Hörspatz (21. Juli 2011)
[...] Mit "Operation Sonnenfracht" wird eine Story präsentiert, die gerade im Jahr der großen Atom-Katastrophe von Japan einen hässlich realen Beigeschmack bekommen hat. Dass die Folge auch viele ethische Frage aufwirft, passt wieder sehr gut zur Serie. Auch wächst das Mark-Brandis-Universum langsam aber sicher weiter zusammen, und erneut tauchen in dieser Folge Personen auf, die dem Hörer bereits aus früheren Abenteuern bekannt sind. Das gefällt und rundet die Einzel-Story ab.

Die Sprecherleistungen sind sehr gut, die Soundeffekte exzellent und der geniale Soundtrack packt - produktionstechnisch ist hier wieder einmal alles nahe an der Perfektion.

"Operation Sonnenfracht" ist insgesamt wieder eine gelungene Folge, wobei vor allem der Beginn und das Ende hoch spannend sind - im Mittelteil flacht die Spannung allerdings streckenweise ab - man geht ein wenig zu sehr ins technische Klein-Klein, und die philosophisch-ethischen Innenansichten des Mark Brandis sorgen für weitere kurze Abkühlung der brisanten Story, die mit einem harten Cliffhanger endet... Die Geschichte wird fortgesetzt in "Alarm für die Erde" - und das hoffentlich ganz bald!

Fazit: Viel Action, Spannung, gute Sounds, im Mittelteil allerdings vielleicht etwas zu technik-verliebt - eine Folge, die atmosphärisch aus dem Vollen schöpft - Achtung: Cliffhanger!

Stephanie Pelzer-Bartosch

FFM-Rock (21. Juni 2011):
[...] Der Beginn von „Operation Sonnenfracht“ entpuppt sich als perfekt inszenierter Ohrgasmus. Wieder einmal werden durchaus aktuelle Themen und Problematiken zu einem absolut realen Zukunftscocktail vermengt, der an Realismus wie so oft kaum zu unterbieten ist. Eine fulminant vielfältige, dichte und glaubwürdige Soundkulisse unterstützt die tollen Sprecher bei ihrer Arbeit. Alles wirkt hier vollkommen natürlich, ungespielt und dadurch so echt und sympathisch. Fehlbare Charaktere in ausweglosen Situationen, die sich im Laufe der Serie immer weiter entwickeln und mehr Tiefe bekommen. Da es sich auch hier um eine Einzelfolge  handelt, ist das eigentlich größte Manko dieser Folge, das sie im Gegensatz zu sonst relativ abrupt endet und 1-2 Fragen bis zur nächsten Folge unbeantwortet bleiben dürften (ein Novum innerhalb der Reihe). Auch wenn wie so oft der Mittelteil des Hörspiels aus viel Funk und Befehlsketten besteht, ist der Unterhaltungswert aufgrund des Realismussettings extrem hoch. Mittendrin statt nur dabei lautet erneut die Devise der satten Produktion, mit der ich die Rezi abschließen kann.

Fazit: Wirklichkeitsnahe und verdammt reale SF mit fulminantem Sound und absolut natürlichen Sprechern.

Martin Bothmann

Hörspielhölle (5. Juli 2011):
Die nächste Einzelfolge, die dann wiederum doch keine ist, denn eigentlich ist dies der Auftakt zu einem Dreiteiler. Hier wird die Grundlage gelegt, San Francisco versinkt im San-Andreas-Graben und auch sonst geht es ziemlich hoch her, für Verschnaufpausen geben einem die 68 Minuten Spielzeit jedenfalls keinen Anlass. Kurzweilig, packend, rasant, so mag ich die Serie und schon hat man den vorherigen Ausrutscher und Ausflug in Pseudo-Soap-Gefilde ausgebügelt, was mich sehr freut. Hier wird wieder sehr fesselnde Brandis-Kost geboten, die inhaltlich für meinen Geschmack keine Wünsche offen lässt, lediglich der fiese Cliffhanger macht einem zu schaffen, aber dafür dürften die kommenden beiden Folgen wieder entschädigen und die Vorfreude steigen lassen.
Ich würde glatt behaupten, dass diese Folge hier das Gegenteil von der vorherigen ist, denn war dort der Inhalt meiner Meinung nach schwächer und die Sprecherriege kompakter und stärker, so ist das hier alles genau umgekehrt der Fall. Ich bin mit kaum einer Darbietung zufrieden, scheinbar hat sich die Truppe bei der vorherigen Folge verausgabt, so kam es mir jedenfalls nach dem Hören dieses Abenteuers vor. Sicher, schlecht ist anders und die Riege kann es mit den hier erbrachten Leistungen immer noch mit manch anderer Crew aufnehmen, dennoch erwarte ich von dieser Serie in dieser Hinsicht einfach mehr. Hervorheben, positiv wie negativ, möchte ich aber niemanden und die namhaften Vertreter ihrer Zunft waren soweit auch ganz gut drauf, doch da geht noch was und das werden die kommenden Folgen sicherlich wieder beweisen.
Soundtechnisch keine Einwände, was mich aber auch nicht überrascht hat, denn in der Hinsicht ist jede Folge ein Fest und das hat sich bisher nicht geändert und ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass sich das auch nicht mehr ändern wird. Satte Sounds, eine packende und dichte Atmosphäre, Mark Brandis halt!
Etwas besser als die vorherige Folge, weil man sich inhaltlich deutlich gesteigert hat, dafür schwächelt man sprechertechnisch ein wenig, alles in allem hat mir dieses Abenteuer für Mark Brandis aber minimal besser gefallen als der Vorgänger. Man darf gespannt sein, was die nächsten beiden Folgen bringen werden und Fans dürften auch diesmal auf ihre Kosten kommen!.

