Metal-District (6. November 2010)
Nanu, ich habe doch die Drei Fragezeichen gerade ausgemacht, um mir stattdessen die neueste Mark Brandis - Folge anzuhören... aber das ist doch schon wieder Justus?

Natürlich ist es nicht der erste Detektiv, aber ganz klar die Stimme seines Sprechers Oliver Rohrbeck, hier in der kleinen Rolle des Journalisten Walter Hildebrand, der über die Ankunft der Delegation der Republiken zur großen Friedenskonferenz auf INTERPLANAR XII berichten will, und dem verantwortlichen Sicherheitschef Mark Brandis dabei gehörig auf die Nerven geht. Und tatsächlich kommt es bei der Landung des Raumschiffs zu einem terroristischen Anschlag, der die Großmächte an den Rand eines neuen Weltkriegs bringt.

Im zweiten Teil der Geschichte steht Mark Brandis' ehemaliger Pilot Robert Monnier vor Gericht: Er soll den Terroristen, die sich als »Vollstrecker« bezeichnen, sein Schiff, die Ares, in die Hände gespielt haben. Brandis soll nun als Vertreter der Anklage seinem alten Freund den Prozess machen, dem bei einem Schuldspruch sogar die Todestrafe droht. Da berichtet ein Betreuer der Homo Factus-Hilfstruppe auf der japanischen Insel Tsushima von einer Beobachtung, die enthüllt, was die »Vollstrecker« vielleicht wirklich vorhaben...

Die Geschichte, die im Vergleich zur Buchvorlage in einigen, jedoch eher marginalen Punkten verändert wurde, bietet alles, was eine gute und spannende Science Fiction Story ausmacht: von actionreichen Sequenzen und Kämpfen bis hin zum persönlichen Drama der befreundeten Hauptfiguren, die beide jeweils gezwungen werden, gegen ihre Überzeugung zu handeln.

Neben dem wie gewohnt guten Michael Lott in der Rolle des Titelhelden ist es vor allem Holger Umbreit, bekannt etwa durch seine Rolle als Funker in der TV-Serie „Die Rettungsflieger“, als Commander Robert Monnier, der es schafft, die innere Zerrissenheit seiner Figur und das gestörte Vertrauensverhältnis zu Brandis spürbar zu machen.

Oli Rohrbeck wurde ja bereits erwähnt, doch erhält die Stammbesetzung in dieser Folge natürlich noch weitere stimmprominente Verstärkung: Alexander Torgau etwa wird gesprochen von Torsten Sense, der deutschen Standardstimme von Val Kilmer, und Wolfgang Kaven, in der Rolle des Henri Villiers zu hören, ist für Hörspielfans eine wohlvertraute Stimme, am bekanntesten wohl als Erzähler bei der „Gänsehaut“-Reihe und bei TKKG..

redbeard

FFM-Rock (7. November 2010):
[...] Thumbs Up sag ich da nur. Wieder schafft man es, die Serie auf der einen Seite inhaltlich sehr glaubwürdig und stabil im Genre der Military Strategie Action zu platzieren und doch storytechnisch weitere, neue Wege zu gehen, die das Geschehen der Hermes und ihrer Crew de facto wunderbar abwechslungsreich gestalten. Wieder steht die sehr tiefreichende Story im Vordergrund, die wie schon aus Vorgänger-Folgen bekannt, auch zwischenmenschliche Bindungen der sehr real wirkenden Charaktere nicht vernachlässigt. Die Jagd auf die Vollstrecker gestaltet sich sowohl abwechslungs- als auch facettenreich. Ruhigere Passagen werden durch wie aus dem Nichts auftretende rasante und actiongeladene Passagen aufgelockert, welche fulminant in Szene gesetzt wurden.

Neben der mitreißenden Inszenierung dieser Doppelfolge sind es wie schon so oft die prallen, plastischen und absolut realen Geräuschkulissen der VEGA und der Welt von morgen, die Mark Brandis so unglaublich lebensecht machen. Kaum eine Szene vergeht, in der man sich nicht selbst mitten ins Geschehen hinein versetzt fühlt. Dezent schmiegt sich auch wieder der unaufdringliche aber sehr wohlklingende Soundtrack der Reihe in das Geschehen ein.

Doch was wäre Mark Brandis ohne seine geniale Sprechercrew? Der Mix aus großen Namen, die man allerdings meist nur in kleinen Nebenrollen platziert (hier z.B. Oliver Rohrbeck, Torsten Sense, David Nathan) und eher wenig bekannten, aber gerade deshalb unverbrauchten, vollkommen glaubwürdigen Stimmen, macht die Brandis Reihe erst zu dem was sie ist. Real bis ins kleinste Detail. Michael Lott in der Rolle des menschlichen, wie auch fehlbaren Kommandanten hätte hier wiederholt nicht besser besetzt sein können. Ein Sprecher, der einen Großteil der Reihe nahezu alleine trägt und sich mit seinen Leistungen wiederholt für den Hörspielaward empfiehlt.

Fazit: Alles in Butter bei den „Vollstreckern“. Abwechslungsreiche Handlung, die es schafft, innerhalb von Sekunden von 0 auf 100 zu beschleunigen, politische Ränke, Action und eine Crew, die man einfach mögen muss. Kauftipp fern von Klischee und Kommerz anderer Serien.

Martin Bothmann

Triggerfish (5. November 2010):
[...] Wie für die MARK BRANDIS Hörspiele üblich, stehen auch in Folge 11 und 12 weniger die Action, als mehr die sozialen und menschlichen Handlungen der Protagonisten im Vordergrund. Somit werden die Fans von Krach und Weltraumschlachten auch hier erneut in die Röhre gucken müssen. Für die Liebhaber atmosphärischer, beklemmender und realitätsnaher Hörspielserien ist MARK BRANDIS hingegen das Non Plus Ultra. Ohne überflüssige Effekte stellen Sprecher wie Michael Lott (Mark Brandis), Holger Umbreit (Robert Monnier) oder Torsten Sense (Alexander Torgau) überzeugend ihr emotionales und facettenreiches interpretieren der Charaktere zur Schau und tappen dabei nicht in die Falle des Overacting. Und obwohl die Geschichten um den Weltraumkommandanten mehr als 100 Jahre in der Zukunft spielen, wird durch die minimalistisch eingesetzten Effekte
(Redakteur: ???) und die passende Musik ein Gefühl der Glaubwürdigkeit vermittelt, das man in anderen Hörspielen vergeblich sucht.

Alles in allem eine spannende und mitreißende Geschichte. Und auch, wenn es keinen wirklichen Cliffhanger gibt, kann man es trotzdem kaum erwarten die zweite Folge zu genießen.

Daniel Schnaithmann

Hoernews (21. November 2010):
Die Folge braucht nicht lange, um in Fahrt zu kommen. Sie hat Krimielemente, denn im ersten Teil des zweiteiligen Hörspielspaßes muss ermittelt werden. Besonders abwechslungsreich sind die Szenen, wenn Mark Brandis und Grischa bei den Gaunern auf einer Art Basar nach Informationen fragen. Der ausgewogene Mix aus ein wenig Action und viel verschiedenen Settings macht sich bezahlt. Langweile hat keine Chance! Die Situation spitzt sich Stück für Stück zu und dann … dann muss der zweite Teil eingelegt werden, um das Ende dieser gut gelungenen Hörspielinszenierung zu erleben!

In der hochwertigen Besetzung hören Hörspielfans Helden aus alten Tagen in neuen guten Rollen. So darf Oliver Rohrbeck ein Cameo als Reporter am Anfang haben, während Gernot Endemann (Major Hoffmann aus „Cmdr. Perkins“) als Leutnant sich die Ehre gibt. Ein Wiederhören mit div. Wiederkehrenden Figuren, wie den Sympathischen „Grischa“ (David Nathan) runden die wunderbare Crew ab. Alle spielen ihre Rollen, etwas seltsam muten die Dialoge von Torsten Sense an, denn seine Texte scheinen ein wenig zu leiern, was bei allen anderen nicht der Fall ist.

Musik und zahlreiche Geräusche sorgen für eine dichte Atmosphäre. Ein guter Pegel sorgt für eine ausgewogene Lautstärke. Die Dialoge haben genug Platz zum Atmen und werden bestens unterstützt.

Fazit: Unglaublich abwechslungsreich. Zahlreiche Szenenwechsel und eine Prise Humor, zusammen mit einer hervorragenden Besetzung, sorgen für exzellente Unterhaltung.

Detlef Kurtz

X-Zine (17. November 2010):
[...] Die Macher der Hörspiel-Serie „Mark Brandis“ liefern wiederum ein solides und gut produziertes Stück Audio-Genuss ab. Michael Lott ist inzwischen so sehr mit seiner Figur Mark Brandis verwachsen, dass man sich gar keinen Besseren vorstellen kann. Die Audio-Files, welche den Sound unterstützen sind gut gewählt, der Hintergrund rauschfrei und die Musik erste Sahne. Das Sahnehäubchen stellen aber die wirklich grandiosen Cover von Alexander Preuss dar. Derartige Science-Fiction-Kunst hat man seit langer Zeit nicht mehr aus deutschen Landen gesehen.

Fazit:
„Die Vollstrecker“ (Teil 1 und 2) sind erneut große Unterhaltung für Hörspielfreunde, die sich im SF-Bereich auskennen. Wer anspruchsvoll ist und auf SF steht, kommt daran nicht vorbei!

Cronn

Uncle Sally’s (#162, Dez. 2010):
[...] Im Weltraum ist mal wieder die Hölle los. Terroristen namens »Die Vollstrecker« haben ein Raumschiff entführt, und Testpilot Mark Brandis muss in seiner neuesten Doppelfolge hinterher. Ehrensache! Sehr abwechslungsreich ist das diesmal geworden, weil neben dem bekannten Weltraumgeballer und politischen Intrigen zum ersten Mal einige Dark-SF-Elemente einfließen -- auch wenn der Held als waschechter Saubermann natürlich wenig Verständnis dafür aufbringen kann, sich von Kriminellen helfen zu lassen. Wenn man die Space-Seifenopera hier etwas weniger ernst nimmt, als sie sich selbst, kann man damit durchaus seinen Spaß haben.

Moritz Honert

Experiment Stille (18. November 2010):
[...] Die Serie Mark Brandis ist irgendwie kurios. Kurios, weil sie Geschichten vergangener Zeiten zum Inhalt hat und dennoch ihrer Zeit voraus ist. In 10 oder 15 Jahren wird es vermutlich einen Helm geben, in dem ein aus der eigenen Phantasie entstandener Film zum Hörspiel auf welche Art auch immer sichtbar wird. Hörer von Mark Brandis können dieses Erlebnis heute schon ohne Helm haben, was einerseits kostengünstiger ist, andererseits auch zusätzliche Möglichkeiten wie Tee- oder Weintrinken ohne Rumkleckern (wegen des blöden Helms) bietet.

Anders ausgedrückt ist es schon eine kleine ohrkustische Sensation, die mit jeder neuen Folge geboten wird. Ähnlich wie bei Perry Rhodan haben die Geschichten bereits ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel - bei PR gibt’s sogar noch ein paar Extra-Jahrzehnte als Bonus obendrauf - und behandeln die Zeit der Machtblöcke und des Kalten Kriegs. Während sich der Sternenozean inzwischen etwas in der Weite des Alls verlaufen hat und seine Helden als altbackene Superhelden rüberkommen, klingt Mark Brandis frisch wie einst im Mai. Das liegt am perfekten Zusammenspiel der Kräfte: Die Inszenierung könnte kein Stück besser sein, dazu kommt eine der gewaltigsten Produktionen des gesamten Hörspielmarktes die zusätzlich von oberamtlicher Musik untermalt wird. War da noch was? Ach ja, die Sprecher...

Teil 1: Es hilft nichts gute Sprecher zu versammeln, wenn diese nicht angeleitet werden, bzw. ein brauchbares Skript ins Cockpit bekommen. Leider ist das bei einigen (besonders kleineren) Labeln noch nicht angekommen und wird es wohl auch nie, da Sturheit und unangebrachte Selbstüberschätzung jegliches ansteigende Produktionsniveau oberhalb der Grasnarbe praktisch unmöglich machen. Was für ein Glück, dass bei Mark Brandis das Niveau nicht von der Grasnarbe, sondern vom Baumhaus aus betrachtet wird. Wer kleine Rollen mit Kalibern eines Oliver Rohrbeck oder Torsten Sense (der in der ersten Folge der Vollstrecker innerhalb von fünf Minuten mehr Tiefe und Charakter entwickelt als bei allen bisherigen Tony Ballard Folgen zusammen) besetzt UND ihnen die Möglichkeit zum kreativen Entfalten gibt, der hat schon gewonnen. Folglich geht der erste Preis an Interplanar, denn in der Serie leisten nicht nur viele sehr gute Sprecher überdurchschnittlich gute Arbeit, sondern es werden waschechte Charaktere entwickelt. Charaktere die sich weiterentwickeln, dazulernen, Fehler machen, eben solche Charaktere die jenseits von antiquierten Superkräften und Gedöns glaubwürdig sind und mit denen der Hörer zugleich Mitfiebern und auch Mitleiden kann.
Daher ist es bei dieser Serie praktisch egal, ob es wie in der vorliegenden Folge gegen Vollstrecker geht, oder ob sonstwas im Argen liegt oder erkundet wird. Das dargebotene Konzept ist dermaßen intensiv und überwältigend, dass Commander Brandis auch eine ganze Folge lang im intergalaktischen Tierheim oder mit übelster Erkältung auf dem heimischen Sofa von Ruth umsorgt verbringen könnte - jede Wette dies wäre immer noch packender als bei anderen Hörspielen ganze dargestellte epische Schlachten, deren Umsetzung kläglich an die Wand gefahren wird.

Teil 2: Das bereits im ersten Teil der Vollstrecker vorherrschende emotionale Auf und Ab, das sich gekonnt mit Action und Verschnaufpausen abwechselt, wurde noch ausgebaut. Der Cliffhanger wird sofort aufgegriffen und führt zu einer - sofern man die Bücher nicht kennt - unvorhersehbaren Wandlung. Dank dieser hat Michael Lott die Möglichkeit alle Register zu ziehen. „Wer weiß, wann ich dazu mal wieder die Gelegenheit haben werde“ scheint er sich dabei gedacht zu haben - und legt los wie Feuerwehr beim Brand in einer Dynamitfabrik. Das Einarbeiten der Verarbeitung von Frust und Zorn geht so nahtlos mit der Gesamthandlung zusammen, dass Michael Lott eine der besten Sprecherleistungen des nicht mehr allzu taufrischen Jahres kredenzt. Die Serie Mark Brandis steht und fällt mit der Leistung von Michael Lott, da die Person des Commanders Brandis unumstößlich im Mittelpunkt steht. Und eben genau dank der herausragenden Leistung von Lott fällt weit und breit gar nichts, stattdessen steht alles wie ein ganzes Rudel Erdmännchen.

Bei Mark Brandis werden produktionstechnisch erneut keine Abstriche gemacht, die Klangteppiche sind so dicht und so echt wie der morgendliche Herbstnebel in Cornwall. Dort wo andere Hörspielmacher Musikstücke zwischen den einzelnen Tracks wirkungslos verpuffen lassen, sind sie hier perfekt in Szene gesetzt, sie passen, wackeln und haben Luft. Die Szene im Gerichtssaal sei als Referenz genannt; übrigens auch für die oben beschriebene Leistung von Michael Lott. [...] Interplanar ist arbeitstechnisch das exakte Gegenteil von Maritim: Während Maritim nur wenige wirklich gute und dafür unzählige von wirr über lieblos bis hin zu halbgar produzierten Serien im Angebot hat, werden bei Interplanar offenbar alle Kräfte für Commander Brandis gebündelt. Das ist natürlich kein Selbstläufer und Erfolgsgarant - aber im vorliegenden Fall funktioniert es perfekt.

Über die Superlativen dieser Serie zu schreiben ist eine Sache - man (und frau auch) muss die Hörspiele gehört haben. Mark Brandis gehört zu denjenigen Serien, bei denen sich Freunde von qualitativ hochwertigen Hörspielen über jede einzelne erschienene Folge freuen können. Möge die Serie uns noch mit vielen weiteren Folgen erfreuen und Interplanar noch mit einer weiteren Nicht-SF Hörspielserie.

Fazit: Kein echter Hörspielfreund - nicht einmal wenn er bei SF allergische Reaktionen erleidet - darf sich diese Serie entgehen lassen. Die einzige akzeptierte Entschuldigung diese Serie nicht zu unterstützen, ist die dauerhafte Belagerung der Wagenburg durch eine gewaltige Apatschenstreitmacht!

psychonaut.

Hoerzentrale, 23. November 2010:
[...] Das wirklich Beeindruckende an allen „Mark Brandis“-Folgen ist, dass neben jeder Menge Action und erstklassiger Unterhaltung auch die zwischenmenschlichen Beziehungen eine große Rolle spielen. In „Die Vollstrecker“ werden wir nicht nur Zeuge von terroristischen Anschlägen, die den Weltfrieden im Jahr 2127 bedrohen, sondern auch von Mark Brandis' innerem Kampf. Er kann nicht glauben, dass sein Freund Pilot Robert Monnier ein Terrorist sein soll. Oder doch? Die inneren Monologe von Brandis verstärken seine Zerissenheit nur noch mehr. Diesen inneren Konflikt haben die Macher dieses Hörspiels wieder wunderbar herausgearbeitet. Auch der Verlauf der Handlung und die stetigen Wandlungen und verschiedenen Blickwinkel sind wieder erstklassig gelungen und spannend bis zum Schluss.

Hinzu kommt ein phänomenaler Soundtrack. Die viele Geräusche und die wunderbare Musik machen auch dieses neueste Weltraumabenteuer zu einem wahren Highlight. Man fühlt sich als Hörer mitten im Geschehen und wird bestens unterhalten.

Bei den Sprechern gibt es nicht viel Neues. Die üblichen Verdächtigen mit dem großartigen Michael Lott in der Hauptrolle, Gert Hinze, Martin Wehrmann und wie sie alle heißen, ist wieder ein starkes Team zu hören. Eine kleine Rolle, nämlich als nerviger Reporter Walter Hildebrand ist auch Oliver Rohrbeck zu hören. Alexander Torgau, der Bösewicht dieser Folge, hat mit Torsten Sense ebenfalls eine tolle Besetzung gefunden, ebenfalls wie Schlüsselfigur Monnier, gesprochen von Holger Umbreit.

Bleibt nur zu sagen: Auch diese Folge ist ein kleines Meisterwerk, inhaltlich wie technisch. Hörspielgenuss vom Feinsten mit Anspruch und komplexen Themen. Unbedingt reinhören!

Anke Bokelberg

hergehoert.de (21. Dezember 2010):

SCIENCE-FICTION HÖRSPIELE: Brandis, Mark : Vollstrecker, Die (Teil 1 und 2).

An dieser Stelle könnte man mit dem  Review eigentlich aufhören, denn für mich ist Mark Brandis: Die Vollstrecker nicht weniger als die derzeitige Definition des Begriffs “Science-Fiction Hörspiel”.
Das beginnt bei der Story: Ein leider immer aktuelle Thema wird hier mit einer Spannung abgehandelt, die die Länge des Zweiteilers nicht nur kinoreif erscheinen, sondern auch genauso klingen lässt: Es wird sich genug Zeit für den Aufbau genommen, ohne dabei in zähe Passagen abzudriften, Action- und Thrillermomente gibt es ebenso grandiose wie die All-Ausflüge. Insgesamt gibt es von meiner Seite aus nichts, was handlungsmäßig zu beanstanden wäre - alles wird in einem verdammt guten Tempo gebracht, mal mehr, mal weniger “auf’s Gas gedrückt”, passend, rund, kurz: Auf den Punkt.

Selbiges gibt es bei den Sprechern zu vermelden: Diesmal hat man einen durch und und durch astreinen und bis in die letzte Rolle überzeugend agierenden Cast, der den dargestellten Charakteren nicht nur Leben einhaucht, sondern schlicht und einfach zeigt, wo genau die Stärken eines SPIELS liegen. Zudem werden einmal mehr Brandis’ innere Monologe auf bewegende Art und Weise von Michael Lott zum Besten gegeben werden, die Gänsehaut verursachen.
Bei den Effekten und der Musik zeigt sich ebenfalls erneut, daß Mark Brandis wegweisend ist. Wie hier sowohl an reellen Orten orientierte Settings, als auch die fiktiven Momente allein durch die Geräuscheffekte vor dem inneren Auge erscheinen, ist und bleibt einfach unvergleichlich und insbesondere in diesem Zweiteiler mit all seinen Facetten kann man nicht mehr als seinen virtuellen Hut vor einer derartigen Leistung ziehen.

“Die Vollstrecker” ist für mich die bislang beste und am besten umgesetzte Story um Mark Brandis. Hier stimmt alles, angefangen bei der abwechslungs-, tempo- und actionreichen Story mit ihren Politeinwürfen über einen in Gänze absolut überzeugenden Sprechercast hin zu den vorbildlichen Effekten und Musiken: Mark Brandis ist für mich die Definition von SciFi-Hörspielen!

Ronny Schmidt

media-mania, Januar 2011:
Wo in anderen modernen SF-Geschichten Menschen im intergalaktischen Krieg gegen grausame, schleimige, übermenschliche, riesige oder was-auch-immer Aliens kämpfen, konzentriert sich Folgenreich in seinen “Mark Brandis”-Hörspielen auf Mensch gegen Mensch. Allerdings kein bißchen weniger intergalaktisch. So ist Protagonist Brandis im neuesten Doppelteiler für die Sicherheit einer Friedenskonferenz zuständig, denn zwischen Union und Republiken soll nun endlich Frieden einkehren. Doch bereits nach kurzer Zeit tritt eine neue Organisation namens “Die Vollstrecker” ans Tageslicht, nicht nur, um Mißtrauen zu säen, sondern auch, um mit gezielten Aktivitäten für Tod und Zerstörung zu sorgen.

Seit der Übernahme durch Folgenreich gab es keinen “Mark Brandis”-Fall als Einteiler mehr, und das ist auch gut so. Denn die Jungs wissen, wie der Hase läuft, so dass auch im inzwischen vierten Zweiteiler keine Langeweile aufkommt, und die Story ohne auch nur einen Atemzug zu verschwenden, sich spannend durch über zwei Stunden Geschichte zieht. Musik, Sound und Sprecher sind so perfektionistisch wie seit Tag eins, und die neuen “Hollywood-Stimmen” geben der Produktion das gewisse Etwas. Da gibt es nichts zu Meckern, nichts zu bemängeln. Die womöglich realistischste Zukunftssaga läuft weiterhin wie geschmiert.

KK