Hörspiel3.de/Hoerspieleportal (6. März 2010)
[...] Mit großer Faszination genieße ich jedes Mal aufs neue, wie es die Jungs von Interplanar anstellen, Alarmsituationen auf den Schiffen der Delta-Reihe völlig ohne Einsatz eines über allem stehenden Erzählers mit solcher Eindringlichkeit und Dynamik zu inszenieren. An dieser Vorgehensweise können sich so einige Hörspieldrehbuchschreiber eine gehörige Scheibe abschneiden.

Das neueste Abenteuer startet komplett ohne die titelgebende Hauptfigur der Serie, geschweige denn dessen Mannschaft. Somit begegnet man als Hörer völlig neuen Personen. Wer die Befürchtung hegt, dass ohne Mark Brandis ein entscheidendes Moment fehlen würde, der hat seine Rechnung ohne die neue Sprechercrew gemacht, die sich als mindestens gleichwertig zur bisherigen Stammbesetzung erweist.
Dies wäre natürlich der Kommandierende an Bord der Delta IX, Frank Glaubrecht in der Rolle von Ernest D. Scott, der im Zusammenspiel mit Mark Bremer als Captain Gottwald einen Mark Brandis beinahe völlig vergessen macht. Im weiteren Verlauf wissen sich vor allem die beiden Leutnants McIntosh (Sven Hasper) und Maddox (Tobias Kluckert) in den Mittelpunkt zu spielen. Die beiden schlüpfen in gleichermaßen menschliche wie glaubhafte Charakterrollen und hauchen diesen dank langjähriger Erfahrung mit Leichtigkeit Leben ein. Ein Name wie Simon Jäger wirkt in der eher kleinen Rolle des Sgt. Sini fast ein wenig verschwendet. Doch man sollte dies eben nicht allein am Rollenumfang fest machen, sondern vielmehr an der Herausforderung, die eine solche stellt. Sini, der hier mit der Zeit immer mehr einem Raumkoller verfällt, prägt sich einem dank Jägers Spiel mindestens ebenso nachdrücklich ein.

Story: Manch einer mag monieren, dass sich in diesem ersten Teil nicht ganz so viel ereignet, wie in den allerersten Brandis-Abenteuern. Doch das stört schon deshalb nicht, weil man die Szenerie wirklich perfekt auskostet. Und damit dies funktioniert, braucht es schlichtweg einen sich langsam aber stetig zuspitzenden Spannungsverlauf. Die Störungen ganz zu Beginn sorgen für einen ersten Peak, der nach dem Absturz einer enorm beklemmenden Situation auf dem Uranus-Mond weicht, die aber immer wieder durch Szenenwechsel zurück auf die Erde unterbrochen wird. Anfangs ist auch die Delta IX-Besatzung noch in halbwegs gelassener Stimmung. Am Rande eingestreute private Dialoge sorgen nicht nur für Auflockerung, sondern bringen einem die Charaktere auch Stück für Stück näher.
Leider wird die anfängliche Ungewissheit nach der Ursache der verschiedenen Störungen für meinen Geschmack um einiges zu früh aufgelöst. Dass man dies zugunsten des Spannungspotentials besser etwas hinausgezögert hätte, ist letztlich aber der einzige Schwachpunkt dieses Hörspiels.
Natürlich spitzt sich die Situation immer mehr zu, wunderbar getragen von den Darbietungen der Sprecher. Aber auch die kalte, unangenehme Geräuschkulisse (allein der gestörte Funkverkehr) trägt ihr übriges dazu bei, dass es einem immer wieder kalt den Rücken herunter läuft. Das ganze inhaltlich zusätzlich noch mit dem durch den Bordcomputer vorgelesenen Hörbuch zu verknüpfen ist eine herausragende Idee.

Die Musik hat einen nicht minder großen Anteil am großartigen Gelingens dieser Hörspielinszenierung. Teils schlägt diese prächtig und imposant ein, bisweilen aber wird sie aber auch unauffällig in den Hintergrund verlagert, wo sie eher subtil in den Gehörgängen des Hörers wirkt.

Fazit: So seltsam sich das im ersten Moment anhören mag: Mark Brandis ist selbst ohne Mark Brandis ein absoluter Hochgenuss. Das starke Ende dieses ersten Teils macht verdammt Lust auf den zweiten, auch wenn scheinbar schon so vieles geklärt scheint. Doch daran glaube ich aktuell noch nicht...

Note 1 (14 von 15 Punkten)

[...] Durch den zeitlichen Rücksprung und das Vorwissen des Hörers erscheint die Anfangsphase der 2. CD noch etwas gemächlich, allerdings keineswegs uninteressant. Jeder Dialog ist hier in seiner Art ein Genuss für sich, denn die Drehbuchautoren verstehen es blendend die Stärken des Mediums auszukosten. Etwa ab der Hälfte zieht das Tempo schließlich deutlich an. Die ganz großen Überraschungen bleiben letztlich allerdings aus - einiges bleibt am Ende sogar völlig offen, was doch ein klein wenig schade ist und letztlich auch diesmal die Höchstwertung kostet. Nichtsdestotrotz ist das Hörvergnügen wie schon in allen Vorgängern sehr hoch. Mit der Rückkehr Mark Brandis kehrt auch die mit dieser Figur verbundene Innensicht wieder zurück. Dessen Gedankenspiele über die Weite des Raums sind beeindruckend und beängstigend zugleich. Vermutlich funktioniert die Serie schon deshalb so gut, weil die eigene Phantasie die hier geschaffenen Bedrohungsszenarien des Raumes um einiges besser zu visualisieren weiß als es durch irgendein Bild möglich wäre.

Die große Stärke der Serie neben der astreinen akustischen Aufbereitung ist die authentische Darstellung der agierenden Charaktere, deren Gedanken und Schicksale. In diesem Zusammenhang wirkt vor allem das Ende dieses Zweiteilers sehr bedrückend.
Auf den sich anschließenden Abspann hätte ich allerdings persönlich verzichtet - allein die Musik als Ausklang wäre hier deutlich stimmiger gewesen.