Patrick Holtheuer

Tofu Nerdpunk (10. Juli 2011):
[...] Hach, noch so eine tolle Folge. Wieder tolle Sprecher, tolle Geräuschauswahl und großartige Musikuntermalung. Dazu kommt das die Geschichte, obwohl sie schon vor langer Zeit von Nikolai von Michalewsky geschrieben wurde aktueller denn je ist. Da ich ja eher weniger der Fan von Space Opern bin, freue ich mich immer darüber wenn es in die Richtung Social Fiction geht. Zwar haben auch die Abenteuer Folgen von Brandis immer ihre kritischen Elemente, jedoch bin ich umso begeisterter wenn das Kern Thema Missstände behandelt. Und hier sehen wir mal wieder selbst wenn wir viele Jahre in die Zukunft schauen und andere Planeten bereisen können, werden wir die Sünden aus unserer Vergangenheit niemals los (außer wir katapultieren sie in die Sonne).
Also sündigt nicht und besorgt euch dieses Hörspiel!

Fazit: 9 von 10 sich selbst schlagenden Piloten 

El Tofu

X-Zine (Juli 2011):
[...] Nach der eher durchwachsenen Folge 15 dreht Interplanar mit „OPERATION SONNENFRACHT“ wieder voll auf! Die Produktion ist technisch sauber und erfreut das Ohr  mit gelungenen Soundeffekten. Wiederum wurde genau darauf geachtet, dass die Raumumgebung auch in den Hall-Effekten der Stimmen nachvollziehbar wurde und weitere Details mehr.
Auch die Story kann überzeugen und berührt auch Konflikte, die von realen Ausmaßen und Gegebenheiten geprägt sind. Heute genauso aktuell wie damals ist die Frage nach dem Wohin mit den ausgebrannten Reaktorstäben. Und in Zeiten von Fukushima und des Atomausstiegs ist die Story von „OPERATION SONNENFRACHT“ selbstredend höchst aktuell.
Die Sprecher agieren auf hohem Niveau, einzig der Tod eines Piloten wird von Mark Brandis fast schon zu leicht hingenommen. Hier wirkt die Stimme nicht passend zur Situation. Aber ansonsten ist „OPERATION SONNENFRACHT“ perfekt.

Fazit: „OPERATION SONNENFRACHT“ ist ein Aufschwung nach dem eher mittelprächtigen Teil 15. Die gewohnt hohe Qualität konnte gehalten werden, die Story ist spannend und das Thema gelungen umgesetzt.
Da freut man sich als Hörspiel- und Mark-Brandis-Fan auf die Fortsetzung in „Alarm für die Erde“ und hofft, dass sie nicht allzu lange auf sich warten lassen möge. Gesamt: Extrem gut

Cronn

Hörzentrale (4. Juli 2011):
Nicht nur der Hörer, auch Mark Brandis stellt sich in dieser Hörspielfolge die Frage, warum er sich immer wieder in Gefahr begibt. Die Antwort ist leicht (zumindest für uns Hörspielhörer): Würde Brandis aufhören, den Helden zu mimen und beschließen ab sofort nur noch faul auf der Couch zu liegen, würde die „Mark Brandis“-Reihe wohl ihre Hörerschaft verlieren. Und genau deswegen mögen wir den sympathischen Commander und begleiten ihn jedes Mal aufs Neue bei seinen Abenteuern und Reisen durch die Galaxis. Mark Brandis schafft es immer wieder, sich und die Menschheit aus der Schlinge zu ziehen. Doch diesmal ist sein Gegner die Zeit. Und die ist gnadenlos. Ob die Geschichte gut ausgeht, erfährt man in dieser bereits 16. Folge nicht. Alles, was dem Hörer bleibt, ist ein gemeiner Cliffhanger. Wer wissen möchte, wie die Geschichte weiter geht, muss sich bis Folge 17 „Alarm für die Erde“ gedulden. Erst dann kommt die Auflösung.

