Hörspieltipps.net (4. Juli 2010)
[...]
Immer wenn eine neue Folge der Reihe Mark Brandis erscheint, ist es Zeit mal alle die Superlative herauszukramen, die man gerne auch anderswo verwenden würde, wenn man denn doch auch öfter die entsprechende Gelegenheit hätte.

Mark Brandis gehört - so paradox es klingt -  zu den bodenständigsten Vertretern des SF-Genres. Autor Nikolai von Michalewsky hat hier eine Zukunftsvision kreiert, der eine Raumfahrt zu Grunde liegt, die eine glaubwürdige technische Entwicklung durchgemacht hat. Hier gibt es keine physikalischen Klimmzüge, die die Geschichte lösbar machen, sondern läuft die Geschichte in einem festen, aber authentischen Rahmen.

In diesem muss sich die Crew um Mark Brandis mit Rebellen und Einsatzkräften der Republiken auseinandersetzen. Immer wieder gerät man in nahezu ausweglose Situationen, was der Handlung viele Spannungshöhen verleiht.

In dieser Doppelfolge taucht nun auch erstmals eine außerirdische Intelligenz auf. Diese funktioniert zunächst als Gegner, ändert sich aber zur Mahnung, wie wenig sich der Mensch emotional entwickelt hat. Auch wenn dies in dieser Reihe a-typisch ist, ist die Konstruktion und das daraus entwickelte Finale erstklassig. Damit wird klar, dass das Einbinden gleich dreier unterschiedlicher Parteien wichtig war und nicht nur einem unterhaltsamen und wendungsreichen Plot diente.

Aber nicht nur die Geschichte ist absolut hörenswert, wie gewohnt überzeugt auch die Umsetzung. Es gelingt auch hier wieder, diese Geschichte mit einer sehr durchdachten Soundkulisse lebendig werden zu lassen. In diesem Punkt setzt diese Reihe Maßstäbe, gerade weil man eben nicht auf die genreüblichen Standardeffektorgien setzt, sondern ein sehr eigenständiges - und vor allem stimmiges - Klangbild inszeniert.

Auch die schauspielerische Leistung des Ensembles überzeugt. Die gestandenen Sprecher sorgen hier für sehr glaubwürdige Figuren und Dialoge. Leider sind die meisten so gut, dass kleinere Schwächen sofort auffallen. Die Rolle der Ludmilla Wolska, gesprochen von Tomasina Ulbricht, wirkt im Vergleich etwas zu statisch und etwas zu weit vom Rollenklischee entfernt. Hier hätte man für meinen Geschmack auf etwas mehr Homogenität achten dürfen.

Aber auch dies kann am sehr guten Eindruck dieser Episode kaum rütteln. "Raumsonde Epsilon" ist eine erstklassige Geschichte, die sehr gut ins Hörspielformat transportiert wurde. Auch hier kann ich nur wieder eine Empfehlung aussprechen, die ich auch an die richten möchte, die dem Genre eher nicht zugeneigt sind.

Meine Wertung: + + + + +

Olaf von der Heydt

FFM-Rock (7. Juli 2010):
[...] Als großer Brandis Fan stellt sich vor jeder neuen Doppelfolge die gleiche Frage für mich. „Soll man sich über die komplette nahezu ungeschnittene Story inclusive all ihrer Längen freuen, diese als gegeben, dankbar hinnehmen, oder wäre die Geschichte in geraffter, schnittiger Form „mehr“ gewesen“? Das Problem was „Raumsonde Epsilon“ besitzt, ist die hier recht gleichförmige Story, die immer wenn sie an Fahrt gewinnt und somit in Richtung rasant und actionorientiert zu drehen scheint, leider
relativ konfliktlos wieder abgebogen wird. So verbringt die Crew von Mark Brandis – Michael Lott - auf der Jagd nach der extraterrestrischen Sonde gleich drei mal hintereinander in der Gefangenschaft verschiedener Machtblöcke. Die wenigen inhaltlichen Überraschungen beschränken sich auf das Wiedersehen mit guten alten Bekannten und der Vermeidung öffentlicher Konflikte. Das „Raumsonde Epsilon“ trotz allem ihr gewohntes Brandis Flair besitzt, liegt zum wiederholten Male am sehr cleveren Dialogbuch, dem großartigem, plastische Sounddesign und der großen Portion Realismus, die der politisch orientierten Handlung anhaftet. Hier stehen nach wie vor zwischenmenschliche Entscheidungen sehr im Vordergrund. Dinge, die andere Serien nicht einmal ansatzweise anreißen geschweige denn erwähnen.

Weiteres Plus dieser Doppelfolge: die fabelhaft, vollkommen natürlich agierende Sprechercrew, aus der lediglich Tomasina Ulbricht mit etwas stimmlicher Monotonie nach unten hin ausbricht. Ein symphatischer Michael Lott, der mittlerweile die Serie zu weiten Teilen trägt, Martin Wehrmann, Mark Bremer, Michael Westphal, Michael Pan, David Nathan als fähige, wie menschliche Crew sowie Udo Schenk oder Dorothea Anna Hagena als top Gastsprecher, die Besetzungsliste liest sich toll.

Fazit: Alles in allem also wieder eine sehr hörenswerte Serienfolge mit tieferer Message, die sich ausnahmslos (schleppende Story hin oder her) empfehlen lässt.

