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Hörspatz (10. März 2011) Nach der erfolgreichen Ausführung ihres letzten Auftrags befindet sich die Hermes in Nähe der Sonne, genauer gesagt: auf der erdabgewandten Seite der Sonne. Die Kommunikation zur Erde reißt ab, und beim langen Warten auf erneuten Kontakt stößt man überraschenderweise auf ein altes Relikt aus der Zeit der Einigungskriege: die Pilgrim 2000, ein Generationenschiff, das seit 50 Jahren vermisst wird. Mark Brandis und seine Mannschaft, angeschlagen mit Augenproblemen, wollen die Zeit nutzen, um die riesige Biosphären-Raumstation genauer zu untersuchen. Doch von der einstmals großen "Besatzung" aus Superreichen und einer Gruppe Wissenschaftlern scheint niemand mehr am Leben zu sein. Brandis und sein Team treffen jedoch auf ein ansonsten intaktes Ökosystem - und auf hundegroße Riesenratten, die schon bald zu einem Problem ungeahnten Ausmaßes für die Expedition werden. Und das bleibt nicht die einzige Überraschung...
Inhaltlich wird spannende Unterhaltung geboten, wobei es sich diesmal um eine sehr untypische Folge handelt, die nur an Bord der Hermes und der Pilgrim 2000 spielt. Dadurch entfallen die Weltraumjagden und -manöver, die sonst sehr oft eine Rolle spielen. Auch tun sich hier und da leichte Längen auf, so dass für mein Empfinden die Doppelfolge gerne etwas kürzer hätte ausfallen dürfen.
Was in dieser Folge fast völlig fehlt, sind die politischen Verstrickungen und die moralischen Dilemmata, in die Mark Brandis bei seiner Tätigkeit als Commander der VEGA immer wieder verwickelt wird. "Pilgrim 2000" ist zwar reich an Spannung und lebt von der ganz besonderen Stimmung an Bord des Biosphärenschiffs, kann jedoch durch den Wegfall dieser beiden wichtigen Elemente nicht an seine Vorgänger heranreichen - denn genau diese Details sind es, die die gesellschaftskritische Serie zu etwas ganz Besonderem machen.
Produktionstechnisch ist diese Doppelfolge erneut ein Ohrenschmaus. Hier wird einmal mehr erstklassige Arbeit geboten, und die Kulisse ist stimmig bis ins kleinste Detail. Vor allem die neuen Musikeinspielungen und das Dschungelflair sorgen wieder für atemberaubende Momente. Der Cast agiert durch die Bank stark - was neben den Vollblutsprechern auch der guten Regie zu verdanken ist. Atmosphärisch, musikalisch sowie sprechertechnisch lässt "Pilgrim 2000" nichts zu wünschen übrig und ist weiterhin die Referenz im Bereich Science-Fiction-Hörspiel.
Fazit: Für sich genommen ein gutes Hörspiel, aber im Rahmen der hochklassigen Vorzeige-Serie von Folgenreich nicht die stärkste Folge.
Stephanie Pelzer-Bartosch
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FFM-Rock (8. März 2011): [...] Wie üblich bei der Mark Brandis Reihe hält man sich sehr nah an die Buchvorlage. Also viel Raum für Handlung und Dialog, die gewohnt in einer Doppelfolge zusammengefasst und veröffentlicht werden. Zwar befindet man sich wieder einmal im Weltraum, doch findet man an Bord der gigantischen Biosphäre Pilgrim 2000 nicht nur ein erfreulich anderes und unverbrauchtes Setting für die Crew der Hermes, sondern bringt auch eine Story, die verdammt nah an guten alten Perry Rhodan Parade-Geschichten vorbeischrammt. Wieder wird der Hörer mit fulminantem Sounddesign verwöhnt, welches durch das breit gestreute Setting schön aus dem Vollen schöpfen kann. Räumlich satter Klang und Soundkulissen fern von Konservensounds, verwöhnen so völlig glaubhaft und stimmig das Ohr des Hörers. Keine Kompromisse auch beim sehr kleinen und überschaubaren Sprechercast dieser Doppelfolge. Die durch Ausfälle bereits arg gebeutelte Stammbesatzung der Hermes/Delta wurde durch absolute Top Sprecher aufgefüllt. Claudia Urbschat-Mingues als neue Bordärztin oder Martin Keßler als neuer Leutnant geben als frische Mitglieder ihren Einstieg während Klaus Sonnenschein und Katarina Tomaschewsky (welche stimmlich verdammt nah an Regina Lemnitz heranreicht) als Gast- beziehungsweise Nebensprecher ohne Fehl und Tadel in ihre Rollen schlüpfen. Musikalisch bleibt sich die Serie ebenfalls treu. Sehr minimalistisch im Einsatz, besitzen die wenigen und kurzen Titel dennoch große Atmosphäre, vermitteln Dramatik an den richtigen Stellen.
