine Rolle als Reporter Walter Hildebrand wieder auf. Die Auswahl der Stimmen war schon immer eine der großen Stärken dieser Hörspielserie und auch diesmal geben alle Beteiligten eine tadellose Leistung ab.

Sounddesigner Jochim C. Redeker hat sich wieder mächtig ins Zeug gelegt, um das Publikum mit einer eindrucksvollen Klangkulisse in die richtige Stimmung zu versetzen und der Aufwand hat sich wirklich gelohnt. Auch die Musik hat ihren Anteil daran, dass sich der Hörer wirklich als Teil der Handlung fühlt und nicht als entfernter Beobachter. Bereits in der Vergangenheit wurde Mark Brandis für sein Sounddesign prämiert und hier liefert Jochim C. Redeker wieder einen heißen Anwärter auf die nächste Auszeichnung. Auch Schnitt und Regie geben keinen Anlass zur Klage.

Fazit: Nach Operation Sonnenfracht waren die Erwartungen der Fans natürlich besonders hoch, doch Interplanar ist es gelungen, diese mit Alarm für die Erde mehr als nur zu erfüllen. Das Hörspiel kann nämlich nicht nur in jeder Hinsicht überzeugen, sondern legt die Messlatte sogar noch eine Stufe höher, denn so atmosphärisch dicht, berührend und packend war Mark Brandis noch nie.

Christian Loges

Metal-District (21. November 2011):
Selten hatte ich die Fortsetzung eines Hörspiels mit derartiger Spannung erwartet wie im Falle der neuen Mark Brandis – Folge. Wer die Vorgänger-Episode „Operation Sonnenfracht“ gehört hat, wird diese Spannung wohl verstehen, endet diese doch mit einem bösen Cliffhanger, der nichts anderes als das Ende der Erde befürchten lässt.

Auch wenn nicht gleich der ganze Planet untergeht, zumindest die Menschen in Afrika werden durch den Ausbruch des Kilimandscharo und die dadurch ausgelöste radioaktive Verseuchung schwer getroffen. Mark Brandis wird zum Hochkomissar für die Evakuierungsmaßnahmen ernannt und verzweifelt schier ob der ungeheuren Aufgabe. Als wären die Gewissensnöte, die die Selektion der Menschen für die Transporte aus dem Katastrophengebiet bei ihm auslösen nicht genug, muss er sich auch noch mit selbsternannten Freiheitskämpfern herumschlagen, die immer wieder versuchen die Evakuierung zu sabotieren. Und auch die asiatischen Republiken bleiben bei dem ganzen Chaos nicht untätig und wittern ihre Chance. Zum Glück findet Brandis hier in der Japanerin Nanami Kitahoshi, die um den Frieden zu erhalten Ihr Land verrät und damit Ihr Leben aufs Spiel setzt, eine wertvolle Hilfe. Dennoch kommt es wie es kommen muss, die Ereignisse und der Stress hinterlassen Spuren beim Protagonisten, so dass er sich schließlich gesundheitsbedingt zurückziehen muss. An seiner Stelle begibt sich sein alter Freund Robert Monnier auf eine gefährliche Mission, die die Vulkanaktivität und damit die weitere Verseuchung verhindern soll. Während Mark zum untätigen Zuschauen verurteilt ist, endet das Unternehmen mit einer Tragödie... Daß dieser für Mark Brandis und seine Lebensgefährtin Ruth O’Hara so tragische Verlust am Ende der Folge zugunsten der Action sang und klanglos untergeht, ist der einzige Schwachpunkt der ansonsten brilliant erzählten Geschichte, zumal das Schicksal von Iris Monnier völlig ungeklärt bleibt.

Dennoch ist auch die neueste Mark Brandis – Folge Hörspielunterhaltung der Extraklasse: Atomare Verseuchung und die Problematik der Endlagerung, Flüchtlingsströme, Politische Machtinteressen, persönliche Bereicherung, Burnout und die Rolle der Medien – wüßte man nicht, daß man gerade einer SciFi-Story lauscht, könnte man meinen, sich in einer aktuellen Nachrichtensendung wiederzufinden. Von futuristischen Heldenepen à la Star Wars ist man hier meilenweit entfernt, und gerade daraus zieht die Geschichte ihre Dramatik, spielt sie doch auch nicht in einer „Galaxie, weit, weit von hier“, sondern im Gegenteil auf der guten alten Mutter Erde. Neben der dramaturgisch, mit der oben genannten Ausnahme, exzellent umgesetzen Story sorgen, wie man es von der Reihe gewohnt ist, wieder einmal das Sounddesign und vor allem auch die hervorragenden Sprecher für Qualität und Glaubwürdigkeit.

Das Ensemble ist im Großen und Ganzen das gleiche wie schon bei „Operation Sonnenfracht“, neu hinzu kommt vor allem die aus diversen Fernsehproduktionen (GZSZ, Cobra 11, Tatort) bekannte Schauspielerin Meylan Chao in der Rolle der japanischen Kollaborateurin Nanami Kitahoshi, deren Stimme einige vielleicht auch aus der Serie „Men in Trees“ (Lauren Tom alias Mom Mai) im Ohr haben werden. Ein Wiederhören gibt es auch mit dem Journalisten Walter Hildebrand, der bereits in Folge 15 „Aktenzeichen: Illegal mit von der Partie war und sich auch bei den dramatischen Ereignissen in dieser Episode für Mark Brandis als hilfreicher Freund erweist. Gesprochen wird Hildebrand natürlich wieder von Oliver Rohrbeck, der nicht nur als Standardsynchronstimme von Ben Stiller bekannt ist, sondern vor allem als Erster Detektiv der Drei Fragezeichen bei vielen Hörspielfans Kultstatus genießt.

Fazit: Erschreckend aktuell und weit davon entfernt, eine reine Weltraumhelden-Saga zu sein, bietet die Doppelfolge „Alarm für die Erde“ nicht nur eine packende Fortsetzung von „Operation Sonnenfracht“ sondern liefert einmal mehr der Beweis, daß die Mark Brandis – Reihe zum besten gehört, was der deutsche Hörspielmarkt derzeit zu bieten hat. Hut ab!