Martin Bothmann

Hoernews (15. Juli 2010):
[...] Ein wunderbares Tempo wird vorgelegt. Das ruhige Momente vorhanden, aber nicht übertrieben eingesetzt werden, begeistert. Das kleine Brettspiel am Anfang, das für eine böse Überraschung sorgt, ist gelungen in Szene gesetzt und zeigt klar auf, das auch die Besatzung eines Raumschiffs mal ausspannt. Für Erholung bleibt aber kaum Zeit, denn es verschwindet nicht nur die „Delta IX“, auch die Gegenspieler setzen Mark Brandis und seine Besatzung in eine neue fast unlösbare Situation. Das I-Tüpfelchen ist die Titelheldin „Raumsonde Epsilon“, die ebenfalls für eine Überraschung gut ist.
Langweile ist nie vorhanden! Die Handlung ist einfach zu vielschichtig. Ehe man sich versieht, muß die Fortsetzung eingelegt werden, um den könnenden Abschluß zu hören!

Oft sind das Ambiente und die Handlung gut, aber die Sprecher schlecht. Das gibt es hier nicht. Jede Figur hat die passende Stimme und neben den bereits lieb gewonnenen Hauptrollen überzeugen auch die Gäste. Zu keinem Zeitpunkt klingt etwas fehl am Platz, was nicht nur für die gute Spielweise der Beteiligten, sondern auch auf die Musik und die Geräusche zutrifft.

Durch einen kurzen Logbucheintrag gibt es einen gelungenen, aber nicht zu langen Rückblick und rein geht es ins große Finale des Zweiteilers. Eine ausgewogene Mischung aus ruhigen und schnellen Szenen wird präsentiert. Das Tempo nimmt dabei nicht ab und sorgt für ein überraschendes Ende, das nicht unbedingt originell ist, weil die Lösung des Problems eben schon in jeder zweiten SF-Serie genutzt wurde, aber unterhaltsam und spannend bleibt die Folge auch in der Schlussphase.

Die Sprecher drehen noch mal richtig auf. Besonders Michael Lott, der als Titelheld nicht nur durch gut betonte Logbucheinträge und Gedankengänge überzeugt, sondern auch in dramatischen Szenen. Er erlebt, statt nur zu schildern und dies gilt auch für die anderen Sprecher in der Besetzung. Besonders die Gedankenübertragung einer vertrauten Stimme sorgt für ein Gänsehautgefühl. Nicht ganz so überzeugend wirkt allerdings David Nathan, der manchmal doch etwas zu aufgesetzt seine Dialoge vorträgt, dies kann er besser, wie er bereits im ersten Teil dieser Geschichte bewiesen hat. In seinem Element ist Udo Schenk, der wiedermal einen unausstehlichen Gegenspieler mimt.

Als Untermalung gibt es zahlreiche Geräusche und wunderbare Musik. Der Musik ist anzumerken, dass kein echtes Orchester zur Verfügung stand, aber die richtige Stimmung, mit Gänsehautgarantie, erzeugt sie alle mal.

Fazit: Gelungene Fortsetzung und Abschluß des Zweiteilers, der garantiert nicht nur einmal im CD-Player landet. Ein gutes Tempo und Wendungen sorgen für beste Unterhaltung, die durch die Spielfreude aller Beteiligten wirkungsvoll unterstrichen wird.

+++++ von +++++

My Revelations (23. Juli 2010):
[...] Commander Mark Brandis ist wieder mit einer Doppelfolge zurück!
Im Gegensatz zum letzten Doppelschlag hat die nahtlos an das letzte Abenteuer ansetzende Geschichte jedoch um einiges mehr Biss und Action, was der Spannung gut tut. Brandis und seine Mannschaft machen sich auf die Suche nach dem von den Chinesen gestohlenen Raumschiff und bekommen es auf einer Raumstation mit einem neuen Gegner zu tun! Eine Gruppe die sich die dritte Macht nennt und gegen die Vega Gruppierung antritt. Mithilfe eines längst verstorben geglaubten Piloten aus Brandis Vergangenheit gelingt ihnen die Flucht und die Rückeroberung ihres Raumschiffes. Doch die dritte Macht und die Chinesen sind ihnen auf den Fersen.
Dabei zeigen sich die anderen Charaktere um Brandis mal jenseits von Sciene Fiction Gerede und technischen Fachbegriffen. Brandis flirtet sogar unbeholfen mit der Schiffsärztin, weiter so! Sicherlich erinnert die nach einer Buchserie entstanden Hörspielreihe an das große "Star Trek" Universum, doch im Gegensatz zu Roddenberrys Fiktion hat man hier noch keinen Kontakt zu außerirdischen Lebensformen um Jahre 2125 hergestellt und ist auch auf der Suche nach einer Sonde, von der man vermutet, dass sie seit Urzeiten die Erde beobachtet. Große Technologie und Macht wird sich erhofft.
Fans von Hörspielen und Science Fiction Geschichten kann ich diesen auch mit tollen Effekten und wie immer guten Sprechern ausgestatteten Doppeldecker nur empfehlen!

Thorsten Dietrich

Splitted.de (5. Juli 2010)
[...] MARK BRANDIS ist mehr als nur eine Science Fiction - Serie. Hier geht es nicht in erster Linie um Weltraumschlachten, hin- und herzuckende Lasersalven oder einen typischen Weltraum-Freibeuter. Mark Brandis geht schlichtweg seinem Beruf nach, mit all seinen Risiken und Verpflichtungen, trifft seine Entscheidungen nicht nur nach bestem Wissen und Gewissen, sondern auch immer in Hinblick auf das zerbrechliche politische Gefüge, in dem er sich befindet. Er weiß, dass eine falsche Entscheidung einen Krieg heraufbeschwören könnte, und dass Diplomatie das wichtigste Mittel ist, mit dem er zu arbeiten hat. Gerade dies politischen Ränkespielchen sind es, die mich hier immer weniger an Star Wars als vielmehr an Dune oder Star Trek denken lassen. Diese Serie kommt theoretisch auch komplett ohne Actionsequenzen aus, sondern legt die Hauptgewichtung in Atmosphäre und Spannung, was die gesamte Geschichte deutlich “erwachsener" erscheinen lässt als manch andere Science Fiction - Story.