Note 1- (13 von 15 Punkten)

Daniel Merk

FFM-Rock (22. Februar 2010):
[...] Was sofort wieder packt und besticht ist das ungemein plastische Sounddesign der Serie. Neben dem sehr realistischem  Storyhintergrund und dem menschlichen Charakteren DAS Markenzeichen der Serie. Ebenfalls brillant wieder der orchestrale Gänsehaut-Soundtrack, von dem man sich nach wie vor wesentlich mehr wünschen würde, um dieser Serie noch mehr an Epik zu vermitteln, als sie ohnehin schon besitzt. Der Cast der ungemein natürlich und dadurch so glaubwürdig agiert, besticht bis in die kleinste Nebenrolle.  Große Namen wie Udo Schenk, Michael Pan, Simon Jäger, Tobias Kluckert oder Sven Hasper vervollständigen den ohnehin schon immens gut besetzten Restcast der Stammserie. Alles rund sollte man meinen, aber zum ersten mal in der Serie kommt es hier  zu einem Pro und Kontra der Story. Ist weniger manchmal einfach mehr? Was bei der Streckung der Story bei „Testakte Kolibri“ auf zwei Hörspiele so gerade noch funktionierte, scheint hier das erste Mal leicht zu wackeln. Auf der einen Seite präsentiert sich hier ein klar zweigeteiltes und inhaltlich differenziertes Hörspiel mit unterschiedlichen Handlungen.
Auf der anderen, ein über weite Strecken sehr in die Länge gezogenes und gerade im ersten Teil unspektakuläres Hörspiel, das lediglich das triste, an der Grenze zur Hoffnungslosigkeit stehende Überleben der havarierten Crew wiedergibt. Auf der einen Seite zeichnet man hier nette Charakterstudien, vermittelt trostlose Düsternis und Beklemmung. Dies alles kann aber nicht über Längen in der Story und das Warten darauf, dass „endlich“ einmal etwas passiert, hinwegtäuschen. Perfektionisten mögen das Auswalzen und genaue Wiedergeben der Story mehr als begrüßen, Freunde schneller, knapper Kost könnten sich hier indes gelangweilt ärgern. So richtig in Fahrt kommt „Vorstoß zum Uranus“ erst gegen Mitte“ der zweiten Folge. Dann allerdings ist es wieder da, das altbekannte und so geliebte Flair der Mark Brandis Serie. Fakt ist, die Storys von Mark Brandis sind und bleiben interessant, weichen von  üblichen Low Cost  und somit in 3 Sätzen erzählten Geschichten der Konkurrenz immens ab und hinterlassen das Gefühl, an etwas besonderem teilgenommen zu haben.

Fazit: Technisch absolut brillant. Storytechnische Pro und Kontra Inhalte , durch deren Längen  sich eventuell  die Geister scheiden könnten. Trotz allem allerdings bleibt Mark Brandis nach wie vor klarer Kauftip in diesem Genre.

Martin Bothmann

Petra Hartmanns SF-Blog (17.03.2010):
[...] “Vorstoß zum Uranus“ - das ist kein leichter Stoff als Vorlage für ein Hörspiel. Der gleichnamige Roman von Nikolai von Michalewsky gehörte eindeutig zu den schwächeren der Mark-Brandis-Reihe und rief selbst bei Fans oft Kopfschütteln hervor. Umso beeindruckender ist der Mut, mit dem sich Jochim-C. Redeker und Balthasar v. Weymarn an das Wagnis gemacht haben, den spröden Science-Fiction-Klassiker doch noch in ein Hörspiel umzusetzen. Immerhin hatte es zunächst geheißen, das Uranus-Abenteuer würde nicht vertont werden. Jetzt liegt die Expedition als zweiteilige Hörspielfolge also doch noch vor.

Es ist tatsächlich eine sehr mutige Art, an die Vorlage heranzutreten. Der erste Teil des Zweiteilers beginnt denn auch völlig anders, als der Autor seine Geschichte aufzäumte: Es wird erzählt aus der Perspektive des Ernest D. Scott, jenes unglücklichen und ehrgeizigen Expeditionsleiters, der durch seine Ruhmsucht das Unglück seines Schiffs und seiner Mannschaft auslöste, sowie aus der Perspektive zweier Besatzungsmitglieder, die bei ihrer Aufgabe, einen Sender in eine bessere Sendeposition zu bringen, auf dem unwirtlichen Himmelskörper zugrundegehen. Titelheld Mark Brandis selbst taucht erst in der allerletzten Szene auf.

Redeker und v. Weymarn gehen sehr souverän mit der Vorlage um. Vielleicht die einzige Art, die Uranus-Geschichte überhaupt zu retten. Und sie schaffen es, die – tatsächlich vorhandenen – Goldkörner aus der Buchvorlage zutage zu fördern. Die Gespräche der beiden Leutnants McIntosh und Maddox auf ihrem Himmelfahrtskommando, das letzte, im Bewusstsein des nahen Endes gesprochene Raumfahrergebet, Sinis Raumkoller - all dies war ja bereits im Roman angelegt. Schön auch der Einfall, dass Expeditionsleiter Scott sich vom Bordcomputer zu Einschlafen das alte Expeditionstagebuch „von einem Namensvetter von mir, der im 20. Jahrhundert zum Südpol unterwegs war“ vorlesen lässt. Die damals in der Antarktis verunglückte Expedition des Robert Scott und dessen Tagebuchaufzeichnungen schimmern im Roman überall als darunterliegende Ebene auf, ohne jemals explizit erwähnt zu werden. Die Schnitte zwischen Tagebuchlesungen und den todgeweihten Leutnants gehören zu den ergreifendsten Stellen des Hörspiels.