Eine ganze Schar an stimmgewaltigen Sprechern macht auch dieses Hörspiel zu einem hörenswerten Ereignis. David Nathan, Martin Wehrmann, Martin Kessler und Claudia Urbschat-Mingues sind als Crew ebenso wieder mit an Bord wie Michael Lott als Commander Mark Brandis. Hinzu kommen Thomas Nero Wolff, Dorothea Anna Hagena sowie Wolfgang Kaven und noch viele, viele andere. Und alle sind motiviert hinter dem Mikrofon. Hinzu kommt die authentische und klanggewaltige Soundkulisse, vor der die Sprecher agieren. So werden der Weltraum und die atomare Bedrohung in jeder Minute deutlich.

Ein Hörspiel mit brisanten und leider hochaktuellen Schwerpunkt. Nach einem dramatischen Intro, dümpelt die Handlung ein wenig vor sich hin. Je länger jedoch die Räumungsaktion dauert, desto mehr beschleicht dem Hörer eine üble Vorahnung, dass noch etwas Schreckliches passieren wird. Ob dem so ist, wird spätestens in „Alarm für die Erde“ geklärt werden. Bis dahin üben wir uns in Geduld und hören diese Folge einfach noch einmal von vorne an.

Anke Bokelberg

Splitted.de (10. Juli 2011):
[...] Erneut eine Einzelfolge? Wir verraten mal so viel vorab: eigentlich nicht. ‚Operation Sonnenfracht’ der Serie MARK BRANDIS endet offen und lässt den Zuhörer in einer unerträglichen Unwissenheit über den weiteren Verlauf der Serie! Einen derartig gemeinen Cliffhanger habe ich seit langem nicht mehr auf einem Hörspiel vorgefunden und frage mich, ob dies in der Absicht der Macher war, als sie gezielt auf einen Titel wie „Operation Sonnenfracht Teil 1“ verzichtet haben...

Eine Ausstellung in San Francisco zum Jubiläum der VEGA endet in einer Katastrophe: durch ein Erdbeben wird nicht nur die Ausstellung zerstört und viele der Gäste sterben, sondern die gesamte Stadt wird dem Erdboden gleich gemacht. Brandis geht eigentlich davon aus, dass er mit Rettungsaufgaben und ähnlichem betreut werden wird, doch es kommt anders als erwartet. Eine viel schlimmere Nachricht wartet auf ihn, denn Seismologen gehen davon aus, dass dieses Erdbeben nicht das letzte gewesen sein, sondern sich der Sankt-Andreasgraben noch weiter bewegen wird. Und das ist erst der Anfang: die Regierung hat vor vielen Jahren in Afrika in einem stillen Vulkan eine günstige Lagermöglichkeit für atomaren Müll gefunden. Jetzt will die afrikanische Regierung diese Last so schnell wie möglich loswerden, da bei einem Erdbeben der Vulkan auszubrechen droht, was apokalyptische Folgen hätte. Innerhalb kürzester Zeit muss der Müll nun fortgeschafft werden, aber wohin? Brandis hat die rettende Idee: mit mehreren Transportschiffen will er das verstrahlte Material in Richtung Sonne bewegen, um dann den letzten Wegrest über Anziehungskraft regeln zu lassen. Allerdings ist dies zeitaufwendig und bedarf eines straffen, fast unmenschlichen Zeitplans.
Da kommt ihm der Streit mit Ruth, die nicht verstehen kann, warum er sich um diese Mission kümmern muss und niemand sonst, sowie die Störaktionen von Umweltaktivisten natürlich völlig ungelegen. Das Schicksal der Erde steht auf Messers Schneide, und MARK BRANDIS hält den Griff der Klinge in seinen Händen...

Wer schon den Realitätsbezug der vorherigen Folge erschreckend fand, dem dürfte nun angesichts immer heftiger ausfallender Erdbeben, Sturmfluten etc. gänzlich anders werden. Auch eine Parallele zur Fukushima-Katastrophe ist nicht ganz von der Hand zu weisen.

Die Zeit bis zur nächsten Folge MARK BRANDIS kann gar nicht schnell genug vergehen! Ein solches Ende zu präsentieren, ist fast schon eine Frechheit (im positiven Sinn gemeint). Wer nach ‚Operation Sonnenfracht’ nicht wie auf heißen Kohlen sitzt, um herauszufinden, wie es weiter geht, der sollte vielleicht einfach die Folge noch einmal von vorne anfangen, denn dann hat er sie aller Wahrscheinlichkeit nach einfach nur nicht verstanden. Wir sind gespannt!