Fazit: So neu und unverbraucht ist die Story im Scifi- Genre sicherlich nicht, doch wird sie technisch brilliant, glaubwürdig und von kurzen Längen abgesehen sehr unterhaltsam und dialogtechnisch hochwertig vorgetragen. Auflockernde Spannungsbögen und hervoragende Sprecher stehen für literarisch angehauchte Ausnahme Erwachsenen Science Fiction fern von Kitsch..
Martin Bothmann
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Hörspielhölle (5. März 2011): Und der nächste Zweiteiler ist bereits da und ich muss sagen, dass mich diese beiden Folgen wunschlos glücklich zurückgelassen haben. Eine packende Geschichte rund um die "Pilgrim 2000", an deren Bord es nicht mit rechten Dingen zugeht, eine knackige Bearbeitung und die ganze Zeit geht es spannend zu, keine Durchhänger, keine Längen, besser geht es im Prinzip gar nicht. 57 Minuten und bei dieser Folge wird zunächst primär auf Spannung gesetzt, etwas Action gibt es auch, für einen Auftakt eine sehr ordentlich Sache. Inhaltlich ist der erste Teil somit schon mal ein absoluter Volltreffer, so darf es dann auch gerne beim Abschluss des Zweiteilers weitergehen. [...] War der Auftakt eher auf Suspense ausgerichtet, so wird gegen Ende so richtig auf Action gemacht, aber keine Sorge, die Spannung bleibt nicht auf der Strecke, im Gegenteil. Man will natürlich unbedingt wissen, was es mit Melchior und der "Pilgrim 2000" auf sich hat und was hier geboten wird ist ziemlich packend, unterhaltsam und kurzweilig. 56 Minuten temporeiche Unterhaltung, die stellenweise an Genreklassiker erinnert, was der ganzen Sache aber nicht schadet. Von der Bearbeitung her eine gelungene Angelegenheit, denn genau dann, wenn sich ein leichter Durchhänger in der Story abzeichnet und das Tempo etwas raus ist, gibt es eine Actionbreitseite, die sich gewaschen hat. Inhaltlich somit schon mal eine feine Sache, an der es soweit nichts auszusetzen gibt.
Die Sprecherriege ist natürlich einmal mehr absolut prominent, und hier tummeln sich regelrecht die bekannten Stimmen. Zu Michael Lott muss man wohl nicht mehr viele Worte verlieren, er ist als Mark Brandis nicht mehr wegzudenken und einfach eine Bank, wenn er hier in Erscheinung tritt. David Nathan gehört als Grischa Romen mittlerweile ja auch schon fast zum Inventar und präsentiert diese Rolle mit einer gekonnten Mischung aus Routine und Spielfreude, das macht richtig Spaß. Claudia Urbschat-Mingues ist neu dabei und auch sie macht einen richtig guten Job, genau wie Martin Kessler, der in der Rolle des Lt. Pablo Torrente absolut aufgeht. Gernot Endemann hinterlässt einen etwas holprigen und gestelzten Eindruck, stellenweise hört er schon fast abgelesen an und Martin Wehrmann wirkt auf mich, als würde er sonst zuviel "Off" sprechen. Als kleines Highlight kann man hier aber Klaus Sonnenschein als Melchior verzeichnen, ein beeindruckender Auftritt und er erinnert ein wenig an "ES" aus guten, alten Jan Tenner Zeiten.
