Theodore Sturgeon: „Was du brauchst“

Seit dem 12. Juni ist es auf dem Markt: meine Hörspieladaption der Novelle von Theodore Sturgeon („Need“, dt. „Bedürfnisse“), produziert von David Holys Team.

Ich hatte Sturgeons Geschichte in den späten 1990ern kennengelernt, als der von mir sehr verehrte Spider Robinson sich in seiner Intro für einen Nachdruck von „Need“ in der Anthologie „The Best Of All Possible Worlds“ vor Superlativen überschlug.

Theodore Sturgeon sagte einmal: „Mein gesamtes Werk dreht sich um Liebe.“ Obwohl ich ihn noch nie getroffen habe, liebe ich ihn von ganzem Herzen — und ich kann mir keine bessere Art vorstellen, wie ich euch erklären kann, warum das so ist, als eure Aufmerksamkeit auf diese Geschichte zu lenken. Sie ist, wie die meisten von Teds Stories, eine der schönsten Geschichten, die ich kenne, und Gorwing ist, wie die meisten von Teds Charakteren, einer der einprägsamsten Figuren, denen Sie je begegnen werden. (aus: Spider Robinsons Einleitung zu „Need“)

Normalerweise ist das ja eine schlechte Art, mich an etwas heranzuführen: Erwartungen ins Unermessliche hochzutreiben. Das kann doch nur in einer Enttäuschung enden.

Aber hier war es anders. Mir wurde mit dieser Geschichte klar, WIE genial dieser Autor gewesen war. Und gleichzeitig wurde mir deutlich, das jeder Übersetzer ins Deutsche eine undankbare Aufgabe vor sich hatte: Sturgeon arbeitete mit seiner Muttersprache mit dem Feingefühl eines Lyrikers, ohne darauf plakativ hinzuweisen.

Ich fühle mich wie jemand, der versucht, Architektur mit Worten zu beschreiben.

Unzureichend.

Warum habe ich dann versucht, „Need“ nicht nur neu zu übersetzen, sondern auch noch ein Hörspiel daraus zu formen? Schiere Liebe für die Story. Ich war es leid, immer wieder erzählen zu wollen, wie genial Gorwing als Charakter funktionierte. Ich trauerte um alle, die dieses unfassbar leichte, fröhliche und traurige Gefühl nach den letzten Sätzen dieser Geschichte nicht spüren konnten.

Und ich wollte, verdammt noch mal, dass dieser Großmeister der geschriebenen Wortes wenigstens ein BISSCHEN bekannter würde im deutschen Sprachraum.

Und jetzt hört Euch mal die ersten 20 Minuten an und überlegt, ob es Euch danach den Rest der Zeit und den Sprung rüber zum Holysoft-Shop wert ist.

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