Zu einer “erwachsenen" Geschichte gehören natürlich auch Sprecher, denen man den Ernst der Lage in jeder Situation voll abnimmt, und hier hat man mit Miachel Lott als Commander Brandis eine perfekte Wahl getroffen, die durch das restliche Sprecherensemble vortrefflich unterstützt wird. Auch die Soundkulisse, in der das ganze spielt, wirkt ernsthaft. Keine aufdringlichen Computergeräusche oder Triebwerkslärm, alles in gemächlichen Bahnen verlaufend und im richtigen Moment dann aufbrausend, um die Spannung zu steigern, selbstverständlich harmonisch unterstützt durch die Hintergrundmusik.

Fazit: MARK BRANDIS macht auch auf den Folgen 9 & 10 einen ganz hervorragenden Eindruck und unglaublich viel Spaß, der Geschichte zu folgen, die nicht nur eine überraschende Wendung für den Zuschauer in petto hält...

Matthias

Monsters And Critics (10. Juli 2010):
In dieser Folge merkt man erneut wie wichtig Nikolai von Michalewsky die Verbindung zwischen seiner Zukunftsvision um Mark Brandis und dem damaligen politischen Zeitgeschehen war. Aus heutiger Sicht klingt einiges vielleicht ein wenig banal, aber zur Zeit der Romanveröffentlichung herrschte nun mal der „Kalte Krieg“, der sich in einigen Szenen dieses Hörspiels auch wieder findet. Hierbei geht es aber nicht mehr unbedingt nur um das Wettrüsten, sondern vielmehr um einen Wettlauf gegeneinander um den ersten Kontakt mit einer außerirdischen Rasse. Um sich den Konsequenzen aus diesem Wettlauf bewusst zu werden, könnte man auch fragen, was passiert wäre, wenn Superman nicht in den USA notgelandet wäre, sondern in Russland…

Ganz besonders muss ich die Begriffserklärungen im Booklet der CD hervorheben. Diese ermöglichen es jedem Hörspielbegeisterten Mark Brandis Reisen und Abenteuer zu verfolgen, da die wichtigsten technischen Begriffe dort ausführlich beschrieben werden. Selbst eine Ansicht von Mark Brandis Schiff, der Hermes ist dort zu finden.

Mit den Sprechern hat das Team um Jochim-C. Redeker und Balthasar v. Weymarn wieder alles richtig gemacht und kann daher auf die altbekannten Stimmen von Michael Lott, Christine Mühlenhof und Gerhart Hinze zurückgreifen. Mich persönlich hat es gefreut, dass zum Ende der Folge ein alter Bekannter wiederaufgetaucht ist, der Mark Brandis und seinem Team zu Hilfe eilt. Wer dieses ist, wird hier natürlich nicht verraten…

Mit Folge 10 findet die Reise zu Uranus, die ja schon in Folge 7 begonnen hat einen würdigen Abschluss. Der Wettlauf zur Epsilon ist hierbei natürlich der Mittelpunkt der Geschichte. Hierbei zeigt sich deutlich, dass selbst verfeindete Regierungen sich zusammenschließen könnten, wenn das Wohl der Erde in Gefahr zu schweben scheint. Nikolai von Michalewski war in der Beziehung seiner Zeit weit voraus, da so eine Haltung selbst in unserer modernen Gesellschaft kaum denkbar ist. Regierungen denken eher an ihr eigenes Wohl, bzw. ihren eigenen Vorteil als an das Wohl aller. Diese Haltung stellt von Michalewski am Ende der Episode auch deutlich heraus, als die Entscheidung getroffen werden soll, was mit der Raumsonde Epsilon denn nun geschehen soll. Aber auch hierfür hat er eine passende Lösung gefunden.

Der zweite Teil der „Raumsonde Epsilon“ Geschichte ist erneut wieder klasse in Szene gesetzt worden, von Joachim-C. Redeker und Balthasar von Weymarn. Erneut konnten diese wieder auf die altbekannten Stimmen von Michael Lott, David Nathan, Christine Mühlenhof und Gerhart Hinze zurückgreifen, die dazu beitragen dass auch diese Folge ein wahrer Ohrenschmaus ist.

Hoerspielhoelle.de (3. Juli 2010)
[...] Auf geht es in den nächsten Zweiteiler und ich muss direkt anmerken, dass die Story sich schon ein wenig zieht bzw. sie recht breit erzählt wird.
Zu breit für meinen Geschmack und ich will nicht behaupten, dass die beiden Folgen mit geschickten Kürzungen auf eine CD gepasst hätten, das bezweifel ich nämlich stark, aber für zwei CDs gibt mir die Story nur bedingt genug her. Wie dem auch sei, zwischen dem einen oder anderen Dialog, den man sich hätte sparen können, wird wieder das präsentiert, was man an Mark Brandis schätzt, nämlich Charakterentwicklung, Drama, Action, Politik, also auch mehr, als man von so manch anderem Genrevertreter erwarten kann. Denn auch wenn es sich hier und da mal ein wenig zieht, so bleibt es unterm Strich rundum gute Unterhaltung, spannend, interessant und zu keinem Zeitpunkt wird hier nur stumpfsinnig geballert und das hebt Mark Brandis´ Abenteuer auch weiterhin von der Konkurrenz deutlich ab, denn keine andere SF-Serie bietet einen derartigen Tiefgang und vermittelt diesen so unterhaltsam in nicht ganz einer Stunde, wie es hier der Fall ist.