In Sachen Untermalung trifft man hier natürlich einmal mehr den Nagel absolut auf den Kopf. Ob man zunächst durch das All fliegt oder sich später an Bord der "Pilgrim 2000" durch dichte Vegetation kämpft, die Atmosphäre stimmt von Anfang bis Ende. Passende Musiken, treffende Geräusche, in der Hinsicht trumpft die Serie einmal mehr auf. [...] Jochim-C. Redeker kann hier alles geben und zaubert einmal mehr eine absolut opulente Soundkulisse, die sich aus passenden Musikakzenten und hervorragenden Geräuscheinsetzen zusammensetzt, da kann man gar nicht anders und muss nochmal die fast schon zu Tode gerittene Phrase "Kino für die Ohren!" bemühen.
Die beiden Teile nehmen sich rein gar nichts und stellen feinste SF-Unterhaltung dar, die ich jedem Genrefreund nur wärmstens empfehlen kann und auch Hörspieler allgemein sollten sich diese Serie zulegen, denn besser wird es kaum!.
Patrick Holtheuer
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Tofu Nerdpunk (10. März 2011): Zu Teil 1: Als großer Science Fiction Fan ist natürlich auch Mark Brandis genau mein Ding und auch die verhexte dreizehnte Folge macht wirklich nichts falsch. Hier haben wir es mit einer Folge zutun die mehr Abenteuer als Science Fiction ist. Die Sequenzen in denen die Pilgrim 2000 erforscht wird sind recht spannend und die Geräuschkulisse vermag es dem Hörer eine fremde Welt vorzugaukeln. Die gewohnt hohe, für Folgenreich typische, Qualität des Soundtracks und der Sprecher Cast trägt natürlich auch immens dazu bei ein weiteres atmosphärisch dichtes Abenteuer zu kreieren. Michael Lott, David Nathan und besonders Claudia Urbschat-Mingues gehören einfach zu den besten Sprechern die man bekommen kann. Letztere ist sogar meine zweitliebste Sprecherin ganz knapp nach Franziska Pigulla. Eine richtig gute Folge an der ich nichts auszusetzen habe. Das Einzige was ich etwas störend fand war das ich am Anfang etwas von dem abrupten Beginn überrumpelt wurde da ich das Ende der 12. Episode nicht mehr so genau im Kopf hatte aber so war man wenigstens von Anfang an mitten in der Action.
Zu Teil 2: Auch diese Folge hat mich sehr gut unterhalten, wenn ich etwas genauer darüber nachdenke hat sie mir sogar noch etwas besser gefallen als die davor. Die geheimen Schächte des Schiffes mit zu erkunden war sehr spannend. Dazu trägt auch die ständige Bedrohung durch die Riesenratten bei. Eine neue erzählerische Ebene entsteht auch durch die vorübergehende Blindheit von Mark Brandis dem ab diesen Punkt seine Umgebung ganz genau beschrieben wird. Dadurch ist es möglich dem Hörer das Szenario sehr ausführlich visuell zu erklären ohne das es aufgesetzt oder künstlich wirkt. Natürlich ist auch diese Folge wieder Soundtechnisch ganz groß und auch bei den Sprechern gibt es nichts zu meckern. Top!
Fazit: 9,1 bzw. 9,2 von 10 Riesenratten
El Tofu
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X-Zine (23. März 2011): [...] „Pilgrim 2000“ ist eine typische Mark-Brandis-Folge, gespickt mit Abenteuer, einem humanistischen Grundton und hervorragenden Sprechern, die erneut beweisen, dass sie mit zum Besten gehören, was die deutschsprachige Sprecherlandschaft zu bieten hat. Der packende Beginn weckt Hoffnungen auf einen dramatischen Verlauf, doch die Story von „Pilgrim 2000“ entfaltet sich zunächst etwas langsam, aber dafür sehr atmosphärisch stimmig. Im weiteren Verlauf gewinnt die Handlung stark an Fahrt, was auch dem eingeführten Gegenspieler zu verdanken ist, der zunächst im Hintergrund die Fäden zieht, was auf den Hörer großen Eindruck macht. Gegen Ende bekommt man als Hörer noch einen knackigen Showdown geliefert, der an Drama und Action nichts zu wünschen übrig lässt. Die Sprecher machen ihre Sache gewohnt hervorragend und allen voran dürfen Michael Lott als Mark Brandis und David Nathan als Grischa Romen brillieren. Das Sounddesign ist im Vergleich zu den anderen Folgen etwas stärker im Hintergrund verankert, was aber keinesfalls negativ auffällt. Die rauschfreie Produktion ist sauber und glasklar.