Matthias Dziony

Hoernews Juli 2011:
[..] Der Roman ist vor Jahrzehnten geschrieben worden und doch ist er aktueller denn je! Besonders die wunderbaren Sätze, über die Dummheit der Menschheit, lassen ein nur bedächtig nicken. Atommüll lieber unter den Teppich zu kehren, statt ihn wirklich vernünftig und gewissenhaft zu entsorgen steht auch heute noch an der Tagesordnung. So wirkt die Entscheidung, ein Endlager in einem Vulkan zu suchen, gar nicht so abwegig. Ein Hörspiel das wohl jede Regierung auf der Welt mal gehört haben sollte, da es – wie kein anderes – einen Spiegel vors Gesicht hält und zeigt, das wir endlich zur Vernunft kommen sollten. Die temporeiche und spannende Handlung wird nicht in der vorliegenden Episode abgeschlossen, sondern findet in der 17. Folge ihre Fortsetzung.

Engagiert geht Michael Lott als Mark Brandis zu Werke. Es ist ein wahrer Genuß ihn zu hören. Das Hineinsteigern in die Situation beherrscht er sehr gut. Gleiches kann über Dorothea Anna Hagena gesagt werden, die als wütende Ruth eine hervorragende Leistung bringt. Die wiederkehrenden Figuren und Gäste nehmen sich nichts. Alle kennen ihre Texte und tragen viel zur spannenden Grundatmosphäre bei.

Effekte und Musik sorgen für einen Klangteppich, der die gefährliche Stimmung glänzend unterstützt. Das Originalgeräusch eines Geigerzählers wird auch nicht vergessen. Wer einen Kopfhörer hat, sollte ihn unbedingt nutzen, damit auch jede Feinheit bemerkt wird, was die hochwertige und liebevolle Abmischung auch verdient hat.

Fazit: Hochaktuell, auch Jahrzehnte nach der Herausgabe des Romans. Eine würdevolle und packende Hörspielumsetzung, die in einem fiesen Cliffhanger endet und nach der Fortsetzung schreien lässt!

Christian Bärmann

Vampster (13. Juli 2011):
[...] Einen passenderen Zeitpunkt für "Operation Sonnenfracht" gibt es wohl kaum. Wo das Ringen um den Atomausstieg 2022 endlich abgeschlossen ist, darf sich unser Held MARK BRANDIS mit dem, was von dieser saudummen Energieära übrig blieb, herum schlagen. Nach einem verheerenden Erdbeben in San Francisco im Jahr 2129, das über 200.000 Menschen in den Tod reißt, bleiben die tektonischen Platten in Bewegung und bedrohen Afrika. Blöd nur, dass vor hundert Jahren einige Staaten den Afrikanern ihren Atommüll angedreht haben und die ein paar Milliarden Liter von diesem Kram in einem Vulkan am Kilimandscharomassiv versenkten. Kommt ein weiteres, starkes Erdbeben, könnte der Vulkan mitsamt dem ganzen Atommüll ausbrechen, und den ganzen Kontinent, oder im schlimmsten Fall die ganze Erde verseuchen. MARK BRANDIS erhält von VEGA-Direktor John Harris die Bürde, das Problem zu lösen, und fasst einen verzweifelten Plan: Der Müll muss in die Sonne geschossen werden. Eine logistische Mammutaufgabe, für die es eine Unmenge an Piloten, Raumschiffe und Transportbehältern bedarf, denn die Zeit läuft. Das nächste Erdbeben kann jederzeit kommen und für eine postatomare Katastrophe sorgen.

Nach dem Erdbeben in Japan, das nicht nur Fukushima untergehen ließ, sondern auch für eine Verschiebung der tektonischen Platten in den Gehirnen mancher Politiker sorgte, dreht sich "Operation Sonnenfracht" nun um das Thema Endlager und wie final diese Lager wirklich sind. Was hier für ein Wahnsinnsszenario einer von Ehergiehunger zerfressenen Welt und ihren Folgen aufgefahren wird, das geht unter die Haut, vielleicht würde es auch diverse Chefs von Atomkonzernen zum Nachdenken bewegen, wenn diese Vorstellung nicht zu etwas naiv wäre. Insofern ist "Operation Sonnenfracht" schon vom Thema her eines der bisher intensivsten Hörspiele von MARK BRANDIS. Dazu kommt die Tragik an allen Ecken und Enden: Ruths Nichte ist nach dem Erdbeben spurlos verschwunden, Mark kann ihr nicht tröstend beiseite stehen, da er für die VEGA weg muss. Dass er vor lauter Arbeit und Druck über Wochen hinweg vergisst, sich bei seiner Frau zu melden, verschärft sich das angespannte Verhältnis zwischen den beiden. Dazu kommt, dass Colonel Chemnitzer von den Pionieren, der sich mit Mark dienstlich auf Augenhöhe begegnen sollte, nicht gerade freundlich gestimmt ist. Die Crew kämpft mit der Erschöpfung und jeder kleinste Fehler kann katastrophale Folgen haben. Die Zeit verrinnt außerdem gnadenlos, denn es kann jederzeit zu einem Erdstoß kommen.

