Hörspieleportal (18. Oktober 2008)
[...] Einer der gewichtigsten Punkte in einem Hörspiel sind für mich die Geschichte und der sich daraus ergebenden Spannungs- und Unterhaltungswert. Je nach Genre natürlich mit einem angepassten Fokus.
Bei Mark Brandis stimmt beides. Das besondere ist aber, dass diese Serie weit mehr bietet als nur oberflächliches Actionspektakel. Politik als Kernthema in einem Hörspiel mag dem ein oder anderem im ersten Moment vielleicht etwas suspekt erscheinen. Das ist es aber ganz und gar nicht, wenn es auf diese Art und Weise integriert wird. Die politischen Hintergründe geben dem Plot erst das nötige Gewicht und die Substanz auf der man aufbauen kann. Sie ist der Grundpfeiler, den schon die ersten beiden Hörspiele errichtet und geformt haben und der nun wie ein scharfer, spitzer Dolch in den Raum ragt.
Jetzt ist die Zeit gekommen, die Charaktere genau mit diesen Kanten zu konfrontieren. Und auf welch vielfältige Art und Weise diese schneiden können, das stellt die dritte Folge eindrucksvoll unter Beweis. Auf angenehme oder nur ruhige Zeiten können Mark Brandis und sein Team auf der Delta VII nicht hoffen
[...] Fünfundsiebzig Minuten können eine Menge Zeit sein, wenn man nichts zu erzählen hat. Fünfundsiebzig Minuten können einem aber auch verdammt kurz vorkommen, wenn es so rasant zugeht, wie in diesem Abenteuer. Vor allem dann, wenn man ohnehin schon sehnsüchtig auf die Fortsetzung gewartet hat.
Die Authenzität, die zu jedem Augenblick in der Serie mitschwingt, ist eine der ganz großen Stärken. Diese beschränkt sich aber nicht nur auf die auftretenden Charaktere, sondern erstreckt sich bis hin zur Geräuschkulisse. Science-Fiction muss nicht automatisch abgehoben und futuristisch klingen. Diese Episode hat zudem noch den Vorteil, dass sie zu großen Teilen auf dem blauen Planeten spielt. Die Kulisse ist faszinierend detailreich. Das fällt einem schon zu Beginn auf, wenn Mark Brandis im Regen steht, kurz darauf in einen Wagen steigt und sich die Geräusche sofort den neuen Umständen anpassen. Sowas ist wahre Feinarbeit.

Eine Schwierigkeit hat das Hörspiel und diese erfordert seitens der Hörer entsprechende Konzentration. Vor allem, wenn es in den Gefechten mal entsprechend hektisch wird, könnte es ansonsten passieren, schnell den Überblick zu verlieren. Die Produzenten verzichten auf einen neutralen Erzähler. In zwei, drei Situationen erlebt man Mark Brandis in die Ich-Perspektive wechseln. Ansonsten ist der Einsatz eines Erzählers aufgrund des starken Drehbuchs und der Kulisse aber gar nicht vonnöten.

Das Tempo variiert stets zwischen Vollgas und Ruhe und vor allem die "Umschaltszenen" können ein ums andere Mal ziemlich überraschen. Den Gesamteindruck von der Umsetzung dieser Geschichte kann man am besten mit folgenden drei Adjektiven wiedergeben: spannend, rasant und actionreich. Eine perfekte Mischung, die mir einmal mehr vollkommen zugesagt hat.

[...] Fazit: Inhaltlich erscheint Mark Brandis um einiges vielschichtiger als sein Kollege Perry Rhodan, der in anderen Galaxien unterwegs ist. Dafür fehlt es der Umsetzung momentan noch etwas an den Wiedererkennungswerten, die gerade den STIL-Rhodan derzeit so besonders machen. Insgesamt brauchen sich aber beide Serien nicht voreinander zu verstecken. Und das tun sie auch nicht, wie ein Aufeinandertreffen der beiden Charaktere im Rahmen eines Specials beweist. [...] Note 1