[...] Der Abschluss machte inhaltlich auf mich einen besseren Eindruck als der erste Teil, aber das war bisher eigentlich immer so bei den Zweiteilern. Die Story besitzt mehr Tempo, mehr Action und es tut sich für meinen Geschmack einfach mehr, so dass die ca. 61 Minuten diesmal etwas besser gefüllt werden.

Patrick Holtheuer

Hörspiele.de (Blog) (13. Juli 2010)
[...] Von der Machart her ist das genau das, was ich als Science Fiction-Fan hören will. Diese Produktion trifft schon seit der ersten Folge bei Steinbach Sprechende Bücher meinen Nerv. Und das ist bei Folgenreich  nicht schlechter geworden. Vielmehr werden die Stories interessanter.

Michael Lott ist als Mark Brandis mehr als überzeugend. Die Sprecher in seinem Team sind gut ausgesucht, vor allem Michael Pan als Ingenieur ist super. Udo Schenk ist wieder als Bösewicht zu hören und das ist wieder mal seine Paraderolle.

Die Sounds sind so gut, dass man vergißt, nicht auf einem Raumschiff zu sein. Die Musik ist ebenfalls auf die Story abgestimmt und insgesamt macht das einen tollen Eindruck.

Endlich gibt sich Folgenreich einen Ruch und investiert bei dem Zweiteiler mal in unterschiedliche Cover. Ich erkenne in der Illustration auch eine Szene aus dem Hörspiel.

Fazit: Als SciFi-Fan genau das, was ich will. Auf höchstem Niveau produzierte gute Story. ''Mehr und Häufiger'' kann da nur die Ansage sein.

CHRizzz

Metal-District (13. Juli 2010):
[...] Nach der in meinen Augen wirklich aussergewöhnlich guten letzten Folge war ich gespannt, inwieweit es die Macher schaffen würden, dieses Niveau auch zu halten. Um es kurz zu machen, es gelingt ihnen, zumindest bis zu einem gewissen Punkt. Die Handlung ist stimmig, Musik und Soundeffekte wie immer großartig und die Sprecher diesmal auch ohne Ausnahme hervorragend. Besonders fällt dies im Fall der jungen Tomasina Ulbricht auf, die Dr. Ludmilla Wolska ihre Stimme leiht. Das klingt doch schon wesentlich besser und lange nicht mehr so steif und hölzern wie beim letzten Mal. Kompliment!

Neben der Stammbesatzung dabei sind diesmal unter anderem Stefan Gossler (Synchronstimme von Jackie Chan und Tim Allen) als Oberst Lao Wu und der Schauspieler und Pantomime Dario De Muro in der Rolle des Hauptmann Saadi. Ein Wiederhören gibt es mit Dorothea Anna Hagena alias „Ruth O’Hara“ als Stimme der geheimnisvollen Sonde und dem großartigen David Nathan als Grigori „Grischa“ Romen.

Für einen irgendwie vorprogrammierten Abfall des Ganzen sorgt schlicht und einfach die Auflösung beziehungsweise das Ende der Folge. Es ist ja nicht die erste Serie, bei der in einer einzelnen oder meinetwegen auch eine Doppelfolge ein großes Handlungsgebäude aufgebaut wird, bei dem meist schon von Anfang an klar ist, daß es sich in der begrenzten Zeit, die so eine Episode nun einmal nur zur Verfügung stellt, nicht auflösen lässt. Als treuem Star Trek: The Next Generation – Fan ist mir dieses Phänomen ja nur allzugut bekannt, und der Plot der vorliegenden Folge, samt der angesprochenen Auflösung, erinnert mich im Übrigen wirklich frappant an die TNG-Episode III/20 „Tin Man“ („Der Telepath“). Da die Romanvorlage für das Hörspiel jedoch aus dem Jahr 1974 stammt, läßt sich hieraus natürlich mitnichten ein Plagiatsvorwurf konstruieren, beziehunsgweise wenn, dann eher umgekehrt.

Fazit: Wieder einmal eine rundum gelungene Folge aus der Reihe der Weltraumpartisanen-Adaptionen, wenn auch mit einem etwas vorhersehbaren Ende.

redbeard

Zauberspiegel.de (28. Juli 2010):
Vorweg ist zu erwähnen, dass diese Folge die Qualität des Vorgängers bei Weitem nicht erreichen kann. Die Folge bietet einfach zu wenig Handlung auf zu großem Raum. Im Mittelpunkt steht Brandis Kampf gegen den alten Feind und seine Verhandlungen mit den Übermächtigen. Ab- und zu gibt es einige Kampfszenen im Weltraum, die die Handlung aber nicht auflockern.

Erst im der letzten Häfte des zweiten Teils gewinnt die Geschichte etwas an Fahrt, als es um die Raumsonde geht. Doch dann ist es bereits zu spät, um insgesamt von einem gelungenen Hörspiel sprechen zu können.

Schleierhaft bleibt auch, warum man die beiden Folgen einzeln vermarktet. Da sie zusammen gehören, hätte man sie im Doppelpack herausbringen können, zumal der erste Teil wirklich sehr inhaltsleer ist. [...] Die Musik und Geräuschkulisse ist natürlich wieder klasse und gibt dem Hörspiel die Atmosphäre eines Weltraumabenteuers schlechthin. Auch die Cover überzeugen, sind sie doch zum Glück nicht von den Romanen übernommen. Lediglich der Schriftzug ist an die Buchcover angelehnt und vermittelt den Wiedererkennungswert für den Kenner. Auch im Innenteil der Booklets hat man sich Mühe gegeben. Nett gemacht mit Glossar zu den verschiedenen Begriffen, die in der Serie vorkommen.