Als Fazit kann man festhalten, dass mit „Pilgrim 2000“ ein weiterer Highlight der Serie vorliegt. Die Story ist gespickt mit Anspielungen, steckt voller abenteuerlicher Dramatik und Spannung und bietet genügend Abwechslung für angenehme Hörspielstunden. Weiter so, Interplanar!
Cronn
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Hörzentrale (8. März 2011): Beim Hören dieser neuesten Folge der Hörspielserie musste ich unweigerlich an zwei andere Hörspiele denken. Denn vom Handlungsort her ähnelt „Pilgrim 2000“ ein wenig „Safari“ (Folge 2 aus „Der letzte Detektiv“) und „Sternenstaub“ (Folge 2 aus „Takimo“). Inhaltlich sind diese drei Hörspielfolgen dennoch total unterschiedlich, haben eben nur die grüne Kulisse im Weltraum gemeinsam. Für die „Mark Brandis“-Serie ist „Pilgrim 2000“ schon eine nette Abwechslung, weil sie fast einem Dschungelabenteuer gleicht. Das hebt sie von den Vorgängerfolgen ab, wenn auch die Handlung selbst nichts wirklich Neues mit sich bringt. Trotzdem ist das Weltraumabenteuer wieder ein wahrer Ohrenschmaus, denn durch die fabelhaften Sprecher und die üppige Klangkulisse, wird dem Hörer einiges geboten. Da überhört man die nicht ganz so spannende Story gern. Dass „Pilgrimm 2000“ recht schwer in die Gänge kommt, liegt vor allem an der ausführlichen Erzählweise und ist ein gutes Beispiel dafür, dass nicht jede Folge auch unbedingt für eine Doppelfolge geeignet ist. So etwas wie Spannung kommt leider erst ab CD 2 auf, obwohl mich das Finale ein wenig enttäuscht hat. Die Lösung von Pilgrim 2000 zu entkommen fällt recht unspektakulär aus und am Ende wird natürlich alles gut. [...]
+ motivierte Sprecher + ungewöhnliche pflanzen- und artenreiche Kulisse
- Handlung kommt etwas schleppend in Gang - keine packendes Ende - Hörspiel fällt mit 2 CDs zu lang aus
Anke Bokelberg
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Splitted.de (2. April 2011): [...] Ich bin jedes Mal aufs Neue erstaunt, wie atmosphärisch dicht das Produktionsteam hinter der Serie eine Folge nach der anderen abliefert. Bislang noch nicht ein einziges Mal Schwäche zeigend, hat sich MARK BRANDIS bei mir zu einer der beliebtesten Serien gemausert, nicht zuletzt vielleicht auch gerade deswegen, weil man sich mit den Doppelfolgen jedes Mal genug Zeit lässt, dass sich die Geschichte in Ruhe entwickeln kann, wohingegen andere Serien mehr und mehr den Trend verfolgen, mit noch kürzerer Spieldauer auszukommen (denn je knapper die Spieldauer, desto geringer die Produktionskosten).
Wie bisher jedes Mal baut die Serie zwar zu einem gewissen Grad auf Action auf, kann aber mindestens genauso stark im Bereich Charakterentwicklung, zwischenmenschliche Interaktionen etc. punkten. Es gibt wohl kaum eine andere Serie, bei der klarer herausgestellt wird, wie die einzelnen Figuren zueinander stehen. Das große politische Drumherum wird ebenfalls niemals außer Acht gelassen, sodass sich dem Hörer mit jeder weiteren Folge eine weitere Facette des großen Mark-Brandis-Universums erschließt.
