„Holy SF“: Die Untermieter ab 30.6.

Cover Hörspiel "Die Untermieter"
Hörspiel „Die Untermieter“

Keine INTERPLANAR-Produktion, aber eine SF-Story, wieder aus der Feder von Balthasar.

SF-Geschichten waren immer ein Spiegel der Zeit, in der sie entstanden sind, und so sollte es auch sein. Es macht viel Vergnügen, über einem SF-Roman z.B. aus den 1940ern zu sitzen und über die Querverbindungen der fiktiven Zukunft zur damaligen Realität nachzudenken. Nicht nur, welche Zukunftstechnik man sich damals ausgedacht hatte und wie doch alles ganz anders inzwischen gekommen ist, sondern auch, wie der Blick auf die Zukunft denn war oder ist.

Wer heute noch den Aufbruchoptimismus der 30er und 40er Jahre (John Carter, Flash Gordon) oder den Elan der großen Sprünge in den Weltraum in den 60ern (Star Trek) kopiert, indem Weltraumcrews da draußen unterwegs ferne Welten erobern und durch den Hyperraum springen, schreibt Entertainment für Nostalgiker. Das ist keine SF. An solcher Art rückwärtsgewandtem Zweitaufguss habe ich kein Interesse (mehr).

Selbstverständlich ist meine Perspektive und damit auch mein Schreiben nicht von dem zu trennen, was wir gerade jeden Tag erleben. Die Herausforderung für mich war, das Lebensgefühl in eine Geschichte zu gießen, die sich in diesem Sinn echt nach „heute“ anfühlt, aber auch das Gefühl des Stauenens oder Schauerns erlaubt, das einen plausiblen Blick in eine Zukunft auszeichnet. Die „Untermieter“ ebenso wie „McMurdo“ fangen das Gefühl von Hilf- und Machtlosigkeit auf, indem unsere Bedrohungen, die gänzlich menschengemacht sind, übertragen werden auf indifferente Mächte, die, jede für sich, die Menschheit so behandeln, wie wir unseren Planeten und einander behandeln.

Also sind es Invasionsgeschichten?

Ja, auch wenn sie sich unterscheiden. Die Maßstäbe von Wesen von anderswo, was Intelligenz und Überlebenswürdigkeit bedeuten, müssen ja nicht die unseren sein. Einer der einschneidenden Fehler unserer Spezies ist es, dass wir aus dem Offensichtlichen nicht lernen, wenn es uns unbequem ist. Das fällt uns nur so lange nicht wirklich auf, wie wir als Menschen dem Glauben frönen können, wir hätten die Dinge in der Hand. Das ist aber inzwischen passé.

Ist das ein wiederkehrendes Thema? „Und auf Erden Stille“ ist ja auch nicht gerade von Optimismus durchzogen.

Ich kann nicht frei phantastisch schreiben. Das, was um uns herum geschieht oder geschehen könnte, beschäftigt mich. Auch das nächste INTERPLANAR-Projekt hat starke Bezüge zu unserer näherrückenden Realität.

VÖ ist nun der 30. Juni.

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