Fazit:
Stellenweise nette Unterhaltung, trotz magerer Handlung.

G. Walt

Ronny Schmidt (15. Juli 2010):
[...] "Raumsonde Epsilon" knüpft nahtlos an den vorangegangenen Zweiteiler an - allerdings muss man diesen nicht kennen, um sich zurecht zu finden. Wichtiges wird kurz erklärt, ansonsten reicht es zu wissen, daß Brandis und Crew mit dem geborgenen Schiff auf dem Rückflug zur Erde sind - alles weitere bekommt man im wahrsten Sinne des Wortes live mit. Auch wenn der erste Teil streckenweise ein wenig lang geraten ist, entwickelt sich gerade im zweiten Teil eine tempo- und actionreiche, allerdings auch wieder für eine derartige Serie überrasched stark auf Charaktere zugeschnittene und nicht mit nachdenklich stimmenden, gesellschaftskritischen Einwürfen geizende Story, die -wenn man denn schon unbedingt das Haar in der Suppe sucht- einzig zu Beginn hätte etwas kürzer ausfallen können. Es ist aber nicht falsch zu verstehen: Gegähnt wird hier keinesfalls und in Gesamtheit bekommt das Fanherz wieder genau das, was es sich wünscht: Raumschlachten, Intrigen, politische Machtspielchen, eine gehörige Portion Drama, Gesellschaftskritik und zum Ende hin weht sogar ein Hauch eines etwas desillusionierten Gene Roddenberry durch die Geschichte.

Bei den Sprechern bleibt alles wie gehabt: Michael Lott, Martin Wehrmann, Michael Pan, Udo Schenk, Julien Haggége, Mark Bremer, fast alle liefern makellose Leistungen ab - doch wie bereits beim Vorgänger kritisiert, fällt Tomasina Ulbrichts Leistung stark gegen die erwähnten ab. Es ist zwar gut, daß man Kontinuität wahrt und sie auch für diese beiden Folgen aufgenommen hat und die Szenen, in denen sie zu hören ist, sind ob ihrer Gesamtheit gut hörbar, dennoch ist diese Emotionslosgiket, mit der der Charakter Ludmilla Wolska gesprochen/gelesen wird ein Manko, das nicht überhört werden kann. Egal ob beim ausgelassenen Würfelspiel, in Gefangennahme oder kurz vor einer drohenden Exekution: Sie klingt immer gleich emotionslos und das ist letztlich schade.
Beim Sound hat sich Joachim-C. Redeker einmal mehr ausgetobt: Was dieser Mann aus Geräuschen, Soundeffekten und Musik schafft, ist für mich bislang unerreicht: "Mark Brandis" zieht den Hörer wirklich mit ins All und obschon die Abenteuer natürlich jenseits unserer jetzigen Realität spielen, fühlt man sich doch in einer realitätsnäheren (Klang-)Welt als es manch eine Produktion, die in "unserer" Realtität verankert ist, zu leisten vermag. Und einmal mehr schafft dieses Serie etwas bei mir, was nur verdammt selten gelingt: Gerade die Monologe Brandis' in Kombination mit Geräuschen und Redekers Musik sind Gänsehaut-Garanten!

Fazit: "Fuckin' epic!". Ein etwas gestreckter Start und eine emotionslose Dr. Wolska vermögen den Gesamteindruck nicht zu schmälern: Diese Doppelfolge ist technisch erneut ein wahrer Hammer, ein Gänsehaut-Garant (nicht im Sinne von gruselig, auch nicht im Sinne von "Boah, wat schlecht", keine Sorge) und bietet alles, wofür der Name "Mark Brandis" steht: Summa summarum gute Story, viele im Ohr verhaftende Szenen, ein großartiges Sprecher-Ensemble und ein absolut überragendes Sounddesign - SO muss Science Fiction geschrieben sein und klingen! Danke dafür...

Ronny Schmidt

Hörspatz (6. August 2010):
[...] Was die Serie so herausragen lässt aus dem üblichen Science-Fiction-Einerlei, demonstriert auch diese Folge wieder mit alter Stärke: Action gepaart mit philosophischen Betrachtungen, eine realistisch anmutende Szenerie, die glaubhaft vermittelt wird, Charaktere, die zweifeln, wachsen und sich entwickeln - Mark Brandis ist weiterhin eine Lichtgestalt am Hörspielhimmel.