Matthias Dziony
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BÜCHER - Magazin, Mai/Juni 2011: Mit jeder neuen Folge der hervorragenden SF-Reihe freut sich dieser Rezensent, dass sich Qualität offenbar doch auszahlt. Denn es ist nicht allein die nahezu lupenreine Geräuschkulisse, die MARK BRANDIS vom Hörspiel-Gros unterscheidet. Auch die intelligente und ruhige Erzählweise, die den Figuren Raum zum Entwickeln lässt, dürfte auch Hörern gefallen, die sonst eher nicht in die Zukunft reisen. Vom cinemascopen Soundtrack, der auch beim 13. Mal für Gänsehaut sorgt, mal ganz zu schweigen.
[...] Die Doppelfolge hat etwas von “Lost”, als Brandis und seine Leute in dem Biotop bestehen müssen. Die blendende Inszenierung, diesmal etwas actionlastiger, führt hautnah in den Dschungel, und auch die bewährte Sprecherriege gibt sich erneut keine Blöße.
Christian Bärmann
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Vampster (12. April 2011): [...] Obwohl "Pilgrim 2000" gleich in medias res und lautstark beginnt, dauert es nach der Verarztung von Dr. Rebecca Levy, die etwas zu lange in die Sonne gestarrt hat, ein wenig bis die Geschichte in Fahrt kommt, gegen Ende der ersten CD des, wie zuletzt immer zweiteiligen Hörspiels, gibt es einen dermaßen gekonnten Cliffhanger, dass alles stehen und liegen gelassen wird, und sofort weiter gehört werden muss. Doch nicht nur die spannende, geradezu abenteuerliche Geschichte steht im Fokus des Interesses, vor allem sind es wieder einmal die vorausschauenden Gedanken des im Jahr 2000 verstorbenen Schöpfers der Serie, Nikolai von Michalewsky, die eine klare, humanistische Botschaft überbringen, ohne gleich moralisch zu werden, sorgen für Aufsehen. "Pilgrim 2000" handelt nicht nur von der Fähigkeit des Menschen, sich in Bürgerkriegen zu verlieren, wie das Thema der Einigungskriege der zweiten Hälfte des einundzwanzigsten Jahrhunderts zeigt, sondern auch wie sich Menschen vom Fortschritt korrumpieren lassen, wie andere als Leibeigene ausgebeutet werden, wie die Technik verwendet wird, um diese Vorstellungen wahr werden zu lassen - all das liefert nicht wirklich neue Erkenntnisse, aber die Serie MARK BRANDIS beschäftigt sich, ohne den Zeigefinger zu erheben mit diesen Themen.
Im Vergleich zu allen bisherigen Hörspielen der Reihe, ist "Pilgrim 2000" fast schon ein Kammerspiel; nur wenige Sprecher kommen vor, gerade die neuen Figuren der Serie Dr. Rebecca Levy (wie immer gut und sexy: Claudia Urbschat-Mingues) und Lt. Pablo Torrente (sensationell wild: Martin Keßler) haben Zeit, sich zu entfalten. Ein wenig zu kurz ist der Auftritt von einem der großen Sprecher geraten, Klaus Sonnenschein. Sein Auftritt als Melchior hinterlässt dennoch Eindruck, hätte aber gerade im zweiten Teil des Hörspiels noch etwas ausgebaut werden dürfen. Auch die bekannten Rollen von David Nathan als Grischa und Martin Wehrmann als Lt. Ivan Stroganow zeigen ein eingespieltes Raumteam, Michael Lott führt seine Rolle des MARK BRANDIS in neue Extreme und brilliert abermals mit seiner Sprecherleistung, die exakt das verkörpert, was eben einen Commander im zweiundzwanzigsten Jahrhundert auszeichnen sollte.