Daniel Merk

FFM-Rock (20. Oktober 2008):
[...] Da ist es endlich, das langerwartete dritte Abenteuer um Testpilot Mark Brandis. „Unternehmen Delphin“ stellt einen gelungenen Mix aus den beiden tollen vorangegangenen Folgen “Bordbuch Delta VII“ und „Verrat auf der Venus“  dar. Wieder um vieles politischer und doch actionreich und spannend. Die Rettung der Orientalischen Republiken hat dieses Mal oberste Priorität für Brandis. Doch Marks Sinn für Gerechtigkeit macht ihn scheinbar zum berechenbaren Spielball seines Gegners, der ihm immer einen Schritt voraus zu sein scheint.  Doch was macht das Leben im 22. Jahrhundert nach nur 3 Folgen bereits so erfolgreich? Zum Ersten dürfte die vollkommen plastische und absolut nachvollziehbare Welt einer der Hauptgründe für den Erfolg der Serie darstellen. Die Geräusche sind wieder einmal erstklassig und vermitteln den Eindruck, selbst mitten im Geschehen zu stehen. Die Sprecher überzeugen mit hervorragenden Auftritten. Gerade in dramatischen Szenen glänzen die Akteure mit purer Glaubwürdigkeit. Auch die Akzente verschiedener Nationalitäten stehen für Realität, sorgen für lebhafte Dialoge. Musikalisch darf man ebenfalls wieder nicht mit Lob sparen. Die kurzen und knappen Musikstücke sind brillant vertont, verfügen über riesiges Ohrwurmpotential. Ein weiteres tolles Hör-Stück dieser Ausnahmeserie, die wieder einmal von A-Z ohne gleichen überzeugt. Wer sich vom glaubwürdigen, politischen MilitärGrund -Plot, der sicherlich nicht jedermanns Sache ist, nicht abschrecken lässt, bekommt zum wiederholten Mal ein rundum perfektes Hörspiel mit viel Tiefe und charakterlich starken Mimen auf die Ohren.

Fazit: Kaufempfehlung.

Einziger kleiner Kritikpunkt dürfte der Preis sein, der mit „Unternehmen Delphin“  die für Hörspiele magische 10,00 € - Grenze durchbrochen  hat. Es bleibt abzuwarten, wie die Hörspielgemeinde diesen Preis aufnehmen wird. Wert ist das Hörspiel auch den erhöhten Preis in jedem Fall.

Martin Bothmann

Geisterspiegel (November 2008):
[...] Etwas schwer war es für mich, die Mark Brandis vorher nicht kannte, schnell in das Universum des Helden einzutauchen. Sehr hilfreich gestaltet sich aber für solche wie mich das schöne und informative Booklet des Hörspiels, in dem die wichtigsten historischen Stationen und agierende Personen vorgestellt werden. Was das Leben im 22. Jahrhundert bestimmt, wird ebenso kurz erläutert, sodass kaum Verständnisprobleme beim Hören auftauchen. Ersthörer werden auch den Prolog zu schätzen wissen. Authentische und hervorragende Sprecher machen das Hörspiel zu einem absoluten Ohrenschmaus, zu dem aber auch die stimmigen Hintergrundgeräusche und der ansprechende Soundtrack beitragen. Alles in Allem haben die »Sprechenden Bücher« ein Hörspiel der ersten Güte hervorgebracht, welches Fans der SF auf keinen Fall verpassen sollten. Ich für meinen Teil bin schon sehr gespannt auf die nächste Folge.

Rebecca Hagelmoser

Hörspieltipps (27. Oktober 2008):
Die Abenteuer des etwas anderen Weltraumhelden "Mark Brandis" gehen nun endlich in ihre dritte Hörspielrunde. Der Abstand, in dem die Folgen erscheinen, ist leider immer sehr lange und entsprechend groß ist der Hunger nach dieser - bislang sehr gelungenen - Serie.

Auch das dritte Abenteuer erfüllt die hohen Erwartungen. Die Geschichte hat ordentlich Tiefgang und überzeugt zudem aufgrund einer sehr gelungenen Umsetzung.

Die Geschichte bedient sich politischer Muster, die zwar in der Zukunft spielen, aber recht zeitlos und damit sehr nachvollziehbar sind. Dies ist ein Schwerpunkt der Reihe und hebt sie damit aus vielen mitunter sehr trivialen Weltraumstories heraus.
Die Interaktionen von Großmächten ist ein wesentlicher Bestandteil der Handlung und entwicklet sich von Folge zu Folge fort. Das bringt sehr viel Hörenswertes, erfordert aber auch, dass man das, was in den vorherigen Teilen geschah, noch sehr präsent im Ohr haben muss.
Dabei stören die langen Pausen zwischen den Veröffentlichungsterminen schon ein wenig und da sich vermutlich weder daran, noch an der Komplexität der Handlung etwas ändern wird, wird es für den Hörer auch immer schwieriger werden, am Ball zu bleiben.