"Operation Sonnenfracht" ist der Auftakt zum kommenden Zweiteiler "Alarm für die Erde" und endet mit einem heftigen Cliffhanger, da brauchst du ein paar Tassen Kaffee, um wieder runter zu kommen. Scheinbar finden das auch die Sprecher, denn Michael Lott, Martin Wehrmann, Marton Keßler, Hörspiellegende Wolfgang Kaven und vor allem Thomas Nero Wolff als Colonel Chemnitzer zeigen sich von ihrer absoluten Schokoladenseite. Auch wenn das Hörspiel in der Mitte einige starke Zeitsprünge aufzuweisen hat und den Hörer etwas verwirrt, gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse und es wird eine Wand aus Tiefgang und Soundeffekten aufgefahren, die ganze Kinofilme alt aussehen lässt. Dabei achten die Macher darauf, genau den richtigen Schluss abzupassen, mit der Folge, dass nun die Zeit bis zu den nächsten beiden Episoden, nicht schnell genug vergehen kann. Was MARK BRANDIS in handwerklicher Hinsicht auszeichnet, wurde schon oft genug erörtert und muss wirklich nicht weiter ausgeführt werden, aber ein spannenderes, mitreißenderes Thema gab es seit dem "Bürgerkriegszyklus" nicht mehr. Freunde von MARK BRANDIS werden hiervon umgeblasen werden, und wer Science Fiction generell und auch sozialkritische Kost mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Ein Hörspiel auf Höhe des Niveaus vom Kilimandscharo selbst.

Captain Chaos

Hoerspiel3.de (22. Juli 2011):
[...] Mit der Auftaktszene beweisen die Produzenten einmal mehr ihr Händchen für das Medium Hörspiel. Eine derartige Actionszene komplett ohne den Einsatz eines Erzählers realisieren zu können, bedarf einiger Kunstkniffe. Vor allem, wenn das ganze am Ende auch noch nachvollziehbar und nicht künstlich wirken soll. Die Dramatik der Situation wird hier exzellent unterstützt vom anziehendem Tempo bei den Dialogtexten und dem damit verbundenen Spiel der Schauspieler. Insbesondere Michael Lott ist in dieser Szene einmal mehr lobend hervorzuheben. Genau so MUSS sich eine entsprechende Szene anhören. Eine Szene, die nicht einfach nur vom Blatt weg gespielt, sondern regelrecht gelebt wird. Wahrhaftig, besser geht es wirklich nicht. Auch die Überblendung hin zum bekannten Intro schafft dann mit der einsetzenden Musik nochmals ordentlich Gänsehaut-Stimmung.

Von solchen Szenen hätte ich mir innerhalb dieses Hörspiels fast noch ein paar mehr gewünscht. Dann wäre diese Folge sicherlich nicht mehr so schnell vom Thron der besten Mark Brandis Folgen zu stoßen gewesen. Allerdings legt sich die Dramatik im Laufe der Geschichte wieder ein wenig – nicht aber ohne mit einer gewissen Bedrohlichkeit stets im Untergrund zu schwelen. Die Ruhe, die sich in der Mitte der Folge breit macht, ist nur allzu trügerisch. Ganz am Ende setzt dann genau die Entwicklung ein, die regelrecht voraussehbar war. Welche Folgen diese nun für die Erde haben wird, werden wir wohl erst im Herbst erfahren, wenn dieses Abenteuer mit zwei weiteren Hörspielen seine Fortsetzung findet.

Fazit: Eine Geschichte, die dramatisch beginnt und mit einer der bis dato besten Szenen der Serie aufwarten kann. Im weiteren Verlauf fehlt es trotz der unterschwelligen Bedrohung allerdings ein wenig an den richtig packenden Momenten. Die zeichnen sich erst zum Ende hin wieder ab, wenn einen das Hörspiel mit einem fiesen Cliffhanger entlässt. Die Umsetzung ist auf gewohnt höchstem Niveau. Eine akkurate Soundkulisse in Verbindung mit dem hervorragenden Spiel der Schauspieler. Da bleibt mir eigentlich nur eines zu sagen: Bitte, bitte noch viele weitere Mark Brandis Hörspiele!