MARK BRANDIS ist zweifelsfrei die beste Hörspielserie, die derzeit auf dem Markt ist, und seine Fangemeinde wächst zurecht von Folge zu Folge. Die Macher leisten großartige Arbeit, die Regie führt mit ruhiger Hand durch alle Szenen und geben jeder, was sie verlangt. Darum dauert dieses zweiteilige Hörspiel auch wieder knapp zwei Stunden erschafft einen wirklich cineastischen Anstrich. Das liegt jedoch nicht nur an der Regie, die wie üblich alles unter Kontrolle hat, sondern auch an den Effekten und dem wundervollen Soundtrack. Dank dem durchdachten Buch und seiner intelligenten Vorlage, müssen wir auch nicht mit Logikschwächen kämpfen, die es sonst nicht selten in Hörspielen zu beklagen gibt. Alles in allem ist "Pilgrim 2000" auch trotz eines leicht schwerfälligem Starts ein erneut begeisterndes Hörspiel, das nicht nur Science Fiction-Fans dringend zu empfehlen ist, sondern allen, die auf spannende und intelligente Unterhaltung mit Tiefgang stehen.
Captain Chaos
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Hoerspiel3.de (15. März 2011): [...] Was wird die Crew an Bord der PILGRIM 2000 erwarten? Mit welchem Gefahren ist hier zu rechnen? Während beispielsweise Gruselgeschichten mit einem ähnlichen Ausgangspunkt oftmals sehr vorhersehbar ausfallen, ist beim Science-Fiction die Anzahl an Möglichkeiten schier unbegrenzt, was die Ungewissheit natürlich auf ein besonders hohes Maß anschwellen lässt. Und es ist absolut unmöglich eine einigermaßen sinnvolle Abschätzung dessen vorzunehmen, auf was man sich einstellen muss. Und genau das erzeugt eine ganz eigene Bedrohung nicht greifbarer Art. Insbesondere, wenn es die Produzenten auch noch verstehen, dass ganze mit glaubwürdigen Charakteren und Motiven auszustatten. Dafür, dass bei Mark Brandis direkt immer beide Teile einer Geschichte zusammen veröffentlicht werden, muss man hier wirklich verdammt dankbar sein. Denn der Cliffhanger, der am Ende des ersten Teiles steht ist schon verdammt fies ausgearbeitet.
Aber nicht nur inhaltlich versteht es dieses Hörspiel über die gesamte Laufzeit auf einem sehr, sehr hohen Niveau zu unterhalten, ebenso die akustische Aufbereitung ist wie üblich wieder sehr stark ausgefallen. Die Geräuschkulisse ist exzellent. Man kann sich wunderbar in die verwilderte Landschaft auf der Pilgrim hineinversetzen. Das beweist nur einmal umso mehr die Vielseitigkeit der Macher als man sonst eher mit ganz anderen Kulissen konfrontiert ist. Passend zur tropischen Kulisse hat man hier einige neue Stücke eingebunden, die zu diesem Szenario durchaus passen, mich in Punkto Spannungsförderung aber leider nicht ganz so zu überzeugen wissen. Solange diese Stücke hier ein einmaliges Experiment in Zusammenhang mit der besonderen Umwelt sind, kann ich aber problemlos damit leben. Schön auch, dass man die Musik zum Ende hin etwas länger ausspielt und nicht direkt in die Auflistung der Produktionsinfos überleitet. Das lässt den Abschluss meines Erachtens nach deutlich runder wirken.
Der Sprechercast ist hier sehr überschaubar ausgefallen. Abgesehen von der Brandis-Crew treten nur zwei Gäste in Erscheinung. Auf den Spannungsgrad des gesamten Hörspiels hat dies jedoch keinerlei Auswirkungen, immerhin ergibt sich die Bedrohung ja mehr aus nicht greifbaren Gefahren. Hervorheben muss man abgesehen von Michael Lott als Cmdr. Brandis diesmal vor allem Klaus Sonnenschein, der mit seinen Auftritten wirklich Gänsehautstimmung verbreitet.
Fazit: Ein Szenario, wie ich es persönlich liebe, gerade weil man durch nicht greifbare Bedrohungen eine unglaublich dichte Spannung erzeugt, welche durch die atmosphärische Kulisse nur noch bedrückender daherkommt. Mal abgesehen von den hier nicht immer ganz optimal eingebundenen neuen Musikakzenten gibt es an diesem neuesten Brandis-Abenteuer von mir diesmal nicht das geringste zu kritisieren.
Daniel Merk
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