Trotz aller politischen Aspekte, kommt natürlich auch die Action in diesem Hörspiel nicht zu kurz. Ein paar diesbezüglich sehr starke Szenen, die auch technisch sehr glaubhaft umgesetzt sind, kann auch diese Folge wieder bieten. Aber nicht allein daraus wird Spannung erzeugt. Vielfach sind es eher die bedrohlichen Momente, die für Dramatik sorgen. Und auch hier überzeugt man sowohl inhaltlich, als auch in der Umsetzung.

Letztere verleiht der Serie eine recht eigene Note. Denn man schafft hier einen guten Spagat, in dem man typische SF-Klang-Klischees vermeidet und trotzdem sehr passende und glaubhafte Sounds verwendet. Auch die Musik ist bodenständiger und sorgt für eine sehr gelungene Atmosphäre, die dem Genre durchaus gerecht wird.

Im Sprechercast tauchen allerlei gestandene Sprecher auf, aber eben auch einige unbekannte Größen. Ein besonderes Lob muss man an die Besetzung (und wohl auch an die Regie) richten, die hier wirklich eine glaubhafte Charakterisierung und eine durchaus homogene Gesamtleistung hörbar werden lässt.


Wie zu erwarten, ist auch der dritte Teil auf dem sehr guten Niveau der Vorgängerfolgen unterwegs. Wer die Serie noch nicht kennt, der sollte hier auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren. Der Rat gilt auch für diejenigen, die mit SF sonst vielleicht nicht so viel am Hut haben, denn "Mark Brandis" ist deutlich mehr, als ein reines Weltraumabenteuer..

+++++ von +++++

Hörspiellobby (Lukes Meinung) (27. Oktober 2008):
[...] Wieder beweist die Crew von Interplanar das sie in der Lage ist, eine Welt zu erschaffen die auch nach größeren Veröffentlichungspausen den Zuhörer sofort wieder in ihren Bann schlagen kann. Die Inszenierung ist perfekt und so lebendig gemacht das man sofort wieder eine Gänsehaut bekommt sobald die „Delta VII“, oder ihre Crew, in Kampfhandlungen gestürzt wird. Action, Spannung und politische Verwicklungen – alles wird geboten und so intensiv verpackt das man sich der „Magie“ des Serie nicht wirklich entziehen kann. Die Regie leistet da, meiner Meinung nach, eine sehr gute Arbeit, da alle Sounds wie vorher klingen, alle Sprecher ihre Rollen genau so interpretieren wie bisher und auch sonst alles so stimmig ist das mir keine Unstimmigkeiten auffallen wollten.

Die Sprecher liefern alle wieder einen sehr guten Job ab. Michael Lott kann dem Charakter „Brandis“ so viel stimmlichen Druck verleihen das er schon in der Verhörszene wirklich überzeugend wirkt. Die Darsteller der Militärs der orientalischen Republiken sind mit Schauspielern besetzt die den asiatischen Akzent ausgesprochen überzeugend beherrschen und so die Stimmung der Szenen noch authentischer wirken lassen, da sie nicht gequält nachgemacht klingen.

Martin Wehrmann gefällt mir in seiner Rolle als „Iwan Stroganow“ immer besser. Erschien er in der ersten Folge noch recht steril, so wirkt der Russe so langsam immer lebendiger und realer. Da wäre dann noch Christian Rode als „General Smith“ zu erwähnen. Auch wenn er seine Stimme nett und freundlich klingen lässt, so schafft er es dennoch die Figur des tyrannischen Despoten bedrohlich und gefährlich wirken zu lassen. Auch der Rest weiß was er macht und jede Rolle ist so angelegt das sie nicht gekünstelt wirkt. Sei es nun Rasmus Borowksi (Ibaka), Gerhart Hinze (John Harris), oder Christine Mühlenhof (CORA) – jeder beherrscht seine Rolle und interpretiert sie genau so wie in den Vorgängerfolgen.