Geschickt umgehen die Macher des Hörspiels auch die naturwissenschaftlichen Schwachstellen der Vorlage. Hatte v. Michalewsky die Delta IX noch bedenkenlos auf dem Uranus landen lassen, was auf einem Gasplaneten physikalisch nicht gut möglich ist, so ist hier von Anfang an das Ziel ein Uranusmond. Verschwunden sind auch die geheimnisvollen Staubseen, die unvorsichtige Raumfahrer versinken lassen können. Allerdings bleibt etwas rätselhaft, wieso Scott, der nebenbei noch einen Geschwindigkeitsrekord aufstellen will und wesentlich schneller fliegt als vorgegeben, auf seinem Kurs den Uranus überhaupt findet. Ein Unterschied von vier Wochen hätte auch eine neue Kursberechnung erforderlich gemacht.

Fazit: Eine packende, in sich stimmige Folge. Nikolai von Michalewsky würde sicher damit zufrieden sein. Herzlichen Dank für die Rettung des Uranus-Abenteuers.

Hörspieltipps (5. März 2010):
[...] Dass der erste Teil fast ganz ohne den Titelgeber auskommen muss, ist kein Beinbruch, denn die Geschichte, die man hier erzählt, überzeugt. Sie besitzt einen zwar überschaubaren Plot, bietet aber jede Menge Dramatik. Die Havarie auf Titania teilt sich in zwei Überlebenskämpfe. Zum einen der an Board der Delta IX, zum anderen den der beiden Leutnants McIntosh und Maddox, die einen Sender für ein Notsignal außerhalb der Delta IX installieren sollen und hierzu eine immense Klettertour absolvieren müssen. Diese beiden Sequenzen werden sehr packend dargestellt und mit einer sehr gelungen installierten Parallele mit dem Wettlauf zum Südpol ergänzt. Von der Dramaturgie ist diese Episode rundum gelungen. Der erste Teil endet ungewiss - die Frage, ob und wer von der Besatzung der Delta IX überlebt, wird auf das Ende des zweiten Teils verschoben.

Dass der Hörer nun um die Dramatik der Delta IX weiß, macht den zweiten Teil von Anfang an spannend. Hier muss nun zunächst die Episode um den Eingriff der Republiken gelöst werden, was der Crew von Brandis natürlich gelingt. Die Rettung des havarierten Raumschiffes bietet dann das erwartet gute Finale, das auch noch einen sehr dramatischen Schlusspunkt setzen kann.

Die Reihe Mark Brandis hat schon immer mit einer recht fundierten Zukunftsprognose überzeugt.
Die technische Entwicklung ist recht gut durchdacht und wirkt deutlich bodenständiger, als viele andere Serien, die oftmals keinerlei physikalischen Grenzen mehr kennen. Dazu kommt, dass die technischen Aspekte nicht im Mittelpunkt stehen, sondern mehr als Werkzeug funktionieren, um eine spannende Geschichte zu erzählen.
Auch der Titelheld überzeugt, weil er eben kein "Übermensch" ist, sondern Ecken und Kanten hat und auch mal Reaktionen zeigt, die man vielleicht so nicht erwartet. All dies findet sich auch in dieser Doppelfolge wieder.

Dieser angenehme Abstand zu den Genreklischees trägt sich auch in der Umsetzung weiter. Die Glaubwürdigkeit setzt sich auch in einer besonderen Soundkulisse fort. Hier regieren weniger die üblichen Standardklänge, sondern durchdachte und im Kontext der Geschichte glaubwürdige Geräuschkulissen. Die Musik von Jochim-C. Redeker sorgt dazu für sehr atmosphärische Kulissen und eine gute Begleitung der Handlung - immer präsent, aber nie aufdringlich oder überbordend. Wieder einmal zeigt man, dass man, gerade in diesem Punkt, derzeit das Maß der Dinge ist.

Bei den Sprechern bietet man in dieser Folge dem Hörer nochmal ein paar bekannte Stimmen mehr. Gerade im ersten Teil wimmelt es von großen Namen, die auch dafür sorgen, dass das Ergebnis sich gut hören lassen kann. Frank Glaubrecht führt die Riege dort als Cmdr. Scott an. Er bringt eine sehr gute Leistung, die zeigt, dass er deutlich mehr kann, als Geister jagen. Auch Dank der dramatischen Ereignisse gibt es hier auch erstklassige Performances von Simon Jäger, Mark Bremer und vor allem Sven Hasper und Tobias Kluckert.
Im zweiten Teil regiert dann hauptsächlich wieder die gewohnte Mark-Brandis-Riege. Auch hier sind die Leistungen fast durchgehend überzeugend, nur in den Nebenrollen sticht hier und da mal eine Leistung heraus, die etwas unter dem hohen Durchschnittsniveau liegt.

Fazit: SF ist nicht unbedingt mein Lieblingsgenre - dennoch gelingt es Mark Brandis immer wieder, mich trotzdem bestens zu unterhalten. Gerade diese Episode hat mir wieder großen Hörspaß bereitet.
Es werden spannende Abenteuer erzählt, ohne dabei - weder inhaltlich noch in der Umsetzung - auf zu abgedroschene Genreklischees zurückzugreifen. Das Abenteuer vom "Vorstoss zum Uranus" möchte ich daher nicht nur Fans von Weltraumabenteuern empfehlen, hier sollten ruhig alle mal reinhören, die spannende und gut erzählte Geschichten mögen.