Fazit: Top-Doppelfolge der starken Science-Fiction-Serie

Petra Hartmanns Blog (9. August 2010):
[...] Das Niveau der Serie ist recht hoch, doch diesmal ist das Team gleich an zwei Vorgaben gescheitert, die es als Hypothek aus den vorhergehenden Abenteuern mitbrachte: Zum einen rächte es sich nun, dass im Uranus-Hörspiel - abweichend von der Romanvorlage  - das Raumschiff "Delta IX" nicht zerstört wurde, sondern als unbemannter Begleiter von der "Hermes" aus ferngesteuert mitgeführt wird. So ergab sich die Notwendigkeit, das erzählerisch überflüssige Schiff anderweitig zu entsorgen, einen kühnen Handstreich der Chinesen zu erfinden und die Hermes-Crew einen für die Handlung ebenfalls völlig überflüssigen Rückeroberungsversuch starten zu lassen, der dann aber durch einen überraschenden Funkspruch abgebrochen werden muss.
Die zweite Hypothek, mit der sich das Hörspiel-Team belastet hat, war der Wechsel zur Zweiteiligkeit. Während die Umsetzung als Doppelfolge im Kolibri- und im Uranus-Hörspiel überzeugend und überwältigend gelöst wurde, ist hier die Geschichte einfach zu dünn. Ein Einteiler wäre angemessener gewesen. Dann wäre auch die gefühlt ewig lange Szene entfallen, in der der Hörer die gelangweilte Hermes-Besatzung beim Würfelspiel begleiten muss.
Es ist erstaunlich, dass jemand, der aus dem konfusen Uranus-Roman ein so großartiges Hörspiel machen kann, bei einem so geradlinigen und recht ordentlich gemachten Roman wie "Raumsonde Epsilon" derart daneben greift.

Unglücklich ist auch das ständige Hin und Her, dem die Route der Hermes unterworfen ist: Vom Uranus zur Chinesenstation "Zhongli Quan", dann zu einer Satellitenkette, an der man sich per Kabel einstöpseln kann, um abhörsichere Gespräche zu führen (läuft dann eigentlich ein abhörsicheres Kabel von der Urania-Kette direkt zur Erde, oder warum kann der Satellit anders funken als die Hermes?), dann zur Station Isidor, mal eben zum Jupitermond Kallisto und darüber hinaus und zu guter Letzt auch noch in die Umlaufbahn des Merkur. Unfassbar auch, wie viele Leute sich dort draußen nahe und jenseits der Jupiterbahn tummeln: VEGA-Mitarbeiter und EAAU-Militärs, Chinesische Raumschiffe und -stationen, eine Bande von Raumpiraten, der gestrandete Pilot Grischa Romen ... Da wird es unverständlich, wieso in der vorigen Folge solch ein Gewese um Scotts kühnen Vorstoß zum Uranus gemacht wurde. [...]

Fazit: Ein ganz ordentliches Hörspiel im oberen Durchschnitt. Aber die Crew von Interplanar kann mehr.

TV-Kult (27. Juli 2010):
[...] "Raumsonde Epsilon 1" ist routinierte Science-Fiction-Kost für Fans, die
eine gute Stunde lang ohne große Höhepunkte vor sich hin plätschert und das Genre sicher nicht neu definiert. Dafür bedient sich die Serie auch viel zu viel von ihren Vorbildern. Neben den Science-Fiction-Urgesteinen "Star Trek" und "Raumpatrouille" scheinen hier vor allem "Der Wüstenplanet" mit seiner (nach außen hin) neutralen Raumfahrergilde sowie "Perry Rhodan" Pate zu stehen. [...] Bemängeln muss man wie schon beim ersten Teil das trotz vieler Geschehnisse relativ ereignislose Skript. Geräusche und Musik werden gekonnt eingesetzt, das Package ist stimmig, und im ausklappbaren Booklet werden auch einige Hintergründe zur Serie erläutert. Insgesamt ist die Folge guter Durchschnitt und deswegen gibt's auch ... 6 von 10 Punkten

fk

Media-Mania.de (10. August 2010):
[...] Mark Brandis gehört eindeutig zu den besten Hörspielserien, die derzeit auf dem Markt erhältlich sind. Mit "Raumsonde Epsilon" veröffentlicht das Label "Folgenreich" erneut eine Doppelfolge dieser spannenden Serie auf hohem Niveau. Die Story schließt direkt an die Vorgängerdoppelfolge "
Vorstoß zum Uranus" an, es ist daher ratsam mindestens diese vorher zu hören, zumal auch auf vorherige Geschehnisse Bezug genommen und aufgebaut wird. [...] Die politische Situation hat weiterhin einen hohen Stellenwert in dieser Hörspielreihe, tritt aber in dieser Doppelfolge etwas in den Hintergrund. Die Möglichkeit mit extraterrestrischen Wesen Kontakt aufzunehmen, ist für alle Menschen interessant. Egal ob VEGA, Republiken oder unabhängige Gemeinschaften - könnte sich hier vielleicht sogar Potential zur Zusammenarbeit ergeben? Diese voll und ganz "erwachsene" Hörspielreihe, die auf den Jugendbüchern von Nikolai von Michalewsky basiert, zeigt einmal mehr, was Science-Fiction-Literatur für Jugendliche eigentlich alles bieten kann. Man darf den jungen Lesern ruhig etwas zutrauen. Wie schön, dass von Michalewsky das getan hat und die "Mark Brandis"-Hörspielserie außerdem so unvorstellbar gut umgesetzt wurde. [...]  Dramaturgisch besonders gut gelungen sind die Szenen in denen es zur Kommunikation mit der außerirdischen Sonde kommt. "Mark Brandis" gehört ganz eindeutig in die vorderste Reihe der Hörspielpublikationen.

Auch in der Doppelfolge "Raumsonde Epsilon" werden wieder Bezüge zu Ereignissen hergestellt, die der Hörer bereits aus vorherigen Folgen der Serie kennt. Es zeigt sich ein größerer Zusammenhang, was gerade den Liebhabern von längeren und komplexeren Geschichten, ein Genuss sein dürfte. Geradezu authentisch wie eine Dokumentation, wie ein Spielfilm bei dem man die Augen schließt, wirken die Aufnahmen. Wie schön, dass es solche mit Leidenschaft gesprochenen Hörspiele gibt, bei denen so viele Faktoren einfach perfekt zusammenarbeiten, auch wenn die Sprecherin Tomasina Ulbricht noch deutlich an ihrer Authentizität arbeiten muss. Sowohl Story als auch Sprecherleistung, Ton, Effekte und Soundtrack sind mit Liebe zum Detail stimmig und professionell präsentiert.
Es gibt wirklich nichts auszusetzen … Die Doppelfolgen "Raumsonde Epsilon" und "Vorstoß zum Uranus" gehören zu den besten bisher produzierten Science-Fiction-Hörspielen in Deutschland.