Die Musik ist reiner Kinobombast. Sei es nun das sehr heroische Titelthema oder auch die ruhigen Untermalungsstücke, alles ist passend gewählt und die Synthesizer-Stücke sind für SF-Musik nicht wirklich ungewöhnlich. Die Geräuschkulisse ist perfekt uns so realistisch wie man sie sich auch im realen Leben vorstellt. Die technischen Sounds können ebenfalls als „real“ angesehen werden, da sie nicht überzeichnet oder zu dominant eingesetzt werden.

Das Booklet kann mit einer Weltkarte, welche die politischen Machtverhältnisse aufzeigt, einem Glossar über ein paar wichtige Charakter sowie einer Einführung in das Leben des 22ten Jahrhunderts aufwarten.

Zum dritten Mal Weltraumaction pur. Da bleibt nur eines...

***** von *****

Hörspiele.de (28. Oktober / 7. November 2008)
Das "Unternehmen Delphin" hält locker den hohen Qualitätsstandard seiner beiden Vorgänger. Sehr gut und war anders aber auch kaum zu erwarten. Hier passiert soviel, dass es mühsam ist, auf Einzelheiten einzugehen, kurzum die Vorlage wurde grandios umgesetzt. Die Sprecher, die Atmosphäre, eine perfekte Symbiose der Hörspielkunst. Die Geräusche wurden detailverliebt eingesetzt, die Musiken schlicht passend gesetzt, was höchstens noch vergleichbare Hörspielkünstler wie STIL oder Volker Sassenberg hinbekommen. Mark Brandis erlebt in den 76 Minuten Spielzeit Höhen und Tiefen, Gewissenskonflikte, schwierig zu treffende Entscheidungen. Das gerade Gehörte macht doch schon recht nachdenklich ( Macht von Propaganda, eigene Hilflosigkeit, eigene Grenzen pp.). Hört selbst, es lohnt sich wirklich.

Zur Bewertung: Mehr als *****von*****

User Pitchfork

[...] So muss ein Science Fiction-Hörspiel klingen. Genialer Score, tolle Action, gute Sprecher, fantastische Story. Ich finde auch nicht ein Haar in der Suppe bei diesem Hörspiel.
Ich mag hier keinen Sprecher hervorheben, denn alle tun ihr Bestes. Michael Lott als Hauptfigur ist sicher ein überzeugender Mark Brandis. Gefallen hat mir auch Christian Rode (Sherlock Holmes) als General Smith.
Musikalisch geht bei dieser Folge wirklich die klassische Post ab. Jochim-C. Redeker ist der Name des Mannes, den man sich für den Hörspiel Award merken muss. Absolut starke Umsetzung.

Fazit: Stark, stark und nochmal stark. Vielleicht sollte man die Vorgänger-Folgen kennen, aber als Folge ist das eine der besten Science Fiction-Stücke, die ich je gehört habe. Hörspiel der Woche - ohne Frage!

Webmaster CHRizzz

Hoernews (29. Oktober 2008)
Das dritte Abenteuer beginnt mittendrin. Mark Brandis befindet sich in Gefangenschaft und niemand glaubt, das er nur helfen möchte. Das Erschießungskommando steht bereit. Ist das sein Ende? Mit diesem erschreckenden Auftakt beginnt die dritte Folge der SF-Serie. Für Spannung ist daher gleich zu Anfang gesorgt. Die Handlung bietet eine gute Mischung aus ruhigen, spannenden und actiongeladenen Momenten, wobei die Action diesmal überwiegt. Die Geschichte bietet trotzdem die Gelegenheit für nachtdenkliche Kommentare und Konflikte, die nicht nur die fiktiven Figuren, sondern auch alle Hörer, zum Nachdenken bringt.

Die Sprecher passen sich der dichten Atmosphäre an. Niemand klingt künstlich und alle passen zu ihren Rollen. Das Hörspiel macht jede Sekunde Spaß, da es die Regie versteht das Beste aus alle rauszuholen. Es gibt keine Betonungsfehler, oder andere störende Elemente.

Neben der guten Besetzung besticht die Reihe erneut durch eine aufwendige Soundabmischung. Musik und zahlreiche Geräusche sorgen für das richtige Ambiente. Die Handlung wird Kinoreif unterstützt. Mit viel Liebe zum Detail wird auch auf die Geräuschstärke geachtet. Kein Geräusch ist zu laut, keine Musik zu aufdringlich.

Fazit: Sehr temporeich und spannend. Neben zahlreichen Actionszenen bietet die Handlung aber auch ruhige Szenen und Kommentare, die auch an unsere Gegenwart erinnern und zum Nachdenken anregen. Mark Brandis ist und bleibt klassische Science Fiction. Kaufen!

Detlef Kurtz

Hoerspielhoelle.de (1. November 2008)
Das dritte Abenteuer von Mark Brandis und seiner Crew und hier wird eigentlich soweit alles geboten, was man von einer Sci-Fi-Story erwartet, aber auch nur eigentlich, denn ich hatte so meine Schwierigkeiten, die Handlung einzuordnen oder richtig zu werten. Streckenweise kommt sie mir nämlich so vor, als diente sie nur dazu, um ein Bindeglied zwischen der vorherigen und der nächsten Folge darzustellen. Das ist ein sehr subjektives Empfinden und es lässt sich nicht richtig festmachen, aber alle Szenen und Handlungen scheinen nur auf die Ereignisse am Ende dieser Folge hinzulaufen und die Action und Schlachten sind nur Geplänkel. Nichts gegen die Bearbeitung oder den Unterhaltungsfaktor, der ist sehr hoch und Kurzweiligkeit herrscht vor, lediglich die die Frage nach dem Sinn und die Einordnung in das Gesamtgefüge der Serie.
Bei den Sprechern hat sich wenig getan, das Niveau ist auch weiterhin sehr hoch. Die bisher Truppe konnte zusammen gehalten werden und so mischen hier Michael Lott, Wolf Frass, Rasmus Borowski, Gerhart Hinze und weitere mit. Somit ist bei den Hauptrollen alles wie gehabt und die Eingespieltheit macht sich bezahlt, man hört allen den Spass an der Sache an. Lediglich einmal hatte ich das Gefühl, dass Lott zum Overacting neigt, als er einen seiner Mannen zusammenstaucht, das war etwas too much. Als Gast ist hier Christian Rode bei, dem man all seine Erfahrung hört und er bringt die Rolle des Generals perfekt rüber, zwielichtig und fokussiert, einfach stark. Hier und da klingen in den ganz kleinen Rollen aber auch mal ein paar Stimmen durch, die nicht ganz so gut agieren, da scheinen wohl auch mal Amateure zum Zuge gekommen zu sein. Zwar reißt das den positiven Gesamteindruck nicht merklich runter, aber es stört schon ein wenig. Sicher, aus Kostengründen kann man hier nicht bis in den hinterletzten Winkel mit bekannten Profis auftrumpfen, das ist klar, aber auch in der Hinsicht muss etwas mehr Sorgfalt walten.
Wenn es in einer Hinsicht gar nichts zu beanstanden gibt, dann in Sachen Untermalung. Hier werden wieder alle Register gezogen und wird mächtig was geboten, keine Frage. Egal welche Szene, sei es nun in Bejing oder auf Guano, die Atmosphäre ist schlicht und ergreifend grandios! Die passenden Musiken, eine wuchtige Geräuschkulisse, mal chinesische Klänge, dann harte Riffs, für jede Szene die richtige Untermalung, dafür gibt es die volle Punktzahl.
Fazit: Nicht ganz so stark wie die vorherigen Folgen, aber immer noch Sci-Fi vom Allerfeinsten, diese Serie muss sich auch weiterhin nicht hinter der Konkurrenz oder Genre-Kollegen, im Gegenteil. Gemeinsam mit Perry Rhodan teilt sich Mark Brandis auch weiterhin den Thron in Sachen Sci-Fi und wird es vermutlich auch in Zukunft tun. Bis auf ein paar Kleinigkeiten eine unterhaltsame und kurzweilige Angelegenheit, die ich auch diesmal empfehlen kann.

Patrick Holtheuer

Lies und Lausch (5. November 2008)
Die Geschichte ist diesmal jedoch nicht so leicht zu verdauen, der Dritte Weltkrieg steht kurz bevor, die Nerven sind angespannt, die politische Situation ist brenzlig, Politik beherrscht das Hörspiel jedoch ohne langweilig zu werden oder oberlehrerhaft daher zu kommen. Man erfährt viel über die Welt im Jahr 2120 und die Geschichte ist abwechselnd etwas ruhig, gibt dann aber wieder mächtig Gas, was jedes Mal völlig überraschend, nicht vorhersehbar, auf den Hörer zukommt. Da passiert es dann schon mal leicht für einen kurzen Moment den Überblick zu verlieren, ist aber wieder sehr schnell drin in der Geschichte.
Beim ersten Blick auf die Sprecherliste, ungläubiges Staunen – wer sind all diese Leute? Doch auch diese unbekannteren Sprecher machen ihren Job gut, sind aber durchauch noch steigerungsfähig. Besonders gelungen ist hier jedoch, dass die asiatischen Rollen von Asiaten gesprochen werden und es schon mal chinesisch und koreanisch auf die Ohren gibt, was die Folge noch ein bisschen authentischer wirken lässt. Die bewährten und bekannten Sprecher der vorherigen zwei Teile machen ihren Job ausnahmslos spitze und bieten wieder einmal beste Unterhaltung.

Die musikalische Untermalung samt Effekten ist so stimmig wie bei den Produktionen vorher. In Beijing glaubt man wirklich vor Ort zu sein, die chinesischen Klänge und Stimmen passen einfach hervorragend. Man steht auch mal mit dem Protagonisten gemeinsam im Regen und fühlt förmlich die Tropfen auf der Haut.

Zu erwähnen sei auch noch das informative und schön gestaltete Booklet, das die bisherigen Geschehnisse kurz zusammenfasst, die wichtigsten Personen vorstellt und eine Karte bietet, die die momentane Aufteilung zwischen Republiken und der Union darstellt. Außerdem wird noch das Leben im 22. Jahrhundert mit seinen Besonderheiten erklärt.

Fazit: Mark Brandis ist eine rundum gelungene Produktion aus dem Haus Interplanar mit einer vielschichtigen Geschichte, toller Musik, perfekt platzierten Effekten und mitreißenden Sprechern. Beste SciFi-Unterhaltung ist garantiert und so hat sich Mark Brandis bereits nach wenigen Folgen, im Gegensatz zu anderen SciFi-Produktionen seinen Platz in den Herzen der Hörerinnen und Hörer gesichert. Schön wäre es allerdings, wenn die nächste Folge nicht allzu lange auf sich warten lassen würde, wenn die Produktion dann aber wieder so gelungen ist wie diese, nehmen wir auch das irgendwie in Kauf!

Bianca Wenzel

Phantastik-News (12. November 2008):
[...] Mark Brandis, die klassische deutsche SF-Reihe, wird zunehmend zu einem Gesamtkunstwerk, denn der Sammler in mir durfte mit Freude feststellen, dass die schönen Cover der Hörspielreihe auch die Romane der gedruckten Wiederauflage aus dem Wurdack-Verlag zieren. Und wo die Romane einem wie mir, der als kleiner Junge in Stadtbibliotheken immer verzweifelt nach dem neuen Band gesucht hat, angenehme Schauer den Rücken herunter rieseln lassen, tun das die Hörspiele auch.

Sie tun es, wie „Unternehmen Delphin“ beweist, vor allem auch deswegen, weil sich die Macher MÜHE gemacht haben. Wie einfach ist es doch, aus etwas Gutem größtmöglichen Schrott zu machen, wie wir an der deutschen Synchro der TV-Serie „Heroes“ erfahren durften. Wo im Original die japanischen Charaktere eben japanisch miteinander sprechen, bringen sie in der deutschen Fassung... aber decken wir den Mantel des Schweigens darüber. Die Chinesen in dieser „Brandis“-Episode reden Chinesisch und wir bekommen nicht einmal eine Übersetzung - genauso wenig wie der anfangs in Gefangenschaft sitzende Held. So ist es korrekt, so macht man es richtig, und ich wette darauf, wenn ich das Hörspiel einem Bekannten geben würde, der des Chinesischen mächtig ist, dann machen die dort gesprochenen Sätze auch Sinn.

Das ist die richtige Einstimmung in ein atmosphärisch dichtes, spannendes Hörspiel von hoher Qualität. Die Sprecher verstehen ihr Handwerk, die Soundeffekte sind mehr als nur adäquat und somit wird auch durch die dritte Episode der „Brandis“-Hörspiele dem von mir beschriebenen Gesamtkunstwerk eine weitere, höchst erfreuliche Facette hinzugefügt, die zu Recht den DPP in der Kategorie „Bestes Hörspiel“ gewonnen hat.

Dirk van den Boom