Daniel Merk

Zauberspiegel (20. Juli 2011):
[...] Operation Sonnenfracht ist eine ziemlich belanglose Story im Mark Brandis-Kosmos. Es geht darum, eine nukleare Fracht zur Sonne zu transportieren. Das ganze Hörspiel über geht es aber nur um die Vorbereitungen dazu. Und als es endlich losgehen soll, rollt ein gewaltiges Erdbeben an und die Geschichte endet mit einem Cliffhanger. Interessant ist die Nebenhandlung, wenn auch nur bedingt. Es bahnt sich so was wie eine Ehekrise bei Mark Brandis und seiner Ruth an. Das schafft natürlich wieder Raum für etwas Dramatik, und vielleicht sogar für neue Wege. Auch eine interessante Figur wird eingeführt: Friedrich Chemnitzer. Jemand, den Mark nicht sonderlich zu mögen scheint. Er lässt sich dies jedoch nicht anmerken.

Michael Lott als Mark Brandis ist der alles dominierende Part in dem Hörspiel. Und seine Leistung ist sehr ansprechend. Er ist sicher die Idealbesetzung für den verwegenen Weltraumhelden - auch wenn zu richtigen Heldentaten diesmal kaum Anlass besteht. Die Story dümpelt so dahin.

Das Cover passt erneut gut zum Thema. Schön anzusehen ist es aber, wie fast alle Cover der Serie, nicht unbedingt. Da fehlt das gewisse Etwas.

G. Walt

Experiment Stille (20. Juli 2011):
Wäre die Story 2011 geschrieben worden, hätte vermutlich jeder an Aufgreifen der unseligen Ereignisse in Fukushima und an ein Aufspringen auf die Abschalt-Diskussion in Deutschland gedacht. Da aber die Geschichte bereits 36 Jahre auf dem Buckel hat, kann davon keine Rede sein und die Interplanarier sind frei von jeglichen tendenziösen „Verdächtigungen“. Es ist vielmehr erschreckend wie sehr Nikolai v. Michaleswky und andere ihrer Zeit voraus waren. Der Gedanke radioaktiven Müll in einem Vulkan zu deponieren scheint so grotesk und undenkbar, dass es nur Sci Fi sein kann. Bis einem z.B. wieder einfällt, dass auf dem Meeresboden unzählige Fässer radioaktiven Mülls vor sich hinrosten, um irgendwann einen Super-GAU zu verursachen. Von der Atom-Mafia ganz zu schweigen. Traurigerweise ist die Story so glaubwürdig wie erschütternd. Brandis in Wut umschlagende Fassungslosigkeit dürfte nicht nur dem Rezensenten aus der Seele gesprochen haben.

Die Folge hat diesmal wieder Brandis im Mittelpunkt, von ihm bzw. Michael Lott geht alles aus. Brandis durchschaut die Gefahr in San Franzisko und handelt blitzschnell. Sehr schön mit großem Tempo in Szene gesetzt und durch das sich abwechselnde Duzen/Siezen mit Romen, welches privat und dienstlich unterteilt. Den Harris gegenüber angeschlagenen Ton hätte sich dieser unter anderen Umständen sicherlich nicht gefallen lassen. Aber Harris weiß was er an Brandis hat und wann es brennt, daher überlässt er ihm später auch eine Entscheidung von großer Tragweite.

Nochmal etwas ganz anderes zum Bezug auf Aktuelles: Im Kampf/Krieg gegen verfeindete Mächte oder Diktatoren nehmen Völker oft große Anstrengungen und Opfer auf sich. Dennoch haben (fast) alle gemeinsam gekämpft und nach dem Sieg kommt die eigentliche Herausforderung, nämlich alle an einen Tisch zu bekommen und die Macht in welcher Form auch immer aufzuteilen. Was oft nur einen Bürgerkrieg verhindert ist ein weiterer Feind von Außen. In der Serie Mark Brandis ist dies oft unterschwellig zu greifen und eben dazu auch die Geschichte der kleinen Leute, die im (trügerischen) Frieden ihren Weg finden oder auf der Strecke bleiben. Oder brandaktuell das drohende Scheitern von Mark und Ruth im Frieden, trotz all dem was sie zuvor zusammen - dem Tod manchmal näher als dem Leben durchmachen mussten. Packend durch Dorothea Anna Hagena umgesetzt und ebenso großartig durch Thomas Nero Wolff ergänzt. Dazu zementiert Lott Brandis’ trotz aller begründeter Zweifel seine Glaubwürdigkeit für die Ewigkeit. Die stets im Sinne des höheren Ziels abverlangten Opfer gelten allerspätestens seit „Operation Sonnenfracht“ auch für ihn.

Mal in die Runde gefragt: Wann haben Euch die ersten sechzehn Folgen einer Hörspielserie auf diesem herausragenden Niveau (weiterführende Story, Sprecher, Produktion, Musik...) schon so gefesselt ? Mir fällt da nur eine einzige andere Serie ein. Die Geschichte eines erfolglosen Schriftstellers, der sich in Vancouver als Taxifahrer verdingt.

Fazit: Redeker und von Weymarn sind unbelehrbare Wiederholungstäter, die nach sorgfältiger Planung stets nach dem gleichen Muster vorgehen und gnadenlos zuschlagen. Die Qualitätspolizei der Hörspielwelt steht trotz modernster Fahndungsmethoden vor einem Rätsel...

6 von 6 Punkten

Psychonaut

Geisterspiegel (15. August 2011):
[...] Kompetenzgerangel, Eifersucht, Trauer und unliebsame Entscheidungen - es menschelt diesmal sehr im Mark Brandis Universum, trotz oder gerade wegen der atemberaubend brisanten Thematik. Diese Folge ist mit das Beste, was mir je unter die Ohren gekommen ist, und Pflicht für jeden Hörer. Die Lage spitzt sich immer mehr zu, und mutig lassen die Macher der Serie das Spektakel in einem Cliffhanger enden, der die Wartezeit auf die nächste Folge zur Folter macht. Die Sprecher und auch das preisgekrönte Sounddesign lassen außerdem keine andere Bewertung außer der höchsten für diese Episode zu.

Rebecca Hagelmoser

Watchman’s Science Fiction Blog (4. August 2011):
[...] Die 68 Minuten Laufzeit verfliegen sehr schnell und eigentlich möchte am liebsten gleich im Anschluss die Fortsetzung hören. Wie schon in den vorangegangen Episoden, spielt die Serie erneut ihre große Stärke aus, die darin liegt, dem Publikum keine tadellosen Helden zu präsentieren, sondern nachvollziehbare Charaktere, die sich verzweifelt gegen die drohende Katastrophe stemmen und dabei an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gehen. Die Ausdrucksweise der Charaktere in den Dialogen wirkt natürlich und unverkrampft.

So bauen auch jene Hörer, die erstmals mit der Serie in Berührung kommen, schnell eine Verbindung zu den Figuren auf. Obwohl Operation Sonnenfracht bereits die 16. Folge von Mark Brandis ist, kann sie jedoch als Einstieg in die Reihe durchaus genutzt werden. Mit bestimmten Anspielungen können zwar nur die langjährigen Fans etwas anfangen, doch Newcomer sollten diese einfach überhören und sich stattdessen auf die Haupthandlung rund um die Evakuierung des Endlagers konzentrieren, da für diese kein Vorwissen benötigt wird. Es ist in der heutigen Hörspiellandschaft absolut keine Selbstverständlichkeit mehr, dass man zu solch einem relativ späten Zeitpunkt ziemlich problemlos noch in eine Serie einsteigen kann. Schön, dass es bei Mark Brandis weiterhin möglich ist.

Michael Lott spricht erneut sehr überzeugend den Commander Mark Brandis und wie schon zuvor sind Dorothea Anna Hagena als dessen Ehefrau Ruth und Martin Wehrmann als Lt. Stroganow zu hören. Auch darüber hinaus ist der Cast mit David Nathan, Mira Christine Mühlenhof, Martin Keßler, Claudia Urbschat-Mingues, Ulrike Kapfer, Wolfgang Kaven, Marion von Stengel, Ozan Ünal und Thomas Nero Wolff wieder mit erfahrenen Sprecherinnen und Sprechern besetzt, die eine homogene Leistung abliefern, die keinen Anlass zur Klage bietet.
Das Sounddesign, für das weiterhin Jochim-C. Redeker verantwortlich zeichnet, ist aus einem Guss und unterstützt die Szenen auf eindrucksvolle Art und Weise. Der Aufwand, der für die Serie insgesamt und speziell für diese Episode getrieben wurde, ist wirklich beeindruckend. Nimmt man noch den Soundtrack hinzu, dann ergibt sich ein akustischer Raum, der den Hörer umschließt und damit für jenes Kopfkino sorgt, das den Fan in Entzücken versetzt.

Fazit: Mark Brandis – Operation Sonnenfracht bietet über die gesamte Laufzeit spannende Unterhaltung und ist für die Science-Fiction Fans und den Hörspielfreunden ein Muss. Vorsicht: Absolute Suchtgefahr!

Christian Loges

TV-Kult (25. August 2011):
[...] Im neusten Abenteuer hat es "Mark Brandis" mit einer ökologischen Katastrophe zu tun. Die Geschichte rund um diesen Plot ist sehr vorhersehbar und baut nur kurzweilige Spannung auf. Eventuelle Wendungen in der Geschichte sind sehr schnell schon voraus zu ahnen und rauben der Geschichte den letzten Tropfen Spannung. Auch der eher lahme Sub-Plot, rund um "Brandis" Frau, weiß auch nur wenig zu überzeugen und reichert diese Folge nur noch mit mehr Pathos an. Wer meint, einen intelligenten und gut ausgeklügelten Öko-Sci-Fi-Thriller zu hören, wird schnell feststellen, dass es eher nur eine Sammlung von Klischees ist.

Auch wenn die Message durchaus eine Gute ist, ist der Weg dorthin ein steiniger und vor allen Dingen ein langatmiger. Immer wieder werden Floskeln, wie etwa "Ich kann nicht glauben, dass man so etwas tut!" (Der Satz steht im Bezug auf den vergrabenden Atommüll) durch die Gegend gefeuert, wo man sich irgendwann einfach nur noch wünscht, dass Klaus Kinski kommt und den betagten Figuren in der Geschichte eine deftige Ohrfeige verpasst.
Wer auf anständige Kost zu dem Thema Distropie (sic!) steht, sollte sich lieber etwas anderes aussuchen, da "Mark Brandis – Operation Sonnenfracht", eher für jüngere Sciene-Fiction-Fans gemacht ist und somit Leuten sauer aufstößt, die sich doch etwas mehr von diesem Thema erhofft hätten.

Das Cover zeigt einige Frachter, die anscheinend in Richtung Sonne unterwegs sind. Leider zeigt das Cover keine richtige Szene aus dem Hörspiel und scheint dem Künstler, wohl nur aus der reinen Phantasie entsprungen zu sein, da in der Story etwas ganz anderes, über besagte Transporter erzählt wird.

Fazit: Für mich war diese Folge mit die langweiligste, die ich bis jetzt aus der Reihe gehört habe. Das Thema der nuklearen Umweltverschmutzung wird nur sehr flach behandelt und oftmals mit abgedroschenen Klischees gewürzt. Wer sich einen wirklich spannenden Umwelt Thriller vorstellt, wird sehr schnell enttäuscht sein.

(sr)

Fantasyguide (16. September 2011):
„Operation Sonnenfracht“ beginnt mit einem Paukenschlag und endet mit einem noch gewaltigeren, der für eine veritable Überraschung sorgt. Dazwischen wird eine spannende Story erzählt, die auch nach den 37 Jahren, die bereits seit der Veröffentlichung des Romans von Nikolai von Michalewsky verstrichen sind, nichts von ihrer Aktualität und Brisanz verloren hat. Besonders die packende Schlußsequenz ist absolut mitreißend geraten und dazu geeignet, das Publikum bis zum nächsten Teil auf die Folter zu spannen.

Die Planung und Durchführung der eigentlichen Operation Sonnenfracht zeichnet sich durch eine große Detailliertheit sowie beeindruckenden Realismus auch. Dadurch wirken die beschriebenen Ereignisse absolut authentisch und ziehen so die Hörer noch stärker in ihren Bann. Unterstützt wird dieses durch den - wie gewohnt – erstklassigen Sound. Die musikalische Untermalung ist oft wohltuend unaufdringlich und untermalt so die Atmosphäre geschickt ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

An dieser Stelle muss man wiederum das Sprecherpersonal loben. Allen voran natürlich Michael Lott, der dieses Mal den Menschen Mark Brandis und die - private wie berufliche - Zwangslage in der sich der Protagonist befindet, überzeugend darstellt. Aber auch Dorothea Anna Hagena spielt die emotional hörbar angeschlagene Ruth perfekt. Bemerkenswert ist aber nicht nur die Leistung des Stammpersonals, sondern der diversen Sprecher, die in der Serie ihren ersten Auftritt haben und dennoch eine überzeugende Leistung abliefern.

Wenn man etwas kritisieren möchte, dann das Mark Brandis in einer Situation fast hellseherische Kräfte beweist. Man mag es Instinkt nennen, aber ganz überzeugend oder nachvollziehbar wirkt diese Szene nicht. Das ist allerdings mehr eine Randbemerkung und kann den hervorragenden Gesamteindruck nicht schmälern.

Fazit: Mit „Operation Sonnenfracht“ ist den Machern der Reihe Mark Brandis eines der besten Hörspiele der - ohnehin qualitativ starken - Serie gelungen: packend, realistisch und überraschend.

Ingo Gatzer