Hoffentlich geht es bald weiter, die Hörerschaft ist im "Mark Brandis"-Fieber! Keineswegs grundlos steht diese überzeugende Hörspielserie auf der Finalliste des
DPP 2010. Verdient hat es die gesamte an der Produktion beteiligte "Crew" allemal.

Sandra Wiegratz

Geisterspiegel.de (13. August 2010):
[...] Geheimnisse, Raumschlachten, ein neuer Gegner, ein unerwartetes Wiedersehen – die beiden neuen Folgen haben mit einigen Überraschungen und dramatischen Wendungen aufzuwarten und ziehen diesbezüglich einige Register. Die Action kommt keinesfalls zu kurz, der schöne Nebeneffekt der Aufteilung der Folge in zwei Teile ist aber, dass man mehr Zeit auf die Figurenentwicklung legen kann.

So bekommt man mehr Einblick in den Charakter von Mark Brandis. Einen ärgerlich-ironischen Zug, als das Verschwinden der Delta bemerkt wird. Und eine, nunja, schwärmerische Schwäche für Ludmilla Wolska. Er offenbart sich ihr gegenüber als sehr sorgsamer Vorgesetzter (Zitat: »Sehen Sie das als eine wohlverdiente Pause an « / »Steht Ihnen übrigens gut, der blaue Overall«). Die aufmerksame Zuhörerin merkt also Erstaunliches: Der Thron von Ruth scheint zu wackeln! Noch reagiert Frau Wolska sehr spröde. Das kann zum einen daran liegen, dass sie einfach sehr professionell ist und nicht auf die Flirtversuche eingeht, zum anderen könnte es auch an einer gewissen Gefühlskälte liegen (»... (Er) ist tot? Und was ist mit meinem Labor?«) Das würde auch erklären, warum die eigentlich sehr schöne, klare Stimme von Tomasina Ulbricht an mancher Stelle ein wenig hölzern klingt. Trotzdem fügt sich ihre Stimme hervorragend in das Ensemble ein. Toll wie immer ist Michael Lott als Mark Brandis, dem man wirklich auch gerne beim Vorlesen des Telefonbuchs zuhören würde. Anfänglich ungewohnt ist, Michael Pan (Data aus Star Trek) in der Rolle des Südafrikaners William Xuma zu hören, jedoch wird die hyperkorrekte Ader des Offiziers durch die bekannte Stimme hervorragend betont.

Im zweiten Teil der Geschichte verlassen wir die Ebene der feineren Verstrickungen der Figuren untereinander und begeben uns -fast- ins Metaphorische. Der Kontrast von gewalttätiger und friedfertiger Gesinnung, geistigem Wachstum kontra militärischem Aufrüsten, steht hier im Vordergrund: Auf der Ebene des Kampfes um die Sonde ist dies recht eindeutig: Die drei konkurrierenden Mächte sind vornehmlich am militärischen und technischen Fortschritt interessiert, den eine Untersuchung und Demontage der Sonde mit sich bringen würde. Unser Held Mark Brandis sieht in der telemphatischen Maschine jedoch eine Möglichkeit, politische Interessen hinter sich lassen zu können und einen gemeinsamen Fortschritt der Menschheit auf moralischem Niveau einzuläuten. Die brüderlich vereinte Welt, die gemeinschaftlich gedeiht oder Kampf um die Vorherrschaft im All mit erhöhtem und wahrscheinlich tödlicherem Einsatz. Doch auch die Crew um Mark Brandis hat mit diesen Gegensätzlichkeiten zu kämpfen. Am deutlichsten versinnbildlicht wird der Zwist in der Gegenüberstellung von Xuma und van Kerk, die sich um ihre Ansichten um Südafrika prügeln müssen - letztlich aber die Synthese schaffen, wenn auch mit Fäusten (fragwürdig, aber männlich). Und sogar Mark Brandis selbst geriet ja in moralisch gefährliches Fahrwasser ob der hübschen Wissenschaftlerin an Bord.
Am Scheideweg zwischen Utopie und Dystopie wird den Menschen diesmal eine Entscheidung abgenommen - schade, daraus hätte man eigentlich mehr machen können. Nichtsdestotrotz ist die Folge ein schöner Abschluss um die »Raumsonde Epsilon«, die gleichzeitig auch ein kleines Jubiläum ist, immerhin ist es dies die zehnte Folge der Serie.

Fazit: 10 G von 10 G für Folge 1 / 9 G von 10 G für Folge 2

Rebecca Hagelmoser

Hoerspiel3.de (24./25. August 2010):
Die entscheidende Frage gleich zu Beginn:
wird man die hohe Qualität der Vorgänger wieder erreichen können? Um die Antwort darauf schon einmal vorwegzunehmen: ja, absolut mühelos.
[...] Die Dynamik des Drehbuchs und damit direkt verknüpft der akustischen Umsetzung ist genauso großartig wie bisher. Selbst das scheinbar unbedeutsame Würfelspiel in den ersten Minuten sorgt hier nicht für Langeweile. Die Aktivität im Schiff vor allem in Überraschungssituationen, von denen man es in dieser Folge mit einigen zu tun bekommt, ist bestechend. Problemlos kann man die Vorgänge auf der Hermes visualisieren und das gänzlich ohne Einsatz eines Erzählers. Zweifellos eine Meisterleistung der Skriptbearbeitung. Einziges Stilmittel, das der Rolle eines Erzählers nahe kommt, sind die Gedanken Mark Brandis - dem man sich dadurch stets auf besondere Weise verbunden fühlt. Nach den bisher bereits erlebten Abenteuern mit ihm nur noch umso mehr.