+++++ von +++++

My Revelations (6. März 2010):
[...] Die mir vorliegende Doppelfolge beginnt recht langatmig mit dem Flug von Commander Scott (Frank Glaubrecht, bekannt als Synchronsprecher und "John Sinclair"), welcher auf dem Weg oder Wettlauf zum Uranus mit seinem Schiff havariert und auf Rettung hofft. Seine Mannschaft wird bei Rettungsversuchen und Fluchtversuchen dezimiert, ansonsten passiert recht wenig dafür wird viel geredet und wenig erklärt.
Einen Erzähler, der uns die Ungebung oder anderes beschreibt gibt es leider nicht! Ab und an wird zu den Ostmächten gewechselt, was relativ an alte Spionagefilme erinnert. Erst in Folge 2 taucht der Titelheld Brandis auf und die lahme Geschichte bekommt etwas Fahrt. Trekkies und Freunden von Technikgelaber wird das Ganze vielleicht gefallen, doch ich hatte mir mehr Spannung erwartet! Die Geschichte ist an sich recht unspektakulär und hätte auch auf einer CD erzählt werden können.
Das Artwork, die Soundeffekte und die Sprecher sind jedoch top und Michael Lott als Brandis ist eine wirklich Sympathiefigur, doch ich würde alte Europa Schoten wie "Commander Perkins" dieser Serie jederzeit vorziehen! Vielleicht sind ja die anderen Folgen spannender.

Fazit: 7 von 15

Geisterspiegel (26. Februar / 6. März 2010):
[...] Klaustrophobisch und reduziert sind treffende Worte, um dieses Abenteuer zu beschreiben. Im Gegensatz zu den bisherigen, actiongeladenen Folgen setzt diese Folge gänzlich andere Akzente. Wo sonst Mark Brandis mit seiner tatkräftigen und zupackenden Art im Mittelpunkt steht, sagt er in dieser Folge gerade mal höchstens zwei Sätze - und ist auch gar nicht anwesend. Die Crew um Cmdr. Ernest D. Scott steht dieses Mal voll im Vordergrund. Die Namensgleichheit mit dem tragischen Expeditionsführer Robert Scott, der auf seiner Expedition zum Südpol nur wenige Meilen vor einem Versorgungslager mit seiner Crew erfror, ist angesichts der Umstände wahrscheinlich kein Zufall. Ein netter Einfall ist, den Commander Vorlesungen über die gescheiterte Expedition seines Namensvetters hören zu lassen. Das klingt nach schlimmen Vorzeichen, und tatsächlich verlässt die Crew hörbar und kontinuierlich der Mut. Bald sind Verfolgungswahn und Wunschvorstellung die besten Freunde der Besatzung, und die Gefahr, sich selbst durch Übersprungshandlungen zu gefährden, wächst minütlich und spürbar. Man kann sich vorstellen, dass die Umsetzung dieser eher leisen Gefühle eine anspruchsvolle Aufgabe für die Sprecher ist, denn leicht legt man zu viel oder zu wenig des Grefühls in die Stimme, sodass die Figur unglaubwürdig wirkt. Dieser Seiltanz gelingt jedoch, automatisch fühlt man mit den Havaristen mit, empfindet Einsamkeit und Verzweiflung. Dazu trägt auch der Soundtrack bei, der passend zu Stimmung und Setting dieser Folge weitaus atmosphärischer, kälter und fliessender gestaltet ist.
Der erste Teil des Vorstosses zum Uranus überrascht also mit einer Kehrtwende, die beweist, dass die Macher des Hörspiels die gesamte Bandbreite des Erzählspektrums beherrschen und packend umsetzen können. Wer es bisher geschafft hat, noch nicht von der Serie begeistert zu sein, wird es nach dem Genuss dieser Folge bestimmt nicht länger hinauszögern können. Zu verlockend ist es, sofort den zweiten Teil einzulegen. [...] Der zweite Teil von »Vorstoß zum Uranus« zieht an Tempo und Action an – und das tut der Geschichte sehr gut. War der erste Teil ungewöhnlich ruhig inszeniert, folgt hier eine neue Begebenheit der nächsten. Diese Strategie funktioniert besser als im vorigen Zweiteiler »Testakte Kolibri«, der mit einem guten Clifhanger aufwartet, aber im Vergleich recht ausgeglichen vorankommt. Die Steigerung des Tempos und die weiteren Verwicklungen mit der Republik bewirkt, dass die Story mehr Tiefe erlangt und das Bangen um die Crew von Commander Scott weiter hochgehalten wird.

Fazit: Eine sehr gelungene Fortsetzung, die den Kniff mit den unterschiedlichen Erzählweisen gut auszunutzen weiß und in der Qualität von Sprecher und Sound ebenfalls weiterhin ihr hohes Niveau hält.

Rebecca Hagelmoser

Hörspatz.de (28. Februar 2010)
[...] Folge 7 erzählt mit starker Atmosphäre, welche dramatischen Vorgänge sich auf Titania nach der Notlandung abspielen. Die Story entwickelt sich eher ruhig und bedächtig, zieht den Hörer aber vollkommen in ihren Bann. Die lebensgefährliche Außenmission zweier Crewmitglieder zerrt an den Nerven, geradezu klaustrophobisch und hochspannend wird der stille Kampf der Crew geschildert, die in der mörderischen Umgebung gegen die Uhr ums Überleben ringt...
Folge 8 erzählt die Parallelstory: Hauptfiguren hier sind Mark Brandis und seine Crew, die der Delta IX hinterhergeschickt werden, um ihr heimlich Begleitschutz zu geben, denn man rechnet mit der Neugier der Vereinigten Orientalischen Republiken, die sehr an den technischen Neuerungen des neuen Raumschifftyps interessiert sind.
Die beiden Folgen setzen sich wie mit einem Reißverschluss nahtlos zusammen, und so laufen die parallel erzählten Storystränge erst gegen Ende von Folge 8 zusammen. Ein Regiekniff, der gefällt.

Musikalisch und atmosphärisch gibt sich diese Doppelfolge stark wie immer. Wo in Folge 7 noch leise Klänge überwiegen, setzen sich in Folge 8 mehr actionreiche, bombastische Kompositionen in Szene. Die Effekte - wohl mit das Wichtigste im SF-Bereich - sitzen gut und machen das Hörspiel zu einem echten Ear-Catcher.

Sprechertechnisch schöpft man bei Interplanar weiter aus dem Vollen: Neben Michael Lott, Martin Wehrmann, Christine Mühlenhof und Wolf Frass hinterlassen diesmal ein überragend agierender Michael Pan sowie Frank Glaubrecht als Commander Scott, Mark Bremer ("Peter Lundt"), Sven Hasper und Tobias Kluckert einen tollen Eindruck.

Die Serie insgesamt ist nach wie vor ein Stern am Hörspielhimmel:
Die Charaktere sind gut angelegt und bekommen mit jeder Folge mehr Feinschliff, die Einzelstories sind mehr als spannend, und die politischen Machtverhältnisse auf der Erde, die sich immer wieder verschieben, lassen auch die Rahmengeschichte immer interessanter werden. Hier sind hoffentlich noch ganz viele Hörspiel-Folgen drin, und so mag man "Mark Brandis" den alten Star-Trek-Gruß zuwerfen: Live long and prosper - lebe lang und erfolgreich!

Fazit: Nach wie vor DIE Referenz im Bereich SF -- starke Doppelfolge mit viel Atmosphäre!

Stephanie Pelzer-Bartosch

Hoernews (2. März 2010)
Ein wirklich gelungener Auftakt. Im Gegensatz zu Folge 5 und 6 wirkt der 2teiler nicht aufgezwungen, oder überflüssig. Folge 7 widmet sich in erster Linie der Delta IX. Erst in freudiger Aufbruchstimmung, dann in tiefer Verzweiflung. Zwar besteht als Hörer kein Zweifel, das Mark Brandis zur Hilfe eilen wird, wohl aber das die Besatzung der Delta IX heile zurückkommt. Der Aufbau ist gekonnt und bietet zuerst ruhige, dann sehr spannende Momente. Natürlich gibt es auch eine kleine politische Verwicklung, die gemeistert werden muß. Der Inhalt ist also beste SF-Unterhaltung, die keine Wünsche offen lässt, es sei denn, man steht auf Raumschlachten, diese werden hier nicht geboten, sind aber zur Spannungssteigerung kein bisschen nötig!

Frank Glaubrecht einmal als Raumkommandant zu erleben und nicht als Geisterjäger John Sinclair, ist sehr wohltuend. Die Regie holt allerdings nicht alles aus ihm raus. Hier und dort hört sich der Dialog hölzern an, fairerweise muß aber gesagt werden, das dies auch bei neueren John Sinclair so ist, warum ist unklar. Das Herr Glaubrecht sehr wohl besser spielen kann, beweist er durch zahlreiche Synchrontätigkeiten. Die anderen Gäste überzeugen. Die Betonungen sitzen. Ein kleines Highlight ist Mark Bremer, der u. a. als „Blinder Detektiv: Peter Lundt“, vielen Hörern bekannt sein dürfte. Als zweiter Offizier macht er einen wirklich guten Job.

Zahlreiche Effekte sorgen für eine sehr stimmige Atmosphäre. Es wird auch auf Details geachtet und so sind es besonders die kurz und fein eingespielten Geräusche, die besonders gut zur Geltung kommen. Es empfiehlt sich daher der Einsatz von Kopfhörern, um wirklich auch alles deutlich mitzubekommen und noch tiefer in die Welt des Mark Brandis einzutauchen. Die Musik kommt leider aus dem Computer und wird nicht durch ein echtes Orchester eingespielt. Für echte Soundtrack-Fans schon gewöhnungsbedürftig, aber dennoch sind die Sounds hochwertig und unterstreichen die spannende Episode. Die zweite Folge knüpft nahtlos an die 7. Folge an. Als erstes kommt das Intro, das fast schon überdeutlich macht, das die vorherige Episode „nur“ eine Einleitung war und das große Finale erzählt wird. Enttäuscht werden wir nicht. Es gibt zwar einen recht langsamen Anfang, dafür aber einen spannenden Mittelteil und ein dramatischen Abschluss. Wer SF-Serien kennt, wird nicht unbedingt vom Ende überrascht sein, aber mitreißen wird es trotzdem.

Die Sprecher sind in ihrem Element. Frank Glaubrecht, der zuvor an einigen Stellen hölzern klang, macht hier eine bessere Figur. Michael Lott als Mark Brandis spielt ihn nicht einfach, er ist es einfach. Die Kollegen, die seine Mannschaft verkörpert, brauchen sich allerdings nicht verstecken, lediglich Tomasina Ulbricht könnte etwas mehr aus sich herauskommen. [...]

Fazit: Gelungener unterhaltsamer und vor allem spannender 2teiler!

Detlef Kurtz

Hoerspielhoelle.de (3. März 2010)
Ein neues Abenteuer für Mark Brandis, das auch wieder auf zwei CDs erzählt wird und
im Gegensatz zu den vorherigen beiden Folgen merkt man hier noch stärker, dass die Geschichte es nicht unbedingt hergibt, dass man sie derartig gestreckt erzählt. Ein gutes Beispiel dafür dürfte das Auftauchen von Mark Brandis sein, der erst gegen Ende dieser Folge zum Hörspiel stößt, zuvor hört man nur vom Treiben Commander Scotts und der Republik. Dieser falsche Ehrgeiz des Commanders und das intrigante Treiben der Republik sorgt zwar für eine gewisse Spannung, keine Frage, doch es passiert in der Summe einfach zu wenig. 60 Minuten SF-Unterhalung, die zwar absolut kurzweilig ausfällt, das ist nicht das Problem, doch mehr Inhalt hätte es dann doch schon sein dürfen.
Noch mehr hätte es in einer Hinsicht nicht sein dürfen, nämlich von der sprechertechnischen Seite her, denn hier wird nur so mit bekannten Namen um sich geworfen, so prominent wurde noch keine Folge zuvor besetzt, wie es hier der Fall ist. Frank Glaubrecht in der Hauptrolle und mal nicht als John Sinclair, das ist doch schon was und er klingt hier richtig gut, gibt alles und wirkt hier sehr frisch und engagiert. Nichts gegen seine Auftritte als Geisterjäger, aber da wirkt er vielleicht schon zu routiniert und hier kann sich selbst in einer anderen Serie mal neue Impulse verleihen. Ihm stehen Mark "Peter Lundt" Bremer, Anke Reitzenstein, Erich Räuker, Sven Hasper, Tobias Kluckert, Simon Jäger und viele weitere bei, also namhafter geht es kaum noch. Zumal man sagen muss, dass man einen Michael Lott als Mark Brandis die letzten Minuten mehr oder weniger nur noch "on top" bekommt. Eine sehr hochkarätige Riege, so eine prominente Besetzungsliste gab es zuvor bei noch keiner Folge und das will was heißen.
Was soll man noch großartig zum Sound sagen? Großartig ist dabei wohl schon das richtige Stichwort, denn so klingt auch diese Folge wieder. Bombastisch und einer SF-Serie würdig, hier lässt sich Jochim-C. Redeker die Butter nicht vom Brot nehmen, das ist sein Zuhause und er beweist einmal mehr, dass er zu den Besten seiner Zunft gehört. Von den Musiken und Geräuschen her kann auch diese Folge mit der Konkurrenz aus jedem Hause mithalten, Hut ab!
Sieht man von der dünnen Story ab und hebt man die prächtige Umsetzung hervor, so dürfte man herzlich wenig an dieser Folge auszusetzen haben. [...] Der zweite Teil dieser Geschichte legt dann doch deutlich in Sachen Inhalt nach. War der erste Teil einfach nur extremst dünn, das muss man ganz klar so sagen, so kann der Abschluss des Zweiteilers dann vollends überzeugen, denn hier passiert endlich mal was und die Folge verliert sich nicht in endlosem Geschwafel oder nicht enden wollenden Monologen. Hier tritt sogar mal Mark Brandis in so richtig in Erscheinung, dass war ja bei der vorherigen Folge leider kaum der Fall. Diesmal bekommen wir aber auch serviert, was uns der Serientitel verspricht, nämlich ein Abenteuer mit viel Brandis, viel Action, Machtspielchen, Verhandlungen und allem, was die Serie so ausmacht. Bezeichnend ist meiner Meinung nach auch, dass die 70 Minuten Spielzeit hier deutlich kurzweiliger und unterhaltsamer rüberkommen, als die 60 Minuten der vorherigen Folge. Was dem ersten Teil fehlte, das holt der zweite dann auf und sorgt für einen packenden Abschluss des Zweiteilers. Zwar ist dies hier inhaltlich immer noch nicht der ganz große Wurf, aber dafür stimmt der Unterhaltungsfaktor und das ist es letztendlich auch, worauf es ankommt. Für Fans der Serie ein Muss und für alle SF-Anhänger ebenfalls empfehlenswert!

Patrick Holtheuer

Audiobooks.at (5. März 2010)
Mark Brandis - Hauptfigur der neben Perry Rhodan zweiten großen deutschstämmigen SciFi-Reihe - fliegt wieder. Die Produzenten Interplanar, die seit der letzten Veröffentlichung unter dem Banner des Hörspiel-Vertriebs Folgenreich segeln, haben ihren zweiten Zweiteiler abgeliefert. Im Gegensatz zum etwas gestreckt wirkenden letzten Doppelteiler ist 'Vorstoss zum Uranus' zu 200% vollgepackt mit spannender Handlung, da eigentlich zwei Teile vorliegen, die ineinander greifen.

[...] Die 'Vorstoss zum Uranus' CDs werden als Folge 7 und 8 einzeln verkauft, aber es kann nur geraten werden, sie sich gemeinsam zu besorgen. Zwar hängt die Handlung von 7 und 8 weit weniger zusammen, als die der letzten beiden Teile - aber die Kombination rundet die Geschichte um die Eroberung des Uranus wunderbar ab.

[...] Sprecher: Natürlich ist wieder Michael Lott als Mark Brandis zu hören. Daneben geben sich bekannte Stimmen aus der Hörspiel- und Synchronszene ein Stell-Dich-ein. In die Rolle des Capitains Peter Gottwald schlüpft Mark Bremer, der allen Krimi-Fans als blinder Detektiv Peter Lundt ein Begriff ist. Frank Glaubrecht, der unter anderem John Sinclair in der gleichnamigen Hörspiel-Serie spricht, mimt hier den Weltraum-Veteranen Ernest D. Scott.

Zur Leistung der Sprecher kombiniert Interplanar wieder stimmige Musikuntermalung - das Mark Brandis Thema ist ja inzwischen Kult - und Soundeffekte auf dem hohen Niveau der Vorgänger.

Fazit: In Summe wieder eine unbedingte Empfehlung für Sci-Fi-Fans und ein Hörgenuß für Hörspiel-Fans vom Feinsten. Es macht auf jeden Fall Appetit auf die nächsten Folgen, die hoffentlich nicht all zu lange auf sich warten lassen.

Monika Röth

Lukes Meinung (Hörspiellobby (5.3.10):
[...] Mit Stimmen, die ihr Handwerk verstehen, hat man bisher bei „Mark Brandis“ nicht gegeizt und so kommen auch hier bekannte Sprecher zu Gehör, welche alleine schon durch ihre „Anwesenheit“ Qualität garantieren. Frank Glaubrecht, als ehrgeiziger Commander der ersten Uranus-Mission, und Sven Hasper, Tobias Kluckert, Simon Jäger und Mark Bremer als seine Crew, verstehen ihr Handwerk und somit auch die Charaktere, welche man ihnen förmlich auf den Stimmkörper geschrieben zu haben scheint. Doch den intensivsten Auftritt hat Michael Lott.
In dem Moment als „Mark Brandis“ akustisch das Spielfeld der Geschehnisse betritt stellte sich bei mir wieder das Gefühl ein, welches Balthasar von Weymarn und Jochim-C. Redeker so perfekt beherrschen und bis zu Neige ausspielen können: Gänsehaut. Der stetige Anstieg des Spannungsbogens wird bis zum bersten ausgereizt und erst gelöst wenn der Zuhörer „bereit“ für diese Art von Moment ist. Musik wie Dramaturgie arbeiten hier wie ein gut geöltes Räderwerk miteinander und erschaffen einen „Heldenmoment“, der in keiner Weise auch nur im entferntesten kitschig oder überzogen wirkt. An diesem Punkt ist man zumeist so in der Szenerie gefangen, zumindest ergeht es mir immer so, das man sein eigenes Kopfkino schon längst auf 3D und Surround geschaltet hat.
[...] Auch wenn die Geschichte lange Anlaufzeit benötigt und sich die Spannung zuerst „nur“ auf die klaustrophobischen Zustände der DELTA IX-Besatzung und deren Ängste beschränkt, so entwickelt sich das Flair der Serie jedoch bereits nach den ersten Minuten vollständig. Man hat sich schnell an den Umstand gewöhnt hier erstmal nur das Brandisversum präsentiert zu bekommen und freundet sich mit den Figuren schnell an. Politik und Machtbesessenheit sind auch hier wieder vorhanden, denn der Mensch wird sich nicht zum startrekschen Edelwesen entwickeln, sondern eher in den Bahnen dieser immer wieder faszinierenden Utopie des Nikolai von Michalewsky.

Lange Rede(ker), kurzer Sinn: Mark Brandis ist und bleibt für mich die Referenz in der SF-Hörspiel-Ecke. Vorstellbar realistisch in der Geschichte, perfekt in der Inszenierung und emotional bis zur letzten Sekunde...

Metal-District (10. März 2010):
[...] Ich muss gestehen, nachdem ich die erste CD gehört hatte war ich so ziemlich geplättet: Die Folge gehört ohne Übertreibung zum Besten was mir je im Bereich Hörspiel untergekommen ist! Ich habe mich ja schon öfter lobend über Produktionen aus dem Hause Folgenreich geäußert, aber das hier stellt wirklich so ziemlich alles in den Schatten, was ich in letzter Zeit gehört habe. Die Macher haben es geschafft, die Story wirklich sehr gut rüberzubringen, da stimmt einfach alles: Angefangen von den Soundeffekten, über die stimmige Synthi-Musik, die mal episch-bombastisch, mal ganz subtil im Hintergrund die Handlung untermalt, bis hin zu den hervorragenden Leistungen der Sprecher. Bemerkenswert ist hier, daß der erste Teil der Geschichte gänzlich ohne den Titelhelden Mark Brandis auskommt, und sich nahezu ausschließlich auf die Geschichte der Delta-Crew konzentriert. Doch auch ohne das bekannte Stammpersonal machen die Sprecher, allen voran Frank Glaubrecht, dessen Stimme zu den bekanntesten im bereich der deutschen Synchronlandschaft zählt (u.a. Standardstimme von Pierce Brosnan, Kevin Kostner, Al Pacino und Jeremy Irons), der Serie alle Ehre. Herausragend auch die Performance von Sven Hasper (bekannt als deutsche Stimme von Christian Slater und Michael J. Fox) und Tobias Kluckert (Synchron u.a. für Seth Rogen und Guillaume Depardieu) als Lt. Winston McIntosh beziehungsweise Lt. Bill Maddox, die die stetig wachsende Hoffnungslosigkeit und Resignation auf ihrem verzweifelten Ausseneinsatz deutlich spürbar werden lassen. Hier zeigt sich auch die Qualität der Inszenierung: Die immer wieder erfolgende Kontrastierung der lebensgefährlichen und anstrengenden Kletterpartie der beiden mit Passagen aus dem thematisch sehr gut dazu passenden Tagebuch des historischen Polarforschers Robert Falcon Scott, das sich sein Namensvetter Cmdr. Ernest Scott währenddessen zur Entspannung vom Bordcomputer vorlesen lässt, ist in meinen Augen dramaturgisch hervorragend gelungen. Insgesamt bietet der erste Teil ein wirklich außergewöhnliches Hörerlebnis, das bei mir mehr als einmal für Gänsehaut gesorgt hat.
Der zweite Teil der Folge fällt im Vergleich dann leider ein wenig ab, bewegt sich aber dennoch weit über dem normalen Hörspiel-Durchschnitt. Und auch das Sprecherensemble auf der zweiten CD kann sich durchaus hören lassen: Neben Michael Lott (bekannt als Stimme von Michael „Ben Grimm“ Chiklis in Fantastic 4) in der Rolle des Titelhelden Mark Brandis stechen hier Udo Schenk (Synchron u.a. für Ray Liotta, Kevin Bacon, Gary Oldman und Ralph Fiennes) als Cpt. Roger D'Arcy, Michael Pan ( allen SciFi-Fans als Stimme von Brent „Data“ Spiner aus StarTrek: TNG bestens im Ohr) als Lt. William Xuma sowie Christine Mühlenhof als Computerstimme CORA besonders hervor. Ein wenig hölzern wirkt lediglich Tomasina Ulbricht in der Rolle der russischen Wissenschaftlerin Ludmilla Wolska, bei ihr hat man irgendwie das Gefühl hat, sie würde lediglich ihren Text vom Blatt ablesen. Angesichts der überragenden Qualität des restlichen Ensembles kann man aber darüber durchaus mal großzügig hinwegsehen. Die junge Dame ist ja noch recht neu im Hörspielgenre, vielleicht wird das in Zukunft noch besser.

Fazit: Bei der neuen Mark Brandis - Folge „Vorstoß zum Uranus“ kann man in wahrsten Sinne von „State of the Art“ sprechen, viel besser geht’s nicht. Gerade der erste Teil ist ganz, ganz großes (Kopf-) Kino und mit Sicherheit auch für Nicht-SciFi-Jünger zu empfehlen. Wenn die Macher es schaffen dieses Niveau zu halten, dann kann man sich auf die nächste Episode „Raumsonde Epsilon“ wirklich mehr als freuen!

redbeard

Hoerspiele.de (16.03.2010):
Toller Science-Fiction, super produziert. Das zeichnet die Serie aus, nicht erst, seit sie beim Label Folgenreich ist. Das Produktionsteam scheint weiter freie Hand zu haben, denn es geht wirklich spannend weiter. Serienheld Mark Brandis kommt allerdings nur in Nebensätzen vor, was eben den Charakter der Vorgeschichte unterstreicht. [...]
Genialer Sound, vor allem bei den Musikstücken, machen die Serie aus und auch im siebten (und achten) Teil wird das nicht unterbrochen. Das Cover zeigt eine Szene aus dem Hörspiel und ist wieder 3D-gerendert. Im CI der Serie ist das auch.

Grandiose Science Fiction und doch kann man die Folge toppen: mit Folge 2 des Zweiteilers. Der zweite Teil [...] ist noch besser als die Vorgeschichte.

Überraschend soll Mark Brandis die Hermes testen. Doch aus dem Testflug wird Ernst, denn man soll die havarierte Delta 9 bergen. Die Suche gestaltet sich schwierig, denn auch die Hermes ebenfalls Opfer einer Anomalie und dann taucht auch noch ein chinesischer Drache auf ...

Eine Bergungsmission mit diplomatischen Verwicklungen. Dazu eine schwierige Crew verlang Commander Mark Brandis so einiges ab. Das ganze wird auch noch unterhaltsam in Szene gesetzt. Hut ab, tolle Produktion.

Die Sprecher sind grundlegend anders als in der Vorgeschichte. Aber man kann die gewohnte Crew unter Michael Lott hören. [...]

Das Cover zeigt eine Szene aus dem Hörspiel und ist wieder 3D-gerendert und die gleiche Illustration wie bei Teil 7.
Hier wünsche ich mir für den nächsten Zweiteiler mal zwei Cover. (INTERPLANAR: “???”)

Fazit: Gradioses Stück Science Fiction. Die siebte Folge sollte man vorab hören. Auf jeden Fall das beste Science Fiction Hörspiel des Jahres bislang.

CHRizzz

Fantasyguide (15.04.2010):
[...] Den Machern ist mit "Vorstoß zum Uranus" eine weitere spannende Hörspielfolge von hoher Intensität gelungen. Im ersten Teil bangt der Hörer um Scotts Expedition und verfolgt ihre Mühen mit der Außenwelt Kontakt aufzunehmen. Dabei besticht die Idee ihre Situation zu spiegeln, indem Commander Ernest D. Scott immer wieder Aufzeichnungen seines Namensvetters Polarforscher Robert Falcon Scott anhört, der sich bei seiner Südpolexpedition in einer ähnlichen Lage befand. Zudem werden die Figuren der Besatzungsmitglieder ansprechend und überzeugend herausgearbeitet. Den zweiten Teil verfolgt man dann wieder aus der gewohnten Sichtweise von Mark Brandis, wobei hier vor allem der Konflikt mit den Republiken den Hörer zu fesseln vermag.

Lobend erwähnt werden muss die musikalische Begleitung der Hörspielhandlung, die noch ein wenig facettenreicher als bei den früheren Teilen der Hörspielreihe ausfällt. Durch asiatisch anmutende Klänge werden geschickt die Perspektivwechsel zu den Protagonisten der Republiken angedeutet. Während der elektronische Sound bei Scotts´ bevorstehendem Triumph getragen und hymnisch klingt, gewinnt sie bei der Landung auf Titania an Tempo und dient der Spannungssteigerung, um dann später einen Todesfall elegisch zu untermalen. Am Ende der ersten CD bescheren die Klänge gar ein Gänsehautfeeling. Die Effekte von Jochim-C. Redeker sorgen wie gewohnt für ein realistisch anmutendes Weltraumerlebnis, wobei besonders das Design der Raumschiffsounds gefällt. Durch für jede Szene typische Geräusche - etwa der auf dem Mond Titania wehende Wind oder das Vogelgezwitscher im Park der verbotenen Stadt - wird es dem Hörer leicht gemacht sich bei Wechseln zwischen den Erzählsträngen zu orientieren.

Die Sprecher können wie gewohnt überzeugen. Neu im Team ist der als Commander Scott brillierende Frank Glaubrecht, den Filmfans als deutsche Stimme von Hollywoodstars wie Pierce Brosnan, Kevin Costner oder Al Pacino kennen. Freunde des Horrorgenres kennen ihn als Geisterjäger John Sinclair. Dem Synchronsprecher gelingt es glaubhaft den Charakter des ehrgeizigen Commander Scott zwischen Triumph und Katastrophe auszuloten. Kritisieren kann man hingegen die Besetzung der Rollen von Tschau Lin (sic!) und Oberst Lao Wu von den Republiken. Hier wäre es aus mimetischen Gründen wünschenswert gewesen Sprecher mit chinesischen Akzent auszuwählen.
Für die einzige Irritation sorgt das Ende des Hörspiels, das hier natürlich nicht verraten wird. Dieses weicht - wohl aus dramaturgischen Gründen - leicht von dem der Romanvorlage ab.

Fazit: "Vorstoß zum Uranus" unterstreicht eindrucksvoll, dass die Reihe "Mark Brandis" für spannende und qualitativ hochwertige Science-Fiction-Hörspiele bürgt.

Ingo Gatzer