Sehr schön ist, dass man innerhalb dieser Episode einige offene Punkte der Vorgängerfolgen wieder aufgreift und so einen großen Bogen spannt, wobei die Folgen aber problemlos für sich stehen können. So erhält man hier eine mögliche Erklärung für die merkwürdigen Kursabweichungen auf dem Weg zum Uranus. Wie erwähnt, lässt man es an unerwarteten Entwicklungen nicht missen. Dabei gibt es direkt eine Vielzahl von Ereignissen, die sich überschneiden und überlagern und dadurch eine Komplexität erzeugen, die eine Aufteilung des Abenteuers auf zwei CDs nachvollziehbar machen. [...] Die Weiten des Raums werden durch die Musik beinahe fassbar. Das Schöne an dieser Reihe ist, dass sich diesbezüglich bislang absolut keine Abnutzungserscheinungen zeigen.
Eine glaubwürdige und vor allem zeitgemäße Kulisse für ein Weltraumabenteuer auf die Beine zu stellen, ist keine ganz einfache Aufgabe. Dass man dies scheinbar aus dem FF beherrscht, hat man mit den vorherigen Hörspielen bereits eindrucksvoll genug bewiesen. Warum also sollte man ausgerechnet jetzt eine Ausnahme machen?

[...] Es ist beinahe beängstigend, wie Mark Brandis und sein Team auf ihrem Weg von einer scheinbar ausweglosen Situation in die nächste stolpern. Das damit einhergehende hohe Tempo lässt nichtsdestotrotz Raum für Ruhephasen, in denen die Gedanken des Commanders wie ein Fels der Menschlichkeit stets den Blick auf das Wesentliche lenken. Genau letzteres ist das faszinierendste aller Elemente der dargebotenen Geschichten. Es geht um wirkliche Schicksale, man meint es mit Freunden zu tun zu haben, mit denen man absolut in jeder Situation mitfiebert. Der finale Part beweist nur ein weiteres Mal welche Tiefe in den Erzählungen von Nikolai von Michalewsky steckt.

Und das Duo von Interplanar weiß genau, wie sie dieses in Hörspielform umwandeln müssen, um alles aus den Vorlagen herauszukitzeln. Die Drehbuchbearbeitung, die auf einen neutralen Erzähler gänzlich verzichtet, ist der Grundpfeiler, auf dem man aufbaut. Darum ranken sich die eindrucksvolle Musik, die treffsichere und glaubwürdige Klangkulisse und die mehr als lebendigen Darbietungen der Sprecher.

Fazit: Nur wenige Hörspiele lassen einen derart beeindruckt zurück. Seltsamerweise gelingt dies der Reihe immer wieder. So es denn überhaupt etwas kritisch anzumerken gilt, kann man einzig aufführen, dass der Ausklang rein mit Musik stimmungsvoller gewirkt hätte als der Einbau eines Outros mit Sprechercredits. Erste Sahne!

Teil 1: 14 von 15 / Teil 2: 15 von 15

Daniel Merk

Phantastik-News (ebenfalls »Rattus Libri«) (15. August 2010):
[...] Diesmal ist das Geschehen gleich doppelt spannend. Neben angespanntem Geplänkel an Bord, der Jagd auf ein verlorengegangenes Schiff und Auseinandersetzungen mit zwei wirklich feindlichen Parteien, kommt erstmals auch noch außerirdisches Leben ins Spiel. Doch auch wenn der Sendbote der Aliens den Menschen nicht feindselig gesinnt ist, stellt sich immer wieder die Frage, ob die Menschen wirklich schon bereit dazu sind, sich höherem Wissen und Kontakten mit anderen Wesen zu stellen. Schon der Roman stellt diese Frage, das Hörspiel macht es ebenso deutlich und rückt nicht nur die Abenteuer-Elemente der Geschichte in den Mittelpunkt. Es geht zwar etwas turbulenter zu als in den letzten Folgen, aber dennoch werden die Menschen und ihre Gefühle nicht vergessen, gerade wenn es auf das Ende zugeht und nicht nur Mark Brandis folgenschwere Entscheidungen treffen muss.

Die Sprecher tun das Übrige dazu, um Brandis und seine Crew, die Gegenspieler und die überraschenden Verbündeten sehr lebendig darzustellen. Das Kino im Kopf schaltet sich beim Hören jedenfalls sehr schnell ein und nicht mehr aus. Besonders gelungen ist die Rückkehr einer Figur, mit der man eigentlich gar nicht mehr gerechnet hat. Auch wenn ihre Geschichte etwas abenteuerlich klingt – man nimmt es dem Sprecher und dem Autor doch ab, dass so etwas möglich ist, denn von Michalewsky hat schon oft genug bewiesen, dass er weiß, wovon er spricht.

Fazit: Alles in allem erweist sich „Raumsonde Epsilon“ als rundum gelungene Sache. Sowohl die abenteuerlichen als auch die nachdenklich philosophischen Aspekte der Geschichte werden berücksichtigt, und die Sprecher geben ihr Bestes, um alles plastisch darzustellen. Damit zeigt die „Mark Brandis“-Reihe wieder einmal, warum sie so hörenswert ist.

